Kurzinfo - Schulfreie Bildung

Ausgabe: 7

Liebe Freunde der Bildungsfreiheit und Interessierte,

für das neue Jahr 2008 wünsche ich Ihnen und Euch alles Gute, Gesundheit und den Erfolg, dem Ziel der Bildungsfreiheit für Minderjährige näher zu kommen.

Die Rechte und Freiheiten des Einzelnen, die das deutsche Grundgesetz gegenüber dem Staat, der Regierung und der mehrheitlichen Gemeinschaft garantiert, werden mittels Empörung über tragische Einzelbeispiele immer weiter ausgehöhlt. Dennoch sollte man auf das Recht pochen, dass die Bildung Minderjähriger wieder ohne staatliche Einengung und Einflussnahme gewährt wird wie in jedem anderen entwickelten Land. Mögliche Zwischenziele auf dem Weg könnten eine richtige(Privat-)Schulautonomie, ein ordentliches Fernschulwesen oder auch nur die Straf- und Verfolgungsfreiheit im Falle der schulfreien Bildung sein. Das Grundgesetz jedenfalls ließe alle diese Selbstverständlichkeiten, die es bis zur Zeit der Nazis sogar in Deutschland gab, dem Wortlaut nach zu.
Ich denke, dieses Jahr muss der staatliche Schulzwang gebührend geächtet werden. Er kann Bildung nicht zuträglich sein. Er benachteiligt viele Kinder und ganze Familien in ihren Situationen. Manchen schadet er sogar. Und er wurde in seiner heutigen Form durch Hitler manifestiert und über teilweise gleichlautende Gesetzestexte in den späteren Bundesländern etabliert. Ich bin davon überzeugt, dass kein Staat der Welt weder Bildungs- noch Erziehungsgewalt haben sollte. Besonders nicht unser Land.

Beste Grüße,
Jan Edel

03.01.2008

 
 

Kurzfristige Termine

Das Bundesverfassungsgericht hat überraschend der Verfassungsbeschwerde der Familie Neubronner gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe für das Verwaltungsgerichtsverfahren stattgegeben. Der entsprechende Beschluss des Bremer Verwaltungsgerichts wurde für verfassungswidrig erklärt und aufgehoben. Gleichzeitig hat sich die Familie Neubronner entschieden, mit den Kindern Deutschland dauerhaft zu verlassen, nachdem die Bremer Bildungssenatorin Jürgens-Pieper laufend neue Zwangsgelder erhebt. Das Verfahren vor dem OVG Bremen wird insbesondere vor dem Hintergrund des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts fortgeführt.
 
Über diese und weitere aktuelle Entwicklungen im "Fall Neubronner" soll auf einer Pressekonferenz kurz vor der Abreise der Familie Neubronner berichtet werden. Die Familie Neubronner wird dort für Fragen zur Verfügung stehen.
 
Die offene Pressekonferenz findet statt:
Montag, den 7. Januar, 10.00 Uhr in den Räumen der Anwaltskanzlei Dr. Fuchs, Schönigt + Partner, Meyerstr. 4 (Ecke Buntentorsteinweg) in 28201 Bremen.
 
Der Veranstalter erbittet kurz Mitteilung über Teilnahme und ob mit oder ohne Kamerateam an westerholt @die-rechtsanwaelte.com.
Wiederholung der TV-Dokumentation vom 5.09.2004:
Immer Schulfrei, 50 min, am Freitag, den 4.1.2008 um 11:10 Uhr bei "Arte"
Eine Dokumentation der Ilona Grundmann Filmproduction
 
 
 

Einige interessante Links

Rupprecht gegen Monopole von Privatschulen
Brandenburgs Schulminister Rupprecht (SPD) kann offenbar den "Vormarsch" von Privatschulen nicht verschmerzen. Er meint, ein Privatschulwesen "widerspräche dem Verfassungsauftrag, jedem Schüler in jedem Bildungsgang in erreichbarer Nähe ein staatliches Angebot zu machen". Daher möchte er jetzt rechtlich prüfen lassen, ob die Gründung von Privatschulen nicht einfach untersagt werden könne. Auch sollen wegen der sparbedingten Zusammenlegung und Zentralisierung von Schulen die zumutbaren Höchstgrenzen für Schulwege angehoben werden. Eine Entfernung zur nächstbesten Schule von 90 Minuten sei doch zumutbar. Im Klartext hieße das aber mindestens 3 Stunden Schulweg ohne freie Wahl des Schulkonzepts. An freie Bildungskonzepte ist nicht zu denken.
Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1198883032136.shtml


Bildung - Die Schicksalsfrage der Nation
Von Walter Wüllenweber

"Deutschland steckt alle Kraft in den Sozialstaat. Doch das reicht nicht. Geld zu verteilen schafft keine Gerechtigkeit. Sozialen Fortschritt gibt es nur, wenn wir endlich mehr Bildung wagen." ...
"An den Schulen ist die finanzielle Situation katastrophal. Klassenräume werden fast prinzipiell von Eltern gestrichen. Fördervereine erbetteln jedes Jahr rund 100 Millionen Euro für die Renovierung der vor sich hin gammelnden Schulgebäude. 85 Prozent aller Schulen haben nicht mal eine Bibliothek." ...
"Ergebnis: Ein Fünftel der 15-Jährigen kann nicht richtig lesen und nur ansatzweise rechnen. Von denen, die es zu einer Lehrstelle schaffen, bricht rund ein Viertel die Ausbildung wieder ab. Studenten sind da übrigens nicht besser: Abbrecherquote 25 Prozent. Bei der Produktion von Bildungsaussteigern und Bildungsversagern gehört Deutschland zur internationalen Spitzengruppe." ...
Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/:Bildung-Die-Schicksalsfrage-Nation/605971.html


Klagen über deutsche Jugendämter
Klage der NGOs (Nichtregierungsorganisationen) über die deutschen Jugendämter im Europäischen Parlament
Quelle und Film: http://video.google.fr/videoplay?docid=-8877786064054699744

Jugendämter in Deutschland haben keinerlei Fachaufsicht. Dieser Umstand ist wie der strafbewehrte Schulzwang eine Hinterlassenschaft der Nazis. Kinderklau, also wohlgemeinte, aber rechtswidrige Verbringung Minderjähriger in Psychiatrie und Kinderheim, ist die mögliche und recht häufig auftretende Folge. Neben Fällen wie Tom Schmidt in Meppen(beschrieben im letzten Zeit-Magazin Leben auf den Seiten 20-28) trifft es dabei auch absolut integere Familien wie z.B. die von Melissa Busekros in Erlangen.

Mike Huckabee beliebter US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
Über zehn Jahre förderte er als Gouverneur von Arkansas "das so genannte" homeschooling.
Quelle: http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/meinung_und_debatte/meinung_und_debatte/?sid=d31bb9b35acf5c693820a61cd5cb8138&em_cnt=630686


Kindergartenpflicht in Zürich
Im Schweizer Kanton Zürich soll der Kindergarten obligatorisch werden. Rechtliche Basis sei eine Vorziehung der Schulpflicht ab 2008/2009
Quelle: http://www.reticon.de/news/kindergarten-in-der-schweiz-obligatorisch_2022.html
 
 

Neues von Neubronners

„Wären wir die Bremer Stadtmusikanten, würden wir sagen: ‚Lasst uns ins EU-Ausland gehen – etwas Besseres als in Bremen finden wir überall!’“

Am Montag, 7.1.2008 verlässt Vater Tilman Neubronner mit den beiden Kindern Moritz und Thomas die Bremer Heimat. Der durch die massiven Drohungen der Behörde erzwungene Schulbesuch der Kinder im Dezember (siehe http://bildungsfreiheit.blogspot.com ) hat Kinder und Eltern nochmals darin bestärkt, diesen Schritt jetzt zu tun. Mutter Dagmar Neubronner bleibt in Bremen, um den Verlag weiterzuführen und in der Hoffnung, dass die Familie sich bald wieder hier vereinen kann.

Die Klagen und Beschwerden vor dem Bremer Oberverwaltungsgericht auf das Recht der Neubronner-Kinder, auch in Bremen frei zu lernen, laufen weiter. Der Bremischen Bürgerschaft liegt bereits eine Petition vor, alle Zwangsmaßnahmen bis zur endgültigen gerichtlichen Entscheidung auszusetzen. Nach einer positiven Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes könnte die Familie dann die im letzten Schuljahr erfolgreich erprobte Kooperationslösung fortsetzen.

Zuversichtlich stimmt Neubronners, dass das Bundesverfassungsgericht ihrer Beschwerde stattgegeben hat: Der Beschluss des Bremer Oberverwaltungsgerichtes, der Familie aufgrund „mangelnder Erfolgsaussicht“ Prozesskostenhilfe für ihre Klage auf das Recht ihrer Kinder zum freien Lernen zu verweigern, war verfassungswidrig und ist aufgehoben. Trotz dieser Erfolge versucht die Familie derzeit, ihr Haus zu verkaufen. „Zwei vollständige Haushalte in verschiedenen Ländern können wir uns nicht leisten.“

Was die Familie besonders ärgert:

„Bekanntlich leben derzeit in Bremen Tausende Dauer-Schulschwänzer ohne jede Bildung zu Hause praktisch unbehelligt – wir als engagierte Eltern von nachweislich bestens gebildeten und sozialisierten Kinder werden mit völlig überzogenen, existenzvernichtenden Zwangsmitteln aus dem Lande gedrängt, ohne dass die Behörde auch nur den Ausgang der juristischen Klärung abwartet. Die Begründung, sonst würden auch weniger engagierte Eltern das Recht auf Homeschooling in Anspruch nehmen, ist völlig abstrus – diese Eltern nehmen sich ja bereits jetzt heraus, das Recht ihrer Kinder auf Bildung zu missachten, und kommen damit durch. Diesen Kindern sollten die Bemühungen der Bildungssenatorin gelten, anstatt Bremen und Deutschland international der Lächerlichkeit preiszugeben durch das Verweigern einer zeitgemäßen und erfolgreichen Bildungsform, die weltweit immer mehr Familien begeistert.
Es steht für uns völlig außer Zweifel, dass auch in Deutschland wie im Rest der EU die Bildungsfreiheit letztlich kommen wird. Bremen hat die Chance, wenigstens innerhalb Deutschlands noch Vorreiter statt Schlusslicht dieser dringend notwendigen Öffnung zu einer vielfältigen Bildungslandschaft mit staatlichen Schulen, Privat- und Bekenntnisschulen und frei lernenden Kindern zu werden. Diese Chance wurde bis jetzt offenbar noch nicht erkannt – schade!“

Derzeit verlassen zahlreiche weitere Familien mit frei lernenden Kindern das Land, die meisten in aller Stille. Ihnen stehen sämtliche Länder der EU offen – schon gar nicht wird Homeschooling irgendwo sonst kriminalisiert und verfolgt wie in Deutschland. Der Familie Neubronner liegen Einladungen aus mehreren Ländern der Europäischen Union vor.
 
 

Einige Leserechos

Guten Tag, eine gute Bekannte hat mich auf Sie aufmerksam gemacht, mit dem Hinweis, daß sie nicht weiß, ob Sie mir in meinem speziellen Fall helfen können: Ich bin alleinerziehende Mutter eines schwerstbehinderten, 5 Jahre alten, Mädchens.Meine Tochter leidet u. a. unter einer schweren Epilepsie, die durch Stressituationen meist extrem verschlechternd beeinflußt wird. Zudem hatte sie bereits viele Bronchitiden und Lungenentzündungen. Ende 2009 müßte sie eingeschult werden. Ich bin mir sicher, daß das meiner Tochter nicht gut tun würde, ja ihr sogar schaden würde, wenn sie täglich für viele Stunden von zu Hause getrennt würde. Sozialisierung- das Hauptargument der Schule und Therapeuten- wäre nach meinen Erfahrungen zu Hause in gewohnter Umgebung - viel schonender , unter Berücksichtigung der Gewohnheitsstrukturen meiner Tochter möglich, bzw. überhaupt zu gewährleisten. Für etwaige Infos bin ich Ihnen sehr, sehr dankbar.

Wie schütze ich mein Kind vor der staatlichen Bildungsmisere, wie vor Mobbing und Gleichmacherei.
Unser Sohn hat sich durch eine grenznahe Schule mit euregionalem, "fortschrittlichem" Bildungsangebot - in der es ein unüberschaubares Regelwerk zur ständigen Repression gab - genauso abgestoßen gefühlt, wie in einer Schule, in der 1. und 2. Schuljahr in einer Klasse unterrichtet werden und die dem Erstkläsler die Möglichkeit gibt, im dritten Schuljahr weiterzumachen, aber weder Leistungskontrolle noch Leistungsmotivation kennt und sich der Verrohung des Umgangs miteinander nicht gewachsen sieht. Seit Längerem überlegen wir unsere drei Kinder zuhause zu unterrichten, die eigene Schulbildung und gewonnene Lebenserfahrung dürften den über das Lehrplanniveau hinausgehende Fragen unserer Kinder eher befriedigen.
Sehr geehrte Damen und Herren, unser Sohn ist hochbegabt und hat Wahrnehmungsstörungen. Zur Zeit wird er in der 5. Klasse eines Gymnasiums nicht gefördert sondern von Lehrern und Schüler gemobbt. Wir denken an Homeschooling. Geht das im Gymnasium und wie am besten?
... Es ist so, dass wir auch gerne Homeschooling machen möchten, aber nicht alleine. Wir würden uns gerne mit anderen Kindern und Eltern treffen, daher hätten wir gerne etwas Auswahl. Auch würden wir dies gerne OHNE Gerichte, Strafen etc. machen wollen und suchen auch dazu ein geeignetes Bundesland....

 

 

Hinweis zu diesen Kurzinformationen

Alle diese Rundmails sind jetzt auch im Internet verfügbar und können somit jederzeit nachgelesen werden:

http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news5.htm
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news6.htm
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news7.htm (diese Ausgabe von oben)
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news8.htm (nächste Ausgabe)
und so weiter.

Die Nummer im Link ist die jeweilige Ausgabe dieser Informationen.

 
 
Impressum

Verantwortlich für den Informationsbrief ist: Schulbildung in Familieninitiative e.V.
z.H. Dipl.-Ing. Jan Edel (Vorstand)
Horringhausen 23
58513 Lüdenscheid

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