Pädagogische und Generelle Konzepte

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Es gibt einige deutsche Konzepte dafür, wie Hausunterricht a) pädagogisch und b) politisch realisiert werden kann.

Die immer noch gängige (Un-)Pädagogik nach der 68-er Kulturrevolution mutet oft ruinös und auch selbstzerstörerisch für die Gesellschaft an. Ihre fatale Wirkung und der allgemeine Erziehungsnotstand kann eigentlich nur durch eine Rückbesinnung auf die Grundwerte und auf die Förderung stabiler Familien aufgehalten werden.

"Bei all dem Wehgeschrei über den Zustand der Bildung wird ein Bildungsort, vielleicht der wichtigste überhaupt, häufig vergessen oder nur gestreift: Die Familie" Daniel Goeudevert, Der Horizont hat Flügel, 2001

In der deutschen Nachkriegsgeschichte waren vom Gesetzgeber pädagogische Konzepte nur mit Schulhof und Klassenzimmer denkbar. Angesichts der Weiterentwicklung im deutschen pädagogischen Bereich und auch im europäischen Vergleich und vieler Lern- und Hirnforschungsergebnisse (z.B. durch Prof. Dr. Dr. Spitzer oder Prof. Dr. Gerald Hüther) ist es längst Zeit für eine alternative Privatschulform ohne konservative Genehmigungsbeschränkungen, indem künftig der Begriff "Privatschule" seine dringlich notwendige Erweiterung erfährt.

Der Verein "Schulbildung in Familiennitiative e.V." hat sich zum Ziel gesetzt, verantwortungsvolle Familien und eigeninitiative Schulbildung zu fördern. Die Mitglieder setzen sich für einen wesentlichen Beitrag von ehrenamtlich arbeitenden Eltern bei der Kinder- und Jugendbildung ein. Gezielt sollen Teile des Unterrichts in enger Kooperation von Lehrern mit Elternteilen veranstaltet und auch direkt in den Elternhäusern ermöglicht werden.

In Anlehnung an die weltweit stark wachsende Bewegung wird dies meist "Homeschooling" genannt. Die Nationen um uns herum und weltweit fördern oder zumindest respektieren es, wenn verantwortungsvolle Eltern die Erziehung und Bildung ihrer Kinder mitunter selbst in die Hand nehmen. Manchmal "wacht" der Staat dort über die erbrachte pädagogische Leistung, die sich selbstverständlich sehen lassen kann. In den englischsprachigen Ländern der Welt kommt dem Homeschooling eine immer größere Bedeutung als subsidiäres Ergänzungsprogramm zu, sowohl im Hinblick auf die Staatskasse als auch vor allem auf die Effizienz. In den USA bei-spielsweise gibt es zudem einen mittlerweile gigantischen Markt für Schulmaterial und Medien für offiziell angegebene 1,7 Millionen Schüler, die ohne Klassenzimmerpflicht in natürlicher Umgebung lernen.

Über 20 Jahre Erfahrungen mit Homeschooling in anderen demokratischen Ländern zeichnen - bei allen anfänglichen Bedenken - ein durch repräsentative Studien belegtes positives Bild. Warum sollte nur in Deutschland ein Konzept nicht möglich sein und funktionieren, was sonst fast überall seit Jahren geachtet und von heute auf über 3 Millionen geschätzten Hausschülern praktiziert wird?

Mit Homeschooling als eine Art Ganztagskonzept wird Lernen wieder zum Lebensstil für die Familie.

In Deutschland selbst führt diese Bewegung indes noch ein Schattendasein. Durch das Fernschulmaterial beispielsweise der deutschen fernschule e.V. in Wetzlar oder das des ILS in Hamburg gibt es bereits auch für deutsche Schulkinder staatlich anerkanntes Homeschooling, unverständlicherweise allerdings nur, sofern es im Ausland stattfindet. Die dort erbrachten überdurchschnittlichen Ergebnisse bezüglich Leistung und sozialer Kompetenzen (Soft Skills) könnten durch die zusätzlichen deutschsprachigen natürlichen Bildungsmöglichkeiten im Inland noch weiter verbessert werden.

Es gibt zunehmend mehr Familien, die sich ebenfalls Homeschooling in Deutschland wünschen. Als Resonanz auf diese Website (www.homeschooling.de) bekommen wir immer wieder und immer öfter Zuschriften wie die folgende:

"...Ich bin eine deutsche Mutter, die mit einem Amerikaner verheiratet ist. Wir sind wegen der immer schlechteren Situation in den deutschen Schulen nach Amerika gezogen, wo ich meine Tochter und meinen Sohn zu Hause unterrichte, teils auf Deutsch, teils auf Englisch. Es tut mir leid, dass man sein Heimatland verlassen muss, damit man die Freiheit geniessen kann seine Kinder so zu erziehen, dass sie einmal ihr ganzes Potential erreichen koennen. Es ist wirklich an der Zeit fuer Deutschland sich an den Rest der Welt anzuschliessen, unserem Lande zu Gute. Vielen Dank fuer Ihre Arbeit in dieser Hinsicht..."

Der deutsche Bildungsmarkt könnte durch flexiblere Auslegung der Schulpflichtgesetze bereichert werden. Elternteile, die sich explizit der Familienarbeit widmen wollen, könnten zu Hause einer großen verantwortungsvollen Aufgabe nachgehen, die gesellschaftlich wieder ins rechte Licht gerückt und eigentlich staatlich honoriert werden sollte. Das Ansehen und die Bedeutung von Familie würde auch in Deutschland wieder einen größeren Stellenwert einnehmen. Die Freiheit für Kinder, in idealer und natürlicher Umgebung zu Hause lernen zu dürfen, die seit 1939 durch das "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule" endgültig abgeschafft wurde, würde heute international für respektvolle Anerkennung sorgen. Individualität, Flexibilität, kulturelle Traditionen und ein verbesserter Zusammenhalt der Generationen wären weitere gesellschaftspolitische Vorteile, die uns Menschen in Deutschland zunehmend verloren gehen und durch momentane Reformwünsche in Richtung "pauschale Ganztagsschulpflicht" und "Schulpflicht ab 3" für einige Familien konterkariert werden. Gute Familienpolitik darf nicht nur bedeuten, Eltern zu unterstützen, die ihre Kinder ganztägig abgeben wollen oder müssen. Gute Schulpolitik muss auch die Elternteile unterstützen, die sich ganztags um ihre Kinder kümmern wollen. Schon lange maßt sich das staatliche Schulsystem die Exklusivkompetenz für Erziehung und Bildung an. Mit welcher Selbstverständlichkeit hat z.B. die staatliche Schulaufsicht gegenüber dem Erziehungs- und Unterrichtsrecht der Eltern den für das Lernen so günstigen Vormittag für sich allein in Anspruch genommen, wo doch mit keiner Silbe in den Länderverfassungen ein Recht dazu abzuleiten wäre? Wenn hingegen, wie selten genug, sich engagierte Eltern die Aufgabe der Erziehung und Bildung wieder zur Chefsache machen wollen, werden sie kategorisch als unqualifizierte Hinterweltler oder nach Möglichkeit gerne auch als religiös-fundamentalistische Randgruppe abgelehnt. Diese Eltern lehnen in keiner Weise die hehren, staatlichen Erziehungs- und Bildungsziele ab. Man kann ihnen ebensowenig vorwerfen, keine Ahnung von der Realität und den tatsächlichen Effekten und dem Ergebnis in unseren Schulen zu haben.

Die Möglichkeiten von Schulen, ihren Gebäuden und Einrichtungen muss natürlich nach wie vor erhalten bleiben und auch ausgebaut werden. Dennoch scheint es für eine kleine Minderheit von intakten Familien angezeigt zu sein, eine fakultative Entlassung von schulpflichtigen Kindern in den Hausunterricht zu gewährleisten, wie es auch in den anderen europäischen Staaten (wie z.B. Finnland, Tschechien und Österreich, die bekanntlich in den PISA-Studien in der Regel besser als Deutschland abgeschnitten haben) praktiziert wird, wenn die Eltern nachweisen können, dass der Bildungspflicht in geeigneter Weise nachgekommen wird. Damit würde Deutschland seine eigentümliche, ja selbstherrliche Sonderstellung, die es hinsichtlich der staatlichen Schulpflicht innerhalb des geeinten Europas einnimmt, aufgeben.

Dadurch folgt die Ermöglichung einer dem Kind angemessenen Sozialisation (Kind - Familie - Gesellschaft), wie sie in einer intakten Familie erst hervorkommen kann. Staatliche Schulen mögen in gewissen Grenzen bei verwahrlosten Kindern Einfluss auf Formen fehlgeleiteter Sozialisation ausüben, können aber nicht die Kompetenzen eines guten Elternhauses überbrücken oder der Garant für das Wohlergehen von Kindern sein.

Das Elternrecht nach den Grundsätzen eines freiheitlichen demokratischen Staates würde gestärkt (Subsidiaritätsprinzip), indem die Eltern eine größere Wahlmöglichkeit für den Bildungsweg ihres Kindes eingeräumt bekommen und so ihrer "Gesamtverantwortung" (BVerfGE 34, S. 165ff.; BVerfGE 59, S. 360ff.) genügen können

Die staatliche Schulaufsicht im Sinne von Art. 7 GG würde gewährleistet bleiben, da der Leistungsstand und der Lernzuwachs transparent und überprüfbar bleiben.

Da bei dem von uns geforderten Modell einer Privatschule zur Erfüllung der Schulpflicht wesentlich weniger finanzieller Aufwand zur Erreichung des Erziehungs- und Bildungszieles nötig ist als bei Regelschulen in Verbindung mit heute notwendig gewordenen Nachhilfestunden am Nachmittag, ergibt sich, nebenbei bemerkt, ein beachtliches Sparpotenzial für die öffentliche Hand.

Einer drohenden Gefahr der Verwahrlosung von Kindern wird durch eine allgemeine Schulanmeldepflicht genügend Rechnung getragen.

Es ist wichtig, dass der Leistungs- und Lernwille unserer Kinder erhalten bleibt und angemessen gefördert wird, auch bei einseitig Begabten sowie Hoch- und Minderbegabten. Das geschieht am effektivsten durch individuelle Betreuung und Förderung. Homeschooling ist jahrgangsübergreifend und begabungsunabhängig, und ermöglicht genügend Begegnungen mit anderen Kindern und vielen die Entwicklung fördernden Erwachsenen.

Wie bei dem vom o.g. Verein getragenen (und staatlich bisher nicht anerkanntem) Homeschooling-Projekt kann durch regelmäßigen Gemeinschafts-"Unterricht" (wöchentlich in Form von Projekten, Unterrichtsgängen, Erkundungen usw.) auch die Sozialkompetenz bewusst gefördert, Erziehung zur Staatsbürgerschaft ermöglicht und eine "Absonderung" oder "Nischenbildung" verhindert werden.

Examinierte Lehrkräfte sind in diesem Konzept ehrenamtlich oder entgeltlich angestellte Berater, Supervisoren und pädagogisch-fachliche Ansprechpartner für Eltern und Schüler, z.B. bei wöchentlich stattfindenden Lerngruppen oder bei der Leistungsbeurteilung.

Durch aktive Vereinsarbeit haben die beteiligten Kinder bereits im Vorschulalter sprachliche Kompetenzen, sowie Team- und Gemeinschaftsfähigkeit erlangt, die über das gewöhnliche Maß hinausragen. Damit öffnen sich unsere Kinder aber auch über innerfamiliäre Grenzen hinaus zu anderen Familien und hin zum Gemeinwesen.

Es bleibt sicherlich zu weiter zu erörtern, inwieweit die prinzipiell richtige Schulpflicht wie in den meisten anderen Industrienationen der Welt (konkret z.B. Finnland, Norwegen, Dänemark, Irland, England, Österreich, Schweiz, Niederlande) als eine Bildungs- oder Unterrichtspflicht statt Klassenraumzwang gesehen werden kann und auch, welche Rolle die Schulbehörde als Aufsichtsinstanz im Detail einnehmen soll und kann.

Es gibt einige deutsche Konzepte dafür, wie Hausunterricht a) pädagogisch und b) politisch realisiert werden kann.