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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich weltweit
etwa 40 Millionen Kinder misshandelt oder schwer vernachlässigt. In einigen
Ländern betrifft die sexuelle Misshandlung 34 Prozent aller Kinder, in
den USA sind es 27 Prozent. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für
Kinderheilkunde und Jugendmedizin sind etwa 20 Prozent aller jungen Menschen
chronisch krank. An erster Stelle stehen dabei Allergien, gefolgt von
Erkrankungen des Bewegungsapparates und Fehlernährung. Das sind schlimme
Zahlen.
Wir sprechen nun schon seit vielen Jahren über die Ursachen von Gewalt;
wir haben in vielen Städten Gewaltpräventionsräte institutionalisiert,
haben Bewegungs-, Sport, Strand- und Waldkindergärten eingerichtet und
Sinnespfade geschaffen, damit Kinder mit einer ausgeglichenen Bewegungs-,
Körperkontakt-, Muskelkoordinations- und Wahrnehmungsbilanz aufwachsen
können, damit sie nicht psychomotorisch gestört, aggressiv, süchtig, krank,
rechenschwach und stark unfallgefährdet werden, wir haben Projekte „Sport
gegen Gewalt“ und „Musik gegen Gewalt“ geschaffen, wir haben „Werteerziehung
über Dilemmata“, „Täter-Opfer-Ausgleich“ und ein mit den Taten konfrontierendes
„Anti-Aggressivitättraining“ in den Schulen gepflegt, damit junge Menschen
schon früh passend zu unserer werte- und meinungspluralistischen Gesellschaft
konfliktfähig werden; denn wer nicht gelernt hat, angemessen auf ein Problem
zuzugehen und gut aus einer Krise herauskommen zu können, weicht mit Gewalt,
Sucht oder Krankheit aus, weil das dann für ihn leichter ist, als das
Problem direkt zu lösen. Und dennoch dreht sich die „Spirale der Gewalt“
offenbar immer schlimmer nach oben; ganz aktuell wird folgendes diagnostiziert:
- 20 bis 30 Prozent aller Vergewaltigungen und 30 bis 40 Prozent aller
Fälle sexuellen Missbrauchs werden von Kindern und Jugendlichen begangen.
- Der Gerichtsgutachter Wilfried Rasch meint, dass im Alter von etwa
16 bis 21 Jahren bei Jugendlichen „die größte kriminelle Energie“ vorhanden
sei.
- Prügelnde Väter haben mehrheitlich auch prügelnde Söhne.
- 16-jährige Jungen haben gewaltige Identitätsprobleme auf der Suche
nach ihrer Männlichkeitsrolle.
- Hamburg und Sachsen-Anhalt sind bundesweit führend in Bezug auf Kinder-
und Jugendkriminalität.
- 80 Prozent aller jungen Menschen werden irgendwann zumindest einmal
erpreßt; dieses „Abpressen“ oder „Abziehen“ betrifft Jacken, Schuhe,
Geld, Handys, Zigaretten, Telefonkarten und anderes. Unlängst brachte
„The Sunday Times“ einen ganzseitigen Artikel mit der Überschrift „The
Trouble with the Boys“, der die Klage des britischen Premiers Tony Blair
aufgreift, dass immer mehr junge Männer von Arbeitswelt und Familiengründung
wegdriften würden und dass gerade die männliche Jugend von Entwurzelung,
von Erziehungsdefiziten, von strukturellen Veränderungen in Gesellschaft
und Wirtschaft sowie von Kriminalität betroffen sei, während Mädchen
mit ihrer hohen Flexibilität immer bessere Berufschancen bekämen. „Die
Jungen verlieren ihren Kompass“ wird resümiert, was heißen soll, dass
sie zunehmend Orientierungsprobleme in Bezug auf ihre Rolle und ihre
Zukunft haben, während sich zugleich für die Mädchen immer bessere Perspektiven
eröffnen, weil sie dank Demokratisierungs- und Emanzipationsbewegung
die Fesseln ihrer herkömmlichen Rolle haben sprengen können und zugleich
flexibler auf den gesellschaftlichen Wandel zu reagieren vermögen. Was
in den USA schon länger beobachtet wird, was jetzt in Großbritannien
problematisiert wird und was sich auch in Deutschland andeutet, ist
wohl dieses: Wenn der Umbau von der bisherigen Industriegesellschaft,
in der der einzelne so etwas wie ein „funktionierendes Rädchen im Getriebe“
war, zu einer Dienstleistungs-, Informations-, Freizeit- und Produktionsgesellschaft
nicht aktiv erzieherisch begleitet wird, dann muss ein hoher Preis bezahlt
werden, und den zahlen offenbar vor allem die Jungen und die Männer,
jedenfalls in Großbritannien:
- Während in den Industriegebieten Englands früher insbesondere die
Männer zur Arbeit gingen und die Frauen „Haus und Kinder“ hüteten, wird
es heute immer häufiger, dass die Frauen zur Arbeit gehen, während die
Männer tagsüber irgendwelche Rennen auf dem Bildschirm verfolgen, sich
keineswegs um Haus und Kinder kümmern und in dem Moment in den Pub flüchten,
in dem die Frau von ihrem Job nach Hause kommt.
- Fabrik- und Hafenarbeitsplätze haben an Zahl stark abgenommen, auch
weil immer weniger Menschen immer mehr produzieren; gleichzeitig hat
die Zahl der Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich erheblich zugenommen,
aber dort werden vor allem Frauen beschäftigt.
- Schulabgänger mit geringen Qualifikationen sind vor allem Jungen;
Mädchen sind schon in der Schule durchweg fleißiger und erfolgreicher,
und zwar selbst dann, wenn sie aus gestörten Familienverhältnissen kommen.
- Jungen aus Ein-Eltern-Familien, die ohne eine positive Vaterfigur
und zudem eher in Armut aufwachsen, leben mit einem erhöhten Risiko
in Richtung emotionale Störungen, Krankheit, geringwertiger Schulabschluss,
Versagen im Studium, geringer Wochenlohn, Arbeitslosigkeit, Kriminalität
sowie späteres Single-Dasein. Weil Mädchen leichter in sich einen Ausgleich
für missliche Lebensumstände, aber auch für dramatische Veränderungen
in ihrem Umfeld zu finden vermögen, sind sie, so wie Schule heute noch
ist, schulgeeigneter als Jungen und damit auch ausbildungs- und studiengeeigneter.
Erst mit einer anderen Schule, die auch die rechte Hirnhälfte mit Emotionalem,
Musischem, Kommunikativem, Sozialem und Kreativem, also auch mit so
etwas wie Selbständigkeit, Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit zu entwickeln
trachtet, könnten die Jungen wieder mit den Mädchen gleichziehen; sie
müssten dann nicht mehr so oft entwurzelt, aggressiv und resignativ
reagieren wie heute noch. Vor 30 Jahren gab es noch eine ziemlich einheitliche
Jugend in der westlichen Welt; sie war relativ uniformiert in ihren
Lebensäußerungen, gekleidet mit blauem Jeans-Anzug, mit Schlüsselanhänger,
mit schwarzen Holzschuhen, mit Beatle-Frisur, sie liebte Rock- und Pop-Musik
und stand den Flower- Power-Hippies nahe; und auch politisch war sie
recht solidarisch und international, pazifistisch und eher sozialistisch
gesinnt. Sportvereine, Spielmannszüge, Schützenvereine und Jugendfeuerwehren
gestalteten ihre Freizeit auf dem Lande. Heute ist das ganz anders.
Zwar gibt es noch in Deutschland 140.000 Jungen und Mädchen bei den
Jugendfeuerwehren, aber Löschen und Bergen, Retten und Kameradschaft
bieten für immer mehr junge Leute nicht mehr den notwendigen „Kick“,
die Dosis an Abenteuerreizen ist ihnen zu gering; und auch die Sport-
und Schützenvereine beklagen Nachwuchsmangel. Fast 200 verschiedenartige
Jugendkultnischen werden zur Zeit für Deutschland beschrieben. Sie sind
höchst unterschiedlich, einige sind langlebig, andere sind nur ganz
kurz „in“. Da gibt es Hooligans, Skinheads, Neonazis, die Friedhofskultur
betreibenden Grufties, die sich schwarz kleiden, ihre Gesichter weißen,
die englische Rockgruppe „The Cure“ bevorzugen, in Särgen schlafen und
ihre Zimmer mit Grabsteinen dekorieren, da gibt es okkultistische und
Satanskultgruppen, zahlreiche Jugendsekten, viele Parteijugendgruppierungen
bis hin zu rechtsradikalen Wehrsportgruppen, da gibt es die HipHopper
mit ihrer Graffiti-, Rap- und Breakdance-Nische, da gibt es SBahn- Surfer,
Crash-Kids, Fahrstuhlsurfer, Cruiser, Skater, Auto- und Bus- Surfer
sowie Straßen- und Stadtteilbanden. Darüber hinaus gibt es auch noch
die Pfadfinder und diejenigen, die Extremsportarten wie das Canyoning,
das Mountainbiking, das Freeclimbing, das Wildwasser-Rafting, das Extrembergsteigen,
Motocrossing, das Fallschirmspringen, das Bungee-Springen, das House-Running
oder das Gleitschirm- und Drachenfliegen bevorzugen, weil nur dabei
der Reiz des Prickelnden und die Lust am Risiko groß genug erscheinen.
Die Sucht nach der Gefahr ist dabei durchaus etwas Autoaggressives;
der eigene Körper und die Willenskraft sollen bis an ihre Grenzen und
darüber hinaus geführt werden, damit der Erfolg zur Ersatzbefriedigung
wird und das schwache Ich durch eine spektakuläre Außenwirkung gestärkt
wird, aber auch um die eigenen Möglichkeiten bis zum Äußersten auszutesten.
Die Bereitschaft zu häufigen und brutalen Gewalttaten verheißt in manchen
Nischen wie bei den Skinheads oder der Duisburger Jugendgruppe, die
nur durch das Ziel „Leute verhauen“ als Freizeit-Kick verbunden ist,
ein hohes Maß an Anerkennung, so dass Aggressionsbereitschaft zu einer
hoch akzeptierten Binnennorm gerät, die selbst dann gepflegt wird, wenn
man sie für sich allein ablehnt. Zu der Gruppe gehören zu dürfen ist
eben ein höherer Wert als die private Abneigung gegen Gewalt, so dass
man „mit den Wölfen“ anders „heult“ als allein. Der Gruppenzwang
macht daher aus so manchen zu Hause pflegeleichten und in Polizeiverhören
liebenswert erscheinenden Individuen gewalttätige Bestien. Die familienersetzende
Funktion ist die wichtigste von Jugendkultnischen. Man kann direkt einen
Zusammenhang zwischen und Abdriften in
missliche Jugendgruppen feststellen; je kaputter die eigene Familie
ist, desto größer wird der Sog in die Gruppe hinein. Und zwar ist der
Maßstab dafür, wie der junge Mensch selbst seine Familie einschätzt,
und nicht der der hohen materiellen und sonstigen Fürsorge durch die
Eltern, die zu ihrer Rechtfertigung, wenn denn etwas total schief gelaufen
ist, ja durchweg den Satz formulieren: „Wir haben es doch immer nur
gut gemeint“. Alles, was ein Mensch von außen her zu viel oder zu wenig
an Reizen erhält, zwingt ihn, von innen her irgendwie gegenzusteuern.
Das gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zugleich. Bei Schülern
nennen wir die Phänomene dann Essstörungen, Hyperaktivität, Gewalt,
Autodestruktion, Straßenkinddasein oder Schülerselbstmord, bei Erwachsenen
sprechen wir von Singles, von Alkoholikern, von Bulimikern oder von
Workaholics: • Singles, die oft ein Defizit an Körperkontakt haben,
machen ihre Bilanz ganz unbewusst stimmig, indem sie häufiger als andere
Menschen in Saunen, zu Masseuren und auf Sonnenbänke gehen, indem sie
mehr duschen und sich öfter eincremen. • In Hochhäusern, Einkaufszentren,
Bussen, auf Straßen und am Arbeitsplatz sozial überforderte Menschen
schützen sich mit Schweigen und verschlossenem Gesicht vor kommunikativen
Erwartungen und gucken ins Leere oder im Angesicht von Problemen weg.
- Wegen Personalknappheit gestresste Verkäufer und Kellner verhindern
den Blickkontakt zu Kunden und zeigen Vermeidungsverhalten gegenüber
kontaktsuchenden Gästen mit dem per Körpersprache zum Ausdruck gebrachten
Motto „Lassen Sie uns doch in Ruhe, wir haben genug mit uns selbst zu
tun!“ Allenfalls interagieren sie miteinander, um sich unter Gleichgesinnten
solidarisch entlasten zu können.
- Die Unüberschaubarkeit der abstrakten politischen Prozesse und der
Werte- und Erwartungspluralismus im sozialen Nahbereich werden bei Jugendlichen
mit Politikverdrossenheit und Singularisierung, die die Soziologen Tribalisierung
und die Trendforscher Cocooning nennen, kompensiert; allenfalls taugt
eine überschaubare Jugendkultnische, mit der vorgegeben wird, wie man
sich zu kleiden hat, welche Musikrichtung man zu bevorzugen hat, welche
Insider-Sprachcodes zur Identifizierung Gleichgesinnter gelten, welche
Feindbilder den Bewährungsaufstieg ermöglichen und wie man seine Freizeit
zu verbringen hat, zur Entlastung von Überforderungen und von den täglichen
kleinen und großen Niederlagen.
- Das höchste Risiko, rechtsradikal zu werden, haben Hauptschüler aus
den neuen Bundesländern, hat die gemeinsame Ost-West-Studie der Technischen
Universität Chemnitz und der Freien Universität Berlin ergeben.
- Der Mangel an Familienleben wird in familienersetzenden Gruppen ausgeglichen,
die Wir-Bewußtsein, Geborgenheit, Solidarität, Akzeptanz und Rangordnungsaufstieg
bieten.
- Kinder, die mit Geborgenheits- und Zuwendungsdefiziten aufwachsen,
trösten sich vielfach mit Kuscheltieren, mit Haustieren oder gar mit
Ratten. Wenn ihre Eltern ihnen nicht zuhören, wenn sie von ihnen zu
wenig Ansprache bekommen, dann kompensieren sie, indem sie mit ihren
Stofftieren, ihrer Katze oder ihrer Ratte sprechen, sie streicheln und
striegeln ihr Pferd, und sie erproben mit diesen Platzhaltern Nähe und
Distanz, Körperkontakt und Ablehnung, Liebe und Strafe. Sie genießen
die unwidersprochene Macht, die Anhänglichkeit, das Dressier- und Knetbare,
und deshalb gibt es so viele zarte Mädchen, die etwas für ihr Selbstwertgefühl
tun, indem sie ein großes und starkes Pferd, auf dessen Rücken sie sitzen,
mit leichtem Fuß- und Zügeldruck in die von ihnen gewünschte Richtung
zwingen. Und die Ratte erfüllt ebenso wie der Kampfhund gleich zwei
gegensätzliche Funktionen: Man kann sich mit ihr Respekt und Anerkennung
bei Gleichaltrigen verschaffen und gleichzeitig die Erwachsenen, die
sich dadurch provoziert fühlen, auf Abstand halten. Dieser Doppelfunktion
entspricht auch das unübliche Frisur-, Piercing-, Tätowier- und Bekleidungsverhalten
vieler Jugendkultgruppen wie der Punks, der Skins, der Autonomen oder
der Hooligans.
- Drei Millionen deutsche Kinder leben von der Sozialhilfe bzw. an
der Armutsgrenze, und vier Millionen der 15,6 Millionen Kinder wachsen
in beengten Wohnverhältnissen auf. Sie beugen sich nicht der Askese
als einem hohen Wert, sondern entwickeln zum Ausgleich ihrer Nöte überstarke
Konsumwünsche, so dass sie am Ende allzu sehr dem Materialismus frönen.
- In dem Maße wie streß- und problemgeplagte Eltern ihren Kindern statt
des eigentlich Gemeinten eine stoffliche Ersatzbefriedigung geben (Nahrung,
Spielzeug, später Geld und den Bildschirm), lernen diese schon früh,
dass die Grundbedürfnisse auch stofflich ersatzbefriedigt werden können.
Sie fügen sich dann zum Bilanzausgleich selbst etwas vermeintlich Gutes
zu, indem sie zunächst zucker- und dann esssüchtig werden, indem sie
später zu Nikotin, Alkohol, Tabletten und illegalen Drogen greifen oder
beispielsweise spielsüchtig werden.
- Verplante Jugendliche, die von ihren Eltern permanent überfordert,
in viele Niederlagen hineingetrieben und mit enttäuschten Gesichtern
und schlechten Noten bestraft werden, weichen schließlich, vielfach
in den Klassenstufen 9 bis 12, aus, indem sie mit Stoffen irgendwie
über den Tag zu kommen versuchen. Sie beginnen ihn mit Koffein und Zucker,
setzen ihn in den Hofpausen mit Nikotin fort, greifen nachmittags zu
Power- Drinks mit besonders viel Koffein und dröhnen sich abends mit
Alkohol und am Wochenende mit Hasch oder Ecstasy zu; und zu diesem ständigen
Wechsel von Stimulation und Dämpfung gehören dann zwischendurch noch
Schokoriegel, Cola, Schmerzmittel, Beruhigungspillen und am Ende des
Tages Schlaftabletten. Dabei ist die Frage gar nicht so entscheidend,
ob nun Hasch oder Alkohol gefährlicher ist, denn alles, was an Drogen
legalisiert wird, wird im Zweifelsfall in einen einzigen Tag gepackt,
ein Indiz für die tragische Hilflosigkeit, alles zu versuchen, um den
Tag, die Woche, das Leben irgendwie stimmig in Bezug auf sonst unstimmige
Reizbilanzen zu machen.
- Eine Studie der Universität Bremen hat ergeben, dass im Falle von
schweren Lebensproblemen Mädchen zu Depressionen und Todessehnsucht
neigen, Jungen hingegen eher zu Alkoholkonsum.
- Mit dem Ausweichen bei unstimmigen Reizbilanzen lassen sich die meisten
Verhaltensstörungen von jungen Menschen erklären. Die Symptome sind
vielfältig, und sie reichen bis zum Kaufzwang, zur Spielsucht, zur Sammelwut,
zum Workaholic-Dasein, zum Waschzwang, zur Putzsucht und zur Kontrollomanie;
sie entstehen, weil sich das Kind entweder für diejenigen Aggressionsweisen
entscheidet, die ihm in seiner Umgebung durch die Eltern, die Geschwister
und das nachbarschaftliche Milieu sowie auf dem Bildschirm, den es überdosiert
konsumiert, zum Modellernen angeboten werden, oder für diejenigen, die
sein eigener Körper mit seinen Schwachstellen für Autoaggressionen anbietet,
sei es in der Haut (Allergien, Neurodermitis, Warzen, Ekzeme), sei es
in den Bronchien (Asthma), sei es im Kopf (Migräne) oder sonstwo (Depressionen,
Bulimie, Nägelkauen, Bettnässen). So nimmt jeder zehnte Schüler zwischen
13 und 16 Jahren regelmäßig Schmerz-, Beruhigungs- oder Schlafmittel,
90 Prozent aller 15-jährigen haben gelegentlich nach Überforderungen
oder Niederlagen Kopfschmerzen, jedes vierte Vorschulkind ist sprachgestört
(Sprachverweigerung, Stottern, Poltern), weil die Eltern keine Zeit
zum Artikulieren lassen. Hinzu kommt das Phänomen Sprachverzögerung
durch zuviel Fernsehkonsum bei gleichzeitigem Mangel an Ansprache und
Zuhören durch Eltern und Geschwister. Jedes dritte Schulkind ist mittlerweile
verhaltensgestört (psychische Unruhe, Konzentrationsmängel, das „Montags-Syndrom“,
Wahrnehmungsstörungen und Gewaltbereitschaft zählen dazu), und an vielen
Schulen wie an der Gesamtschule im nordrhein- westfälischen Kamen erreichen
zwei Drittel aller Schüler nicht mehr das Mindestniveau, das sich die
Schulpolitiker und Lehrer erhoffen; ihre Texte sind kaum zu entziffern,
und sie verhalten sich alltäglich so, „als ob ihr zentrales Nervensystem
direkt ans Fernsehprogramm angeschlossen“ sei, sagt ihr Lehrer Horst
Hensel. Im Ansatz kann man Autoaggres- sionen ein wenig mit Ernährung
mildern; jedoch dass sie am Symptom ansetzt, löst das zugrunde liegende
Dilemma noch nicht: Gegen Essstörungen wird zum Beispiel Zink empfohlen,
gegen Asthma Seefisch und gegen Hyperaktivität Haferflocken, Linsen
und rote Paprika.
- Aggressionen sind biologisch gesehen für den Menschen normal; er
braucht sie, um sich zu wehren, sich zu behaupten und sich durchzusetzen.
Erziehung sorgt für ihre Kultivierung, für ihre Kanalisierung in Dispute,
in Kampfsportarten, gegen Punching-Bälle, in Mannschaftssportarten,
in Abgrenzungen und Deutlichkeit sowie in Leserbriefe. Wer aber schon
früh oft Opfer von Gewalt wird, sammelt chemische Spuren in Gehirn an,
die Gewaltausbrüche forcieren, nämlich Serotonin und Vasopressin, so
dass Menschen in aggressionsreichen Milieus besser gewappnet sind, sich
auch ihrerseits rascher mit entsprechenden Aggressionen zu wehren. Es
verwundert also nicht, dass die am häufigsten verprügelten und am schlimmsten
vernachlässigten Kinder genau diejenigen sind, die später die gewalttätigsten
Jugendlichen werden, die 50 Prozent mehr Gewaltdelikte begehen als andere
Gleichaltrige, wenn sie vernachlässigt werden, und 100 Prozent mehr,
wenn sie körperlich misshandelt wurden. Und wer zu viel Blei durch Benzin-
und Farbdämpfe sowie durch Gemüse, das neben verkehrsreichen Straßen
wuchs, in seinem Körper hat, ist überdies besonders aggressionsbereit.
- Überdurchschnittlich viel und schon früh fernsehende Kinder werden
mit Bildschirmreizen überdosiert versorgt. Sie wachsen meist mit Bewegungsmangel
und daher auch mit Sinnesschwächen auf; nur noch die Kombination aus
farbigem action-reichen Bild und Ton überwindet ihre Reiz- bzw. Wahrnehmungsschwellen,
so dass das stehende Bild, das schwarz-weiße Bild und der Ton allein
von ihnen nicht mehr richtig aufgenommen werden. Das moderne Kind kann
deshalb oft nicht mehr gut zuhören und schon gar nicht am Montag nach
30 Stunden Bildschirmkonsum am Wochenende („Montags-Syndrom“), so dass
Schulen im morgendlichen Stuhlkreis die Gelegenheit bieten müssen, unverarbeitete
Reize erst einmal hinauslassen zu können. Was die Bildschirmhelden der
Kinder können und dürfen, können und dürfen sie selbst zu Hause meist
nicht, so dass für sie die Fernseh- und Filmwelt einerseits und ihre
graue Alltagswelt andererseits weit auseinanderfallen. Da sie die Kluft
dieses für sie unstimmigen Weltbildes nicht zu überbrücken vermögen,
bauen sie in sich Spannungen auf, die sie zu Abreaktionen - und dann
oft in der Weise der naturwissenschaftlich unstimmigen Verhaltensweisen
ihrer Comic- und Wrestling- Idole - zwingen, mit denen sie gestört wirken
und andere stören und verletzen, oft auf dem Schulweg oder -hof. Sie
können sich in der Folge in den zwischenmenschlichen Beziehungen unserer
gesellschaftlichen Realität nicht gut zurechtfinden, sie ecken überall
an und ziehen sich dann im Sinne eines Teufelkreises erst recht in ihre
Bildschirmwelt zurück, und dabei benötigen sie dann zum Ausgleich ihres
nichtgelebten Lebens entweder immer stärkere Reizdosen, die ihnen Ninja-,
Horror-, Zombie-, Action-, Kriegs-, Gewaltexzess- und Sexfilme, aber
auch Stärke vorgaukelnde Spielzeuge wie die Super-Soaker oder die Softair
Guns bieten, oder sie flüchten in Phantasiewelten, wie sie beispielsweise
mit den Teletubbies geboten werden. Als vorwiegende Konsumenten von
Bildschirmleben und mit ihrem Mangel an realem Leben versagen sie dann
schließlich auch im „turn-talking“, also im kommunikativen Wechsel zwischen
Hörer- und Sprecherrolle. Kinder, die wenig fernsehen, sind dagegen
deutlich dialogfähiger.
Wenn wir schon beim kleinen Kind dafür sorgen, dass in Bezug auf seine
Grundbedürfnisse immer die Mitte getroffen wird, also sowohl Vernachlässigung
als auch Verwöhnung vermieden werden, und wenn wir dem Grundschüler bereits
beibringen, wie man das denn macht, wenn man ein Problem hat, indem wir
ihm per Rollenspieltraining und per Bewertung in anschließenden Diskussionen
ganz viele Verhaltensalternativen für jede kritische Lebenssituation zur
Verfügung stellen (Argumentieren, Eingreifen, Hilfe holen, einen Bus oder
ein Taxi mit Sprechfunk anhalten, in ein Geschäft laufen, Leserbriefe schreiben,
in die Politikersprechstunde gehen), wie es die Lehrerinnen in der Lübecker
Domschule tun, dann werden Gewalt, Sucht und Krankheit abnehmen. Wir nähern
uns dann endlich unserem schon so alten, aber immer noch nicht umgesetzten
Erziehungsziel des mündigen demokratischen Staatsbürgers, der sich angemessen
entscheiden, wehren, behaupten und durchsetzen kann und der es nicht mehr
nötig hat, mit Cool- Sein, mit Macho-Gehabe, mit martialischem oder gar
bewaffnetem Auftreten, mit provozierender Hässlichkeit, mit muskelstrotzendem
Bodybuilding, Kampfsporttechniken und Kampfhunden, mit sprachgewaltreicher
Rap- Musik voller Menschenverachtung (siehe Floskeln wie „motherfucking“
oder „bitch“), mit Zuschlagen oder mit Zerstören seine inneren Schwächen
zu kaschieren oder in einer misslichen Jugendbande seinen Familienersatz
zu finden und mit dem Mut, Hakenkreuze an Synagogenwände zu malen, eine
hohe Rangordnungspositition in ihr zu erobern. Mit der Stärkung des Selbstwertgefühls,
mit dem Ermöglichen von Erfolgserlebnissen und dem Aufbau der Schlüsselqualifikation
Konfliktfähigkeit durch das Zur-Verfügung-Stellen von zahlreichen Verhaltensalternativen
werden junge Menschen gestärkt, und zwar jeweils in Bezug auf das Überwinden
von Täter-, Opfer- und Zuschauerrolle, damit sie bei äußerer oder innerer
Not nicht nur so reagieren, wie Mama, Papa, andere Verwandte und Bekannte,
die Mitglieder der Jugendbande in ihrer Nachbarschaft oder ihre Bildschirmhelden
es stets tun, sondern wie wir alle es letztendlich wünschen, nämlich angemessen
und hilfreich, also vorbildlich. „Totreden“ ist schließlich besser als „Totschlagen“,
sagt Michael Heilemann in der Jugendanstalt Hameln, in der junge Gewalttäter
per Konfrontation mit ihren Taten auf dem „Heißem Stuhl“ Argumentieren statt
Zuschlagen lernen. Eingebettet wird dieses Vorgehen oft noch wie in norwegischen
Schulen in eine aktive Höflichkeitserziehung oder wie in einigen deutschen
Schulen in Verträge, die mit einzelnen Jugendlichen geschlossen werden und
die zum Glück von den jungen Menschen häufiger, als von Kritikern vermutet,
eingehalten werden: Sie verzichten im Falle von Unwohlsein in der eigenen
Haut und bei Niederlagen bzw. Versagenserlebnissen fortan durchweg auf Aggressionen.
Wenn der Eindruck wächst, wir würden stetig mehr zu einer Wegschau- oder
Nur-Gaff-Gesellschaft werden, dann hat das allerdings nicht unbedingt etwas
mit einer vermeintlichen Zunahme von schlechten Charakteren zu tun. Einige
Zeugen von Gewalt haben Angst, sie würden selbst bedroht werden, zu Schaden
kommen oder später nachteilig zur Rechenschaft gezogen werden. Andere fühlen
sich ohnehin schon durch die vielen kleinen Lebenswelten eines einzigen
Tages derart stark überfordert, dass sie gerade auf der Straße und in öffentlichen
Verkehrsmitteln „dichtmachen“, also nur noch selektiv wahrnehmen und vieles
von dem dennoch Wahrgenommenen sofort verdrängen. Wieder andere vertrauen
darauf, dass in unserem Staat alles irgendwie arbeitsteilig geregelt ist,
dass es Polizei, Schwarze Sheriffs, Hilfsdienste, kampfsport-kompetente,
stärkere, jüngere oder belastbarere Mitmenschen oder Mitreisende geben würde,
die ein eigenes Einmischen, Eingreifen oder Sich-Kümmern entbehrlich erscheinen
lassen. Einige Zeitgenossen denken als Egoisten ohnehin nur an sich, machen
in jeder Situation eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf und fragen sich bloß:
„Was bringt es mir, wenn ich jetzt helfe?“ Dann gibt es diejenigen, die
gelernt haben, das gesamte Leben lediglich per Bildschirm und Printmedien
als Zaungast Revue passieren zu lassen, die die Welt nur passiv konsumieren,
die nie selbständig handeln mussten und deshalb auf einen Gewaltakt in der
S-Bahn reagieren, als säßen sie im Kino. In dem Maße, wie in den vielen
kleinen Lebenswelten eines einzigen Tages, also im Gedrängel der öffentlichen
Verkehrsmittel, im Stau auf dem Weg zur Arbeit, im Großraumbüro, in der
Schlange vor der Kasse im Supermarkt, in der Charterflughalle auf dem Weg
in den Urlaub und in den multimedial vernetzten Wohn- und Schlafzimmern
immer höhere Reizdosen auf den einzelnen Menschen einströmen, die er nicht
mehr allein verarbeiten kann, ist er geneigt, mit sozialem Rückzug gegenzusteuern
und sich entlastende Freiräume zu schaffen, in denen er niemandem mehr Rechenschaft
schuldig ist. Was dabei auf andere wie bloße Ichbezogenheit oder gar wie
Autismus wirkt, steht jedoch vielfach nur für ein hilfloses Bemühen um Balance,
also um ein inneres Gleichgewicht gegenüber von außen kommenden oder auch
nur vermuteten Überforderungen. Und das ist der Grund, warum Soziologen
heute von der Zunahme der „Singularisierung“, der Vereinzelung in unserer
Gesellschaft sprechen, die die Trendforscher „Cocooning“ also das Bedürfnis,
einen Kokon um sich zu bauen, nennen. 37 Prozent der deutschen Haushalte
sind bereits Single-Haushalte, in Hamburg sind es 49 Prozent, in München
gar 54 Prozent. Diese Singles sind nicht unbedingt einsam, sie wollen aber
wenigstens einige Stun- den am Tag allein sein, niemandem Rechenschaft schuldig
sein, wenn sie die Wohnungstür hinter sich zumachen, um nur noch Musik zu
hören, am besten ganz laut, um ihr inneres Gleichgewicht zwischen den vielen
Reizüberflutungen wiederzufinden und um ihre rechte Hirnhälfte in der „linkshirnigen“
Beschulungs- und Verwaltungswelt, in der es an Musischem, Ästhetischem,
Kommunikativem, Emotionalem, Taktvollem, Kreativem, und (Mit) Menschlichem
mangelt, direkt und damit kompensatorisch pflegen zu können.
Mittlerweile lässt sich schon auflisten, was man gegen Gewalt tun kann
und was sich an manchen Stellen in Deutschland präventiv oder auch „reparierend“
bewährt hat:
- Wir brauchen in den Kindergärten und Grundschulen ein „Frühwarnsystem“,
damit sich andeutende neurogene Störungen nicht zu schweren Verhaltensstörungen
auswachsen, die später nur noch mit einem Vielfachen an Aufwand und
mit graduell geringem Erfolg therapiert werden können.
- Präventionsräte in vielen Städten sind bemüht, alle mit Kindern und
Jugendlichen befassten Institutionen so zu vernetzen, dass Hilfe eher
greift und spätere Sanktionsmaßnahmen seltener vorkommen müssen. Jugendbeauftragte
der Polizei und Präventionslehrer an Schulen, aber auch Familienhelfer,
Straßensozialarbeiter und Gemeinwesenarbeiter stehen dafür.
- In Norwegen hat man ein Unterrichtsprinzip „Höflichkeitserziehung“
geschaffen; mit gutem Erfolg werden Lehrer dort fortgebildet, häufig
„bitte“ und „danke“ zu sagen und die Schüler morgens per Handschlag
zu begrüßen und nachmittags zu verabschieden. • In vielen deutschen
Schulen werden mittlerweile mit den Schülern „Klassenregeln“ als Verhaltensregeln
erarbeitet und ausgehängt oder Verträge mit einzelnen schwierigen Schülern
oder ihren Eltern geschlossen („Verhaltensbündnisse“ als „Pakte des
Vertrauens“).
- In der Jugend(straf)anstalt Hameln hat Michael Heilemann ein „Anti-
Aggressivitäts-Training“ entwickelt, das als „Coolness-Training“ auf
dem „Heißen Stuhl“ jugendliche Mehrfachtäter von eingefahrenen Reaktions-
weisen bei Konflikten per Konfrontation mit ihren schlimmen Taten befreit
und ihnen Verhaltensalternativen für brenzlige Situationen unter dem
Motto „Totreden ist besser als Totschlagen“ zur Verfügung stellt.
- Mit dem „Täter-Opfer-Ausgleich“ wird dem Täter vor Augen geführt,
was er angerichtet hat; er wird zum Mitleiden mit dem Opfer und seinen
Angehörigen sowie zu einer eigenen Ausgleichsleistung, also zur „Wiedergutmachung
aus Überzeugung“ geführt, außerdem wird ihm vermittelt, wie er künftig
auf andere Weise seinen Frust kanalisieren kann.
- Mit der „Werteerziehung über Dilemmata“ in Nordrhein-Westfalen wird
jeder schulische Konflikt noch einmal per Rollenspiel veranschaulicht;
es wird dann gefragt, was Täter, Opfer und Zuschauer hätten stattdessen
tun können; die Vorschläge der Schüler werden danach in Diskussionen
bewertet und die angemessensten erneut über Rollenspiele so eintrainiert,
dass sie späterhin als Verhaltensalternativen für Krisen zur Verfügung
stehen.
- Mit der Ausbildung der größten an Gewaltszenen beteiligten Gruppe,
nämlich den Zuschauern, zu „Streitschlichtern“ oder „Konfliktlotsen“,
die nicht mehr nur gaffen oder weggucken, wird in Niedersachsen die
Fähigkeit des sich Einmischens geschult.
- In schulischen Opferschutzprogrammen wird jungen Menschen beigebracht,
wie man sich je nach Situation angemessen wehren, behaupten und durchsetzen
kann, ohne Opfer zu werden.
- Nach New Yorker Vorbild hat die Hamburger Justizsenatorin Lore Maria
Peschel-Gutzeit einen Modellversuch gestartet, in dessen Rahmen jugendliche
Straftäter das „Knast“-Leben einige Stunden oder einen Tag lang hautnah
miterleben, um abgeschreckt zu werden. Die Erfahrungen aus New York
belegen allerdings, dass viele Jugendliche zunächst tatsächlich geschockt
sind, aber nach wenigen Tagen diese gut gemeinte anschauliche Deutlichkeit
schon wieder verdrängt haben. Alle diese Maßnahmen sind gegenüber einem
Teil der Kinder und Jugendlichen durchaus wirkungsvoll. Ihr Erfolg hängt
wesentlich von den Persönlichkeiten der beteiligten Pädagogen und von
der jeweiligen Individualität des mit diesen Maßnahmen bedrängten jungen
Menschen samt seiner Vorgeschichte ab. Im übrigen setzen sie mehr an
Symptomen an und beginnen zumeist erst, wenn „das Kind bereits in den
Brunnen gefallen ist“, also viel zu spät. Während schon uns Erwachsenen
die Orientierung in einer zunehmend komplexen wertepluralen Gesellschaft
voller Meinungsvielfalt außerordentlich schwer fällt, ist für kleine
Kinder der Weltbildaufbau, das Hineinwachsen in eine stimmige Normen-
und Wertewelt noch ungemein viel schwieriger. So wie unsere Zeit heute
ist, müssen wir bereits kleinen Kindern beibringen, wie man das denn
macht, wenn man ein Problem hat. In dem Maße, wie das Kind nicht gelernt
hat, angemessen aus einer Krise, aus einem Konflikt herauszukommen,
ist es ihm sonst zu schwierig, direkt auf das Problem zuzugehen; Ausweichen
ist dann leichter, und für dieses Ausweichen bietet sich dann entweder
Gewalt oder Sucht oder Krankheit an.
Peter Struck: "Mobbing, Gewalt, Sucht und Krankheit" Prof. Dr. Peter
Struck ist Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg. Im Carl
Hanser Verlag, München, ist sein Buch „Vom Pauker zum Coach“ erschienen.
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