Kurzinfo: Schulfreie Bildung | |
|
Ausgabe: #40 Liebe Leser, hoch verehrte Eltern und Interessierte, hier kommen wieder relevante Berichte, Infos und neue Links der letzten
Woche. Die Quellen fallen diesmal vielleicht - in mehrfachem Wortsinn -
etwas "rechtslastig" aus. |
19.09.2008 |
Allgemeine, nicht absolute Schulpflicht |
|
Endlich bestätigt ein Universitätsprofessor des Verwaltungsrechts exakt das, was wir in punkto Schulpflicht schon immer herauszustellen versuchten. In einem Beitrag in der Neuen Zeitung für Verwaltungsrecht (NVwZ 2008, Heft 7, Seite 720ff) war Prof. Dr. Reimer aus Gießen gefordert, zum Thema "Homeschooling als Option?" und zu den vier Kapitelüberschriften I. Rechtswirklichkeit, II. Rechtslage nach dem Grundgesetz, III. Bedeutung der EMRK und IV. Gestaltungsbedarf aus seiner Sicht Auskunft zu geben. Reimer gab seinem Bericht den Titel "Allgemeine, nicht absolute Schulpflicht", aus dem der Tenor ersichtlich wird. In dem sehr sachlichen, aber überaus lesenswerten Beitrag, finden sich beispielsweise folgende, von uns kommentierte Zitate: "Immerhin lassen sich nur schwer empirische Anhaltspunkte dafür finden, dass es Kindern nach familiärer Beschulung an Integrationsfähigkeit, Toleranz und Mündigkeit fehlte." (Diese Anhaltspunkte fehlen sogar für völlig unbeschulte Menschen.) "Angesichts der Verschiedenartigkeit der Motive für und der Modalitäten von homeschooling (das ja in der Regel keine Isolation der Kinder bewirkt) verbietet sich ein pauschales Urteil und insbesondere der Kurzschluss vom homeschooling auf eine Gefährdung des Kindeswohls." (Im Gegenteil, für viele Kinder in unserem Erfahrungsbereich, z.B. Down-Kinder, Hochbegabte oder Körperbehinderte, wirkt sich Schulbesuch oder gar Heimerziehung äußerst negativ aus und schmälert das Kindeswohl sogar.) ".. - liegt in der Schulpflicht doch ein höchst intensiver über Jahre dauernder Grundrechtseingriff" (Der Grundrechtseingriff liegt genaugenommen erst in dem schulgesetzlichen Anspruch für einen bedingungslosen Schulbesuch als Aufenthaltsbestimmung und für das sich Aussetzen der öffentlichen Erziehung. Allg. Schulpflicht selbst kann noch vieles bedeuten, wie wir im Ausland sehen.) "Schulpflicht ist damit, bundesverfassungsrechtlich gesehen, eine Option, keine Pflicht der Länder, erst recht keine Grundpflicht der Schüler (und Eltern) kraft Grundgesetzes." (Und selbst die kraft Länderverfassung bestehende Schulpflicht bedeutet immer noch keine Pflicht zur Inanspruchnahme von Schulen oder eine Rechtfertigung für staatlichen Zugriff auf Schüler (und Eltern).) "Diese Frage ist nicht trivial, weil die 'allgemeine Schulpflicht' des Art. 145 WRV nie absolut war und Heimunterricht keineswegs ausschloss." (Art. 145 der Weimarer Reichsverfassung war im Parlamentarischen Rat die Grundlage für Art. 7 GG) "Selbst das Reichsschulpflichtgesetz von 1938 erlaubte - trotz verstärkten staatlichen Zugriffs auf die Schüler - noch in engen Grenzen eine häusliche Beschulung (§5)." (Diese wurde in der Praxis allerdings nur den Kindern ranghoher Parteimitglieder gewährt.) "Da das Ausmaß der Schulpflicht nicht Gegenstand der Diskussionen des Parlamentarischen Rates gewesen und des Art. 7 GG geworden ist, gibt die schulimmanente Regelung des Absatzes 2 nichts für die hier interessierende Frage her. In ähnlicher Weise entfaltet auch die Privatschulfreiheit in Absatz 4 keine Sperrwirkung: denn ..." (Das Schulsystem intern sagt nichts über die Bildungsfreiheiten extern aus) "Es würde auch überraschen, wenn Grundrechtsträger, denen konkret weder der Besuch einer bestehenden noch die Gründung einer neuen Privatschule möglich ist, auf ein für sie nicht ausübbares Grundrecht verwiesen werden könnten." "Bedenken begegnen in ihrem Rahmen Argumentationstopoi wie 'Integration' und 'Vermeidung von Parallelgesellschaften', denn Freiheitsrechte schützen auch und gerade vor staatlicher Zwangsintegration; sie gewährleisten geradezu ein Recht auf Bildung von 'Parallelgesellschaften'." (gewollter Pluralismus und ein Breitenspektrum der Ideen und Einflüsse eben) "Dabei verbietet sich der häufig praktizierte Schluss vom homeschooling auf eine Gefährdung des Kindeswohls. Unzureichend gerät meist auch die Berufung auf den staatlichen Erziehungsauftrag, denn Schule kann (zumal angesichts ihrer Leistungsgrenzen) nicht als alleinseligmachender Weg zur Vermittlung sozialer Kompetenz betrachtet werden." (Die sozialen Milieus gewisser Hauptschulen zeigen auch die Leistungsgrenzen bei der Wissensvermittlung auf.) "Aus diesen Koordinaten ergibt sich ein Verständnis der Schulpflicht, das europäischer Normallage und internationalen Erwartungen eher entspricht als die bisherige Praxis in Deutschland." (gemeint ist die Praxis gegenüber der Option des Homeschooling) "Der häufig gewählte Weg der Zwangsintegration durch absolut verstandene Schulpflicht (an häufig lustlos geführten Schulen) ist verfassungswidrig und hat sich als wenig erfolgreich erwiesen. Die Anerkennung des Rechts auf familiäre Beschulung - als einer exit-Option - ist verfassungsrechtlich geboten." Ein vorangehender Aufsatz eines Mitarbeiters der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. mit gleicher Aufgabenstellung wirkt blass, subjektiv und lebt hauptsächlich von Vermutungen. In den Fußnoten findet sich keine einzige Quellenangabe zu Fachliteratur über "Homeschooling", was ja das vorgegebene Thema war. Die selbst gewählte Überschrift zu dem Aufsatz klingt für im Thema erfahrene Ohren zynisch: "Das Recht auf Schulbesuch". Alles in allem verliert sich der Autor Philipp Thurn in unbestätigten Vorurteilen aus anfänglichen, deutschen Medienberichten über christliche Fundamentalisten und in traditionsgebundenen Ring- und Fehlschlüssen, z.B. dass nur regelmäßiger Schulbesuch Bildung ausmacht. Quelle: Neue Zeitung für Verwaltungsrecht (NVwZ 2008, Heft 7, Seite 720ff), ein Link kann evtl. in Kürze zur Verfügung gestellt werden. |
Interessante Links zu Bildungsfreiheit |
| Die Freie Bildung Rede anläßlich des ersten Bundestreffens der Libertären Plattform in Sachen Bildungsfreiheit ... Ich fasse in Sachen Schulpflicht zusammen: Selbst wenn man anerkennt, daß der Mensch es sich schuldet, sich am Leben zu erhalten oder sich gar zu bilden, so kann es eine Schulpflicht nicht geben – und eine staatliche schon gar nicht. Die Gründe noch einmal auf den Punkt gebracht: • Lernen als Erkenntnis gewinnen ist keine Handlung • Schule ist eine Methode, kein Wert • Beschulung ist keine gute Methode • Unterricht ist nur ein Teil von Bildung • Staatliche Schulen sind unfrei Eine staatliche Schulpflicht könnte es also
nur geben, wenn All dies ist nicht der Fall. Und deshalb gibt
es keine Schulpflicht. ... |
Literatur, Studien und Termine |
|
Schule - allenfalls Platz zum Aufwärmen Internationaler Tag der Bildungsfreiheit: Schauplatz Wien ... Nach einer knappen inhaltlichen Einführung von Rahim Taghizadegan, der einen historischen Überblick über die kontinuierliche Einschränkung der Bildungsfreiheit gab und mit einem Plädoyer für Bildungsverantwortung schloß, stellten sich vier Praktiker der Bildungsfreiheit den Fragen des Publikums. ... Anja Krohmer erzählte, warum sie Deutschland verließ und in Österreich gewissermaßen Asyl suchen mußte. ... Michael Kleinbichler erzählte von seiner Initiative, gemeinsam mit anderen Eltern eine Naturkindergruppe zu gründen, die Stadtkindern ein Aufwachsen in der Natur ermöglicht. ... Mag. Christina Partsch erzählte von ihrer Erfahrung mit einem ihrer Söhne, der angeblich an „Schulphobie“ litt. Die Pädagogin kam vollkommen unvermittelt dazu, Bildungsfreiheit zu praktizieren, also volle Bildungsverantwortung für ihren Sohn zu übernehmen. Plötzlich fand sie sich vor der Entscheidung, ob sie dem auf sie ausgeübten Druck seitens der Schulen und Behörden nachgeben und ihren Sohn in die Klinik einweisen lassen sollte. Dort würde er von den Eltern isoliert und mit Psychopharmaka von seiner „Schulphobie“ „geheilt“. ... Eva Jelken schließlich faszinierte durch die Geschichte ihrer ungewöhnlichen Kindheit in einer ungewöhnlichen Familie. Evas Eltern waren stets der Massengesellschaft kritisch gegenüber eingestellt und bauten mit gleichgesinnten Familien eine autonome Siedlung auf. ... Quelle und mehr: Institut für Wertewirtschaft am 16.09.2008 Diplomarbeit: Das Kindeswohl als Entschweidungskriterium im Jugendamt ... Zitate aus Kap. 7, Ergebnis und Ausblick: Das Ergebnis der Arbeit ist überraschend: Das Kindeswohl als Entscheidungskriterium in der Sozialarbeit im Jugendamt gibt es genau genommen weder bei der Ausübung des staatlichen Wächteramtes noch bei der Bewilligung von Hilfen zur Erziehung: Dort, wo Entscheidungskriterien für die Ausübung des Wächteramtes entwickelt werden, geht es nicht um Kindeswohl, sondern bestenfalls um die Abwehr von Kindeswohlgefährdungen. ... Historisch ist das Problem in der Auseinandersetzung um die Definitionsmacht über das Kindeswohl zwischen Staat und Bürger entstanden. Im Nationalsozialismus hat ein totalitärer Staat diese Definitionsmacht tendenziell vollständig an sich gerissen und die Eltern als Erziehungsinstanz entmündigt. ... Entscheidungen zum Kindeswohl sind nicht ohne die Eltern als exponierte Beziehungspersonen, von denen die Kinder nicht nur emotionell, sondern elementar in ihren Entwicklungsmöglichkeiten abhängig sind (Was die Eltern straft, straft auch das Kind, selbst wenn es sich um „schlechte“ Eltern handelt.), überhaupt denkbar. Einhaltung der Elternrechte und der Datenschutz sowie die mündige Einbeziehung der Eltern in den Hilfeprozess sind maßgeblich für Entscheidungen im Sinne des Kindeswohls. So bedeutet die Wahl der „am wenigsten schädlichen Alternative“ bei Vormundschaftsverfahren eine Entscheidung zum Kindeswohl, den Kindern die bestehenden Beziehungen zu ihren psychologischen Eltern zu erhalten. Darüber hinaus stellen Goldstein u.a. klar, dass weder Mitarbeiter des Jugendamtes noch die anderen beteiligten Spezialisten für das Kind die Eltern ersetzen können und sich davor hüten müssen zu entscheiden oder zu handeln, als wären sie die „besseren Eltern“. Damit würden sie den „Kampf ums Kind“ mit den Eltern eingehen und Dramen, wie einleitend beschrieben, erst ermöglichen. ... Es waren vier Quellen, die ein Misstrauen der Eltern gegenüber dem Jugendamt rechtfertigen, festzustellen: Erstens gab es im Nationalsozialismus den Versuch, die Definitionsmacht über Kindeswohl staatlichen Interessen zu unterwerfen; zweitens stellt das Verhältnis Jugendamt zu Bürger ein Machtgefälle dar; drittens gibt es keine zuverlässigen Kriterien von Kindeswohl, an denen sie sich orientieren könnten; und viertens stellt das diagnostische Verfahren eine Entmündigung der Eltern dar. ... Nimmt man das Ergebnis der Arbeit ernst, so sollte man sich nichts vormachen: Entscheidungen für Fremdunterbringungen, die vom Sozialarbeiter unabhängig vom Willen der Beteiligten getroffen werden, sind im Grunde genommen keine Entscheidungen zum Kindeswohl, sondern Entscheidungen zur Abwehr von Gefährdungen des Kindes. Und dieser Unterschied ist nicht so gering, wie man vielleicht annehmen mag. ... Quelle: Diplomarbeit "Eine Untersuchung der Bedingungen für Kindeswohl" 3/2000 Freiheit für/durch die Schulen am 20./21. September 2008 auf Schloß Freudenberg, Wiesbaden Samstag um 19.30 Uhr: Vortrag “Freiheit für die Schulen” von Ingo Krampen Sonntag Seminar 9 Uhr bis 13 Uhr mit Beitrag “Freiheit durch die Schulen” von Kurt Wilhelmi Bei diesem Treffen haben wir Ingo Krampen zu Gast. Er ist Mitbegründer von effe, dem Europäischen Forum für Freiheit im Bildungswesen. Das effe konnte u.a. dazu beitragen, daß in einer Reihe von Ländern die Schulgesetze freiheitlicher gestaltet wurden. Ingo Krampen wird aus dieser Arbeit berichten und in seinem Vortrag “Freiheit für die Schulen” auch die ideellen Gründe dieser Arbeit beleuchten: - Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Schulen frei
arbeiten können? Am Sonntag im Seminar wird Kurt Wilhelmi mit dem Beitrag “Freiheit durch die Schulen” die Frage beleuchten, welche Impulse von freien Schulen und Hochschulen ausgehen können, welche Rolle sie für die zukünftige Gestaltung der Gesellschaft spielen. Information + Anmeldung: Regine Radke, Tel./Fax 03643-494146 Buch: Bindung stärkt - Emotionale Sicherheit für Ihr Kind - der beste Start ins Leben Die Natur hat vorgesorgt: Das Bedürfnis des Kindes nach Geborgenheit, emotionaler Sicherheit und zuverlässigem Kontakt ist ein biologisch verankertes Grundbedürfnis, das mit einem ebenfalls verankerten “intuitiven Elternprogramm” verknüpft ist. Doch viel zu oft lassen sich Eltern von äußeren Einflüssen verunsichern, statt ihrem Gefühl zu vertrauen. Dieses Buch stärkt ihre ureigene Kompetenz und zeigt ihnen, wie sie kindliche Signale besser wahrnehmen, verstehen und feinfühlig auf sie reagieren können. 1. Auflage 2008, 160 Seiten, Broschur ISBN: 9783466345212, EUR 14,95 Quelle: Kösel-Verlag Anm: Angesichts solcher Erkenntnisse oder auch derer von Dr. Neufeld ("Unsere Kinder brauchen uns") bleibt es völlig unverständlich, warum die aktuelle Bildungspolitik Ganztagsprogramme für pädagogisch wertvoll vorgibt, statt gerade heraus, wie in Finnland, sich zu Wahlfreiheit und Elternengagement zu bekennen. |
Parabel/Story/Kurzweil |
|
DER KLEINE ADLER IN DER
WIEDERKÄUERSCHULE Die Weisheit, das rechte Maß zu finden hatten aber erst ganz Wenige. Den übrigen sah man ihre tierische Herkunft noch an: einige sahen dem Adler ähnlich, andere dem Löwen und wieder andere dem Stier. Erst im Lauf der Jahre nahmen die Menschen ihre heutige Gestalt an, aber in ihrem Inneren sahen sie so verschieden aus wie vorher. Die Weisen, die schon das rechte Maß gefunden hatten, wurden das Vorbild und die Führer der anderen. Damit die Menschen niemals ihre Aufgabe vergessen würden, meißelten sie aus großen Steinen das Abbild ihres Wesens: Die Sphinx; mit einem Menschengesicht, Löwenbrust, Stierleib und Adlerflügeln. Aber immer noch sind nur wenige den ersten Weisen nachgefolgt.... . I Der kleine Adler spürte, dass der Lehrer unsicher wurde und fragte darum schnell: „Was lernen wir denn sonst in der Schule?" Viele nützliche Dinge!" antwortete der Lehrer. „Zum Beispiel Rechnen, Lesen, Singen und fremde Sprachen aus weit entfernten Ländern." Der kleine Adler staunte. Das sollte nützlich sein? „Warum soll ich eine fremde Sprache lernen, wenn ich doch nicht in dieses weit entfernte Land komme?" fragte er. „Vielleicht kommst du später einmal dorthin," belehrte der Lehrer ihn. „Dann kannst du dich dort verständigen." Später? Ja, dann hat das mit dem Lernen wohl auch Zeit bis später! dachte der kleine Adler. Warum sollte er mit Dingen seinen Kopf vollstopfen, für die es jetzt keine Anwendung gab? II Diese Schüler waren Herrn Hornochs die liebsten, denn sie fragten nicht viel und waren dankbare Zuhörer. Auch über die drei kleinen Löwen in der Klasse konnte Herr Hornochs sich freuen. Sie waren gute Schüler und jeder von ihnen hatte seine Anhänger und Schützlinge unter den Kälbchen. Sie entfachten zwar gelegentlich Streit und Unruhe, sorgten aber auch für Recht und Ordnung. Nur mit den beiden kleinen Adlern hatte der Lehrer seine liebe Not. Sie wollten einfach nicht stillsitzen und zuhören! Wenn er der Klasse etwas über fremde Länder erzählen wollte, krähte mindestens einer von ihnen: „Da war ich schon. Darüber weiß ich mehr als du!" Die kleinen Kälbchen blickten erstaunt auf. Soviel hatten ihre Kameraden schon von der Welt erfahren? Einige begannen heimlich, die kleinen Adler zu bewundern. Andere guckten böse. Sie wollten lieber hören, was Herr Hornochs sagte. III Die anderen kicherten. Herr Hornochs wurde rot und ärgerte sich. IV Als er nach einer Weile wieder hereinflog und sich auf seinen Platz setzte, bemerkte das der Lehrer. „Wo warst du?" fragte er streng. „Draußen auf den Nussbäumen!" sagte der kleine Adler stolz. „Ich habe alle Nüsse zusammengezählt!" „Wenn du rausgehen willst, musst du vorher fragen, das ist nur in dringenden Fällen erlaubt." wies ihn der Lehrer zurecht. „Auf dem einen Baum sind 487 Nüsse und auf dem anderen 512!" beeilte sich der kleine Adler zu sagen. „Das sind zusammen 999!" „Walnüsse hin oder her!" schimpfte der Lehrer. „Wir rechnen hier nur
mit Haselnüssen und auch nur bis 20!" Der kleine Adler schwieg erstaunt.
Schätzte der Lehrer etwa seine Rechenkünste nicht? „Was ist los?" fragten die anderen. „Warum lachst du?" „Herr Hornochs sieht so lustig aus von hinten! Hahaha!" Nun lachten fast alle, aber der Lehrer lief rot an und wurde sehr böse. „Du ungezogener Bengel, bleibst du wohl auf deinem Platz sitzen und bist still!" brüllte er. Der kleine Adler erschrak. Hatte er etwas falsch gemacht? Er wollte doch nur ein bisschen Spaß haben und die anderen aufheitern, die mit stumpfsinnigen Gesichtern über ihren Aufgaben brüteten. Der Unterricht war wahrhaftig fad genug und er dachte, auch dem Lehrer täte eine kleine Aufheiterung gut. Kränken oder erzürnen wollte er ihn ganz gewiss nicht! Aber der Lehrer verstand keinen Spaß! Nach dem Unterricht packte er den kleinen Adler roh am Flügel und zog ihn den Gang entlang bis zum Zimmer des Direktors. Oberstudiendirektor Dr. Kast saß hinter seinem großen Schreibtisch und blickte über den Rand seiner Brille. Der kleine Adler sah den Direktor neugierig an, während Herr Hornochs sich über ihn beklagte. „Bist du ein Löwe oder ein Stier?" entfuhr es ihm, noch bevor Herr Hornochs seine Rede beendet hatte. Dem Direktor schwoll die Zornesader auf der Stirn. „Was fällt dir ein?!" brüllte er los. Der kleine Adler schrak zusammen. „Sperren Sie ihn eine Stunde lang ein!" befahl der Direktor nun Herrn Hornochs. „Dann kann er über seinen Ungehorsam nachdenken! Als die beiden draußen waren, wischte sich Herr Dr. Kast den Schweiß von der Stirn. „Hoffentlich hat Herr Hornochs nichts bemerkt!" dachte er. Er verwandte nämlich jeden Morgen große Sorgfalt darauf, seine beiden abgesägten Hornstümpfe unauffällig unter der Löwenperücke zu verbergen. Nur dadurch hatten die anderen Lehrer Respekt vor ihm. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie ihn als ihresgleichen erkennen würden! Er würde seine Macht verlieren, ohne die er so hilflos war, denn als Stier war er außerordentlich klein geraten… VI Der kleine Adler grübelte. Zerbiss den Stift….. Faltete einen Flieger aus dem Papier… . Die Zeit verging unendlich langsam. Er betrachtete das Muster auf der Tapete. Man konnte die wundersamsten Gestalten darin entdecken, wenn man nur innerlich ein paar Striche hinzufügte. Warum nur innerlich?… Flugs hob der kleine Adler die Reste des zerbissenen Stiftes auf und ergänzte die fehlenden Linien. Es entstand in Windeseile das Gesicht des Direktors, der Lehrer und anderer bekannter Personen auf der Tapete. Der kleine Adler war so vertieft in sein großes Werk, dass er gar nicht bemerkte, wie die Türe aufging. Ein rasendes Gebrüll erhob sich und der kleine Adler fühlte sich am Hals gepackt und geschüttelt. Den Inhalt des Gebrülls konnte er nicht verstehen, so erschrocken war er!… Noch Tage nach diesem Vorfall konnte der kleine Adler seine Flügel nicht bewegen und keine Nahrung zu sich nehmen. Er fühlte sich halbtot und sein Kopf war wie ausgeleert. Ganz still saß er jetzt im Unterricht auf seinem Platz. Und der Lehrer lobte ihn dafür. VII Herr Hornochs allerdings fand keinen Gefallen daran, dass der kleine Adler es nicht lassen konnte, seine Entdeckungen lauthals preiszugeben und seine großartigen Einfälle sofort in die Tat umzusetzen. „Wenn du uns immerzu störst, müssen wir dir die Flügel stutzen und die Füße zusammenbinden!" drohte er eines Tages. Der kleine Adler erschrak zutiefst. Konnte sein Lehrer wirklich so grausam sein? Weinend kam er nach der Schule zu Hause an und klagte seiner Mutter sein Leid: „Mama, ich will nie wieder in die Schule gehen! Huhuhuhu…" Empört machte sich die Adlermutter auf den Weg zu Herrn Hornochs. „Verstehen Sie nicht, dass mein Kind ein Adler ist und kein Wiederkäuer? Adler brauchen anderes Futter als Kälber! Sie leben anders und lernen anders!" „Adler hin oder her!" brummte Herr Hornochs. „Bei uns wird gegessen, was auf den Tisch kommt und gelernt, was der Lehrer sagt. Da gibt’s keine Ausnahme!" „Aber es geht doch gegen seine Natur!" rief die Adlermutter verzweifelt. „Natur hin oder her! Wenn seine Natur ihm im Wege ist ein ordentlicher Schüler zu sein, muss man diese Natur eben ändern! Wir werden ihm die Flügel stutzen und die Füße zusammenbinden!" Die Adlermutter erschrak. Konnte der Lehrer wirklich so grausam sein? Oder konnte er nur deshalb die Adlermutter nicht verstehen, weil er selber niemals geflogen war? Herr Hornochs begann ihr leid zu tun. Er sah ja immer nur ein ganz kleines Stück von der Welt - und immer dasselbe! „Möchten Sie nicht gerne einmal die Welt von oben sehen?" fragte sie nun einfühlsam und hilfsbereit. „Ich könnte versuchen, Sie ein kleines Stück mitzunehmen." Herr Hornochs indes lehnte dieses Ansinnen empört ab. Fliegen?! Das war doch viel zu gefährlich! Na, wenn schon die Mutter so leichtsinnig ist, dachte er bei sich, wie soll dann aus dem Kind was Rechtes werden? VIII Die Klassenkameraden sahen mit Genugtuung zu, wie dem kleinen Adler die Flügel gestutzt wurden. Nun brauchten sie nicht mehr neidisch zu sein, dass er fliegen konnte und sie nicht. Bald waren alle Kälbchen bessere Schüler als der kleine Adler. Doch er konnte immer noch nicht lernen wie ein Wiederkäuer. Aber ein richtiger Adler war er jetzt auch nicht mehr!… Erst viel später begegnete er einem alten, weisen Adler, der ihm das Fliegen wieder beibrachte und ihm alle Künste und Weisheiten der Adler lehrte. Der kleine Adler, der jetzt schon groß geworden war, lernte schnell und begierig viele Geheimnisse der Welt kennen, von denen kein Wiederkäuer etwas ahnte, selbst Herr Hornochs nicht. Immer noch konnte er es nicht lassen, seine Entdeckungen und Erfindungen lauthals preiszugeben. Aber jetzt schalt ihn niemand mehr dafür. Alle blickten voll Bewunderung und Dankbarkeit auf den kleinen, großen Adler. © Christiane Feuerstack, hier veröffentlicht mit ihrer freundlichen Genehmigung |
Schulversagen |
|
Warnzeichen: Unkonzentriert, überdreht, traurig Behinderte Kinder vernachlässigt In Berlin-Reinickendorf finden Eltern von Kindern mit Down-Syndrom keine Schule für ihre Kinder. ... Keiner der Grundschulen erklärte sich bis heute bereit, diese Kinder aufzunehmen. Seit über einem Jahr versuchen Eltern von Kindern mit Down-Syndrom eine Schule für ihre Kinder zu finden ... Claudia Schirocki von der Selbsthilfegruppe 3mal21. "In letzter Zeit entnehmen wir den Medien, dass Kinder vermehrt von ihren Eltern vernachlässigt werden. Dies werfe ich den Reinickendorfern Schulen vor." Quelle: www.3mal21gleich-down-syndrom.de Warum Schule krank machen kann Schwalbe 15.09.2008 20:21 Themen: Soziale Kämpfe Wenn man den Suchbegriff ' Schule macht krank' eingibt, stößt man bei Yahoo auf 4.340.000 !!! Suchergebnisse. Über das Problem wird seit Jahren von diversen Medien berichtet und da die Berichte nicht enden wollen, geht man das Problem anscheinend nicht genügend an. Schule kann sowohl die Kinder, als auch die Lehrkräfte krank machen. ... Quelle: Indymedia am 15.09.2008 Anm.: Einer aktuellen Studie mit repräsentativer Befragung zufolge müssen im existierenden System 60% der Kinder wegen Problemen mit Lehrern im versagen. Weitere 30% der Schüler geben Probleme mit Mitschülern an. „Anne Will“ Setzen, sechs! Wir lieben die Individualität und bekämpfen sie mit Schule. Ein Bildungsabend der Merkwürdigkeiten. ... Schule, so scheint es, ist das zuverlässigste System, Kindern die Freude am Lernen auszutreiben. ... Lehrfach „Hartz IV“ - Ideologie als Spurenelement - Mehr Konkurrenz! Quelle: Focus am 15.09.2008 Alarmierende Zahlen Rund 100 000 Schulschwänzer in NRW In Nordrhein-Westfalen gibt es unter den 2,8 Millionen Schülern rund 100.000 Schulschwänzer. Wie das Schulministerium in Düsseldorf auf ddp-Anfrage mitteilte, können etwa 50.000 Schüler als «Regelverweigerer» eingeschätzt werden. In etwa gleich groß ist die Zahl der «Gelegenheitsverweigerer» oder «Schwänzer» an Nordrhein-Westfalens Schulen. Rund 230.000 Schüler empfinden die Schule nach Ministeriumsangaben «als nutzlos und suchen, ihr zu entrinnen». ... Quelle: koeln.de am 13.09.2008 |
Leserechos |
|
Sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank für Ihre
sehr informative Website! |
Hinweis zu diesen Kurzinformationen |
| Alle diese Rundmails sind im Internet verfügbar und
können somit jederzeit nachgelesen werden: http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news39.htm (letzte Ausgabe) http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news40.htm (diese Ausgabe) http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news41.htm (nächste Ausgabe) und so weiter. Die Nummer im Link ist die jeweilige Ausgabe dieser Informationen. |
| Impressum |
|
Verantwortlich für den Informationsbrief ist: Schulbildung in
Familieninitiative e.V. |
|
Anmeldemöglichkeit |
| Wenn Sie diesen Infobrief nicht direkt erhalten haben aber dies gerne regelmäßig wollen, senden Sie bitte eine E-Post an info@homeschooling.de mit dem Betreff BITTE INFO oder klicken Sie hier. |
| Abmeldemöglichkeit |
| Um sich vom Infobrief abzumelden senden Sie bitte eine Mail an info@homeschooling.de mit UNSUBSCRIBE im Betreff oder klicken Sie hier. |