Kurzinfo - Schulfreie Bildung | |
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Ausgabe: 4 Liebe Freunde der Bildungsfreiheit und Interessierte, zum Wochenende und zu Beginn einer (hoffentlich) besinnlichen Adventszeit wünscht Ihnen und Euch wieder viele Grüße und alles Gute Ihr und Euer Jan Edel |
01.12.2007 |
Wachsende internationale Solidarität |
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Die internationale Empörung über die Kriminalisierung des schulfreien Lernens in Deutschland wächst. Gestern am 30. November fand vor der Deutschen Schule in Pretoria (Südafrika) eine Protestkundgebung statt. In Südafrika war Homeschooling zu Zeiten des Apartheid-Regimes verboten und wurde 1996 von der neuen Regierung unter Nelson Mandela erlaubt. Die genaue Anzahl frei lernender Kinder in Südafrika ist nicht bekannt, da hier keine Kontrolle stattfindet, man schätzt ca. 100.000. Auf der Homepage http://www.bremen-memorial.org/ wird unter Hinweis auf den Bremer Fall der Familie Neubronner zu Protesten aufgerufen. Die Südafrikanischen Homeschooler empören sich besonders darüber, dass deutsche Kinder in Südafrika in eigenen deutschen Schulen und Kindergärten "parallel" zur afrikanischen Gesellschaft gebildet werden und ihnen das Homeschooling vom Auswärtigen Amt empfohlen wird, deutsche oder südafrikanische Familien in Deutschland hingegen mit Hinweis auf die Gefahr von "Parallelgesellschaften" zum Schulbesuch gezwungen werden sollen. |
Neuer Artikel (unveröffentlicht) |
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Prämiert
in Kanada – hier Sorgerechtsentzug Homeschooling. Das kennen Sie, werden Sie sagen. „Kindern das Gemeinschaftserlebnis Schule vorzuenthalten, sie abzuschotten von der Welt und nur mit den eigenen Ideen zu infiltrieren, ist falsch. Kinder haben ein Recht auf Schule, auf Klassenfahrten und auf Gemeinschaftserlebnisse.“ Solche Sätze sind richtig, verfehlen aber das Thema. Dieser Eindruck musste entstehen, als die Medien anfingen, über einige spezielle Fälle der Schul- und Unterrichtsverweigerung oder religiösen Eifer in Deutschland zu berichten. Nach vielen Jahren eingehender Beschäftigung mit den Lernbedingungen der verschiedenen Arten der nicht an Institutionen gebundenen Bildung habe ich einen wesentlich differenzierteren Blick gewonnen. In diesem Artikel sollen einige geistige Barrieren beleuchtet werden, die die Legalisierung von Homeschooling in Deutschland behindern. Zunächst allein dieser Anglizismus, der vielen ein Dorn im Auge ist. Viele Versuche wurden unternommen, den weltweit
eingebürgerten Begriff „Homeschooling“ in die Sprache eines Landes zu
übersetzen, in dem Schulpflicht als Schulzwang herrscht. Warum neue Bildungsansätze? Es gibt doch Schulen. Das Phänomen des Homeschooling hat viele
Wurzeln. Dass es – wie übrigens auch in Schulen – Erwachsene gibt, die
ganz bestimmte Entwicklungen ablehnen oder gefördert sehen wollen, soll
nicht verleugnet werden. Sicherlich reflektieren manche, gern einseitig
ausfallende Berichte über Eltern, die einzelne Unterrichtsinhalte wie z.B.
Evolutionslehre oder Schwimmen ablehnen, einen Teil der nicht zu
leugnenden Wahrheit über die Hinwendung zu einer Form des Homeschooling in
Deutschland. Wesentlich plausiblere Motive für Homeschooling gibt es en
masse. Waren es in Flächenländern wie USA, Kanada oder Australien die
räumlich schwer erreichbaren Institutionen, wird es z.B. mittlerweile auch
in Deutschland immer schwieriger, eine finanziell und räumlich gut zu
erreichende Schule des Vertrauens zu finden. Zunehmende Sparzwänge,
konsequente Schulzusammenlegungen, die als Gemeinschaftsschulen getarnt
und angepriesen werden, oder auch dramatisch schwindende
Bevölkerungszahlen wie in Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern führen
zwangläufig zu anonymen Lehranstalten, die keiner Kindheit mehr würdig
sind. Zum Erhalt hoher Motivation bedarf es Vertrauen. Menschliche Nähe und starke Beziehungen sind der Schlüssel zu sinnstiftendem und erfolgreichem Lernen. Positive emotionale Bindungen zu erwachsenen Bezugspersonen können in Schulen immer weniger geboten werden. Aber beim Homeschooling sind es Initiativen oder einzelne Eltern, die die notwendige Zeit ihren Kindern persönlich zu geben bereit sind. Kinder behalten ihr Interesse, ihre Lernfreude und die natürliche Neugier. Viele Kinder und Jugendliche könnten in ihrer Reifung sehr profitieren, wenn sie Möglichkeiten der nicht (immer) an Institutionen gekoppelten Bildung mit ihnen nahestehenden Erwachsenen hätten. Selbst in Formen des Homeschooling, in denen kein bißchen Unterricht gegeben wird (keine Angst, gelernt wird manchmal umso mehr) verbergen sich laut internationalen Studienergebnissen Chancen für sehr gute Bildung, womit hier allgemein psychosoziale, charakterliche wie auch akademische Fähigkeiten gemeint sind. Die prekäre Lage des öffentlichen Schulsystems, in der sich übrigens auch die relativ wenigen Privatschulen befinden, ist, Kindern nicht ausreichend Spielraum und natürliche Lebenswelt bieten zu können. Es ist einfach eine völlig andere Art zu Lernen und sich zu entfalten, wenn man nicht für Lehrer und Klassenarbeiten am nächsten Tag lernt, sondern für sich und sein Leben (motivierende, individuelle und anregende Bezugspersonen vorausgesetzt). Nun zu den Inhalten. Was Bildung einmal war, wissen wir. Was aber bedeutet Bildung heute? „Ehrfurcht vor Gott zu wecken“, wie es die Gründungsmütter und -väter noch in die Präambel der nordrhein-westfälischen Verfassung schrieben, ist als „das höchste Erziehungsziel“ längst passé. Wer also bestimmt, was gute Erziehung und Bildung ist? Wer definiert, was sie zu sein hat? Immer weniger Bedeutung kommt der reinen Wissensvermittlung zu. Soziale Verantwortung und je nach regierungsamtlichem Gusto ökologisches Bewusstsein und politisches Interesse sind wichtig. Jedenfalls wertfrei und „objektiv“ soll Bildung, ergo Schule sein. Eine andere Quelle für Bildung kann und darf es aus Gründen der Gerechtigkeit für gleiche Startbedingungen nicht geben. Diese soll kostenfrei sein – ist sie längst nicht mehr. Schulgeld und Nachhilfe verschlingen bare Mittel – von Fahrtkosten ganz zu schweigen. Und Spaß soll Schule machen – im kritischen Alter zusammengerechnet sogar 40 Sunden die Woche lang. Eltern wie Staat hätten gerne sozial verantwortliche, mündige neue Bürger, die fähig werden, selbstbestimmt ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Kinder werden selten gefragt – wollen all das aber in der Regel ganz von allein, wenn Mama oder Papa es vormachen können. Im Anhang befindet sich der zweite und dritte Teil dieses Artikels. Wer hilft, ein Magazin oder ähnliches zu finden, der diesen Artikel auflagenstark drucken möchte? |
Homeschooling-Familien für Filmbeiträge gesucht |
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Ein unabhängiges Filmteam sucht für eine Reportage über häuslichen Unterricht für den Sender RTL eine Homeschooling-Familie, die bereit wäre, sich an der Reportage zu beteiligen. "Im Auftrag von RTL möchten wir im Mittagsmagazin „Punkt 12 XL“ in einer achtminütigen Reportage über andere Schulformen berichten." Interessierte Familien wenden sich bitte an: Dorothea Prestin Fon: 0049 - (0) 30 - 30 88 13 38
Eine Fernsehjournalistin ist für die Produktionsfirma WestCom
Storyline mit Sitz in Dortmund tätig. Sie produzieren Beiträge für
die Sendungen "Brisant" (ARD) und "Hallo Deutschland" (ZDF). Bei ihrer Recherche zum Thema "Homeschooling" ist sie
auf unsere Homepage gestossen und sie sucht ebenfalls einen Kontakt
zu einer Familie. Lea Conradt
Die Sendung "Dellings Woche", die letzte Woche im WDR-Fernsehen
startete, möchte gerne über Homeschooling bzw. "Leben ohne Schule"
berichten. Dazu suchen sie Kontakt zu einer Familie aus
Nordrhein-Westfalen, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet. Bitte nehmen
Sie Kontakt auf. WDR Dellings Woche Mitte
September plante sie eine Reportage über verschiedene
Erziehungs-Ansätze in Deutschland. Sie möchte zeigen, "dass Eltern
ganz verschiedene Glaubenssätze, Maßstäbe und Prägungen in der Erziehung
an ihre Kinder weitergeben. Und natürlich wie das im Alltag
aussieht." Wichtig ist ihr, "keine Wertung abzugeben über die vielfältigen
Auslegungen von Erziehung" und sie will es dem Zuschauer überlassen,
welcher Ansatz für ihn sympathisch ist und welcher ihm eher fremd. "Schön
wäre es, wenn dadurch mehr Offenheit entstünde und Aufmerksamkeit für
dieses Thema." Drei
verschiedene Formen von "Familie" soll(t)en dargestellt werden.
Zum Ersten ist
eine Familie geplant, in der sehr autoritär erzogen wird. Diese Familie
besteht aus mehreren Kindern, beide Eltern sind berufstätig. Hier wird mit
Verboten und klaren Regeln gearbeitet, die Entscheidungen werden
ausschließlich von den Eltern getroffen. Dabei sollen die Kinder von den
Erfahrungen der Eltern profitieren, Richtlinien sollen befolgt werden und
zwar ohne jegliche Diskussion. Wichtig ist mir
bei dieser Form der Erziehung aufzuzeigen, woher kommen die Glaubenssätze
der Eltern, Vorteile und Nachteile der Familie im Miteinander, sowie auch
die eigene Geschichte der Eltern. Weiterhin soll
das Zusammenleben einer Familie in der Gemeinschaft/ Kommune aufgezeigt
werden. Ausführlich über ihre Arbeitsbereiche, die Gruppe und das
Miteinander erzählt werden, sowie auch Ihre Methoden und Erfahrungen in
der Erziehung. Darüber berichten, wie Kinder ohne bestimmte Macht- und
Abhängigkeitsstrukturen aufwachsen und eine Alternative zum gängigen
Konsumverhalten kennen lernen. Warum sich Eltern und Kinder für diese Form
des Zusammenlebens entschieden haben. Als dritte
Variante über eine Familie, die nicht nur die Erziehung ihrer Kinder
selbst in die Hand nimmt, sondern auch ihre Bildung. Das heißt, über
Kinder die von ihren Eltern Hausunterricht bekommen und keine der
staatlichen Schulen besuchen. Wie empfinden
Kinder und Eltern diese Situation? Warum bevorzugen sie diese Variante und
aus welchen Gründen ist diese Form der Bildung in Deutschland immer noch
so schwer durchzusetzen, obwohl sie in anderen Ländern längst zur
Normalität gehört. Das sind Fragen,
die im Zuge dieser Reportage geklärt und aufgezeigt werden
sollen. Dazu werden
Eltern und Kinder gesucht, die bereit wären sich im Rahmen dieser
Reportage einen Tag von einem Kamerateam begleiten zu lassen. Natürlich
würde mit den Beteiligten vor dem Dreh noch abgesprochen, was erzählt
werden darf und soll und wo der intime Bereich liegt, aus dem man die
Öffentlichkeit ausschließt. E-Mail: AlexandraSchliebener@XXXXXX
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BGH-Beschlüsse (Fortsetzung) |
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Für die, die es noch nicht wissen: Die Konten bei Familie Neubronner wurden heimlich, still und leise wieder freigegeben. Wie es weitergeht, ist unklar. Sorgerechtsentzug soll aber laut Richterin ohne Anhörung der Eltern nicht in Betracht kommen. In vielen anderen, weniger prominenten Fällen bewußter Schulabsenz wurden Kinder bereits dem Jugendamt zugeordnet oder es wird bewußt mit dem Sorgerechtsentzug gedroht und Verhandlungen beim Familiengericht stehen an. Wie schon vermutet, werden die BGH-Beschüsse (s. Kurzinfo #3) auch gegen nicht religiös motivierte Eltern bemüht. |
Erste Eingeständnisse staatlicher Instanzen zu Schulversagen |
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Die Senatsverwaltung für Jugend Bildung und Sport eine Empfehlung zur
Gewaltprävention veröffentlicht, http://www.sensjs.berlin.de/../empfehlungen_AG.pdf "An der Arbeitsgruppe nehmen Vertreter/innen der Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt (Federführung), der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, des Landesjugendamtes, der Bezirke, des Schulpsychologischen Dienstes, der Senatsverwal-ung für Inneres, der Berliner Polizei, der Ausländerbeauftragten des Senats von Berlin sowie Schulleiter teil." Die Herausgeber, allesamt also vom Vater Staat bezahlte
Persönlichkeiten, haben festgestellt, dass Gründe in verschiedenen
Bereichen zu suchen sind, u. a. auch in der Schule: - Leistungsdruck, Versagensängste, erfolgloses Lernen, schlechte
Zensuren, Klassenwie-derholungen, Herunterstufung in eine geringwertige
Schulform, falsche Schulform, nicht bewältigte Übergänge, Besonders interessant der folgenden Absatz zur Schulpflicht: Folgende Formulierung sollte ins Schulgesetz aufgenommen werden:
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Leserechos |
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In dieser Rubrik möchte ich regelmäßig ein oder mehrere Leserreaktionen wiedergeben
Lieber Herr Edel, aus staatspolitischer Raison ist eine allgemeine Schullpflicht, vertreten durch die Protagonisten und Rechtfertiger der Staatsmacht zur Steuerung des Denkens der Jugend (NS-Zeit, "Lufthoheit über die Kinderbetten", Krippenverpflichtung in der DDR) bestens verständlich, doch als höchstes Gut liberaler Freiheiten sollten wir die Freiheit in den Köpfen unserer Kinder verteidigen. Der deutsche Hang zur Gleichmacherei und die Angst vor Experimenten und freienm Konkurrenzkampf hat Deutschland bereits mehrfach mit Hurra an den Rand des Unterganges gebracht. Richter waren zu allen Zeiten Büttel der Macht, ihnen steht nur das recht des Volkes auf Widerstand entgegen, den in unserer Zeit, in der Machterhalt nicht mehr durch Proserität und Sozialleistungen erkauft werden kann, paßt diese Entscheidung in die in allen Lebensbereichen spürbare Ausweitung der Repression, Bespitzelung und vorsorglichen Datenspeicherung, des Ausbaues der Überwachung zur Beherrschung und Lenkung des Volkes, und insbesondere der Kinderköpfe. Die allgemeine Schulpflicht ist damit in höchstem Maße undemokratisch und gegen die bürgerliche Freiheit. In einer Zeit immer individuellerer und oftmals gebrochener Lebensläufe ist die allgemeine Schulpflicht kontraproduktiv, da sie die Kinder nicht im besten Sinne fördert und so die der Gesamtgesellschaft zur Verfügung stehenden Leistungsreserven mobilisiert, sondern bei jedem Ortswechsel bereits hohe Hürden aufrichtet. In einer Welt, in der Flexibilität und Mobilität im Rahmen der globalen Vernetzung an Bedeutung noch weiter gewinnen werden, ist sie damit auch wirtschaftlich hemmend, da sie nicht dazuführt, Kinder auf dieses Leben maximal und individuell nach ihrem Können und Vermögen vorzubereiten. Die rechtspolitisch erforderliche Vergleichbarkeit der Abschlüsse und Schlüsselqualifikationen ließe sich in bundeseinheitlichen und bundesweiten Prüfungen ausreichend bemessen und sichern. Mit freundlichen Grüßen Dr. Achim Walter Sehr geehrte Damen und Herren! Obwohl ich immer wieder auf unsere Schwierigkeiten bei der Beschulung
unserer Kinder hinwies, wurde unsere Familie lediglich mit Trennung und
Ordnungsgeld bedroht und durch die Schule denunziert. Guten Tag, wir wissen keinen Rat mehr, möchten Ihnen einfach von unserer Situation Kenntnis geben. Ob vor Ort noch eine Einigung erfolgt, kann ich noch nicht abschätzen. Wir haben mit einem medizinischen Problem zu tun, das belastet zusätzlich. Für Ihre bisherigen Informationen bedanken wir uns. {..} Unser Sohn hat heute Geburtstag und kann jetzt selbst mit einer Geldbuße belangt werden. Einfach unglaublich. Wer so etwas nicht selbst erlebt, glaubt es nicht... Viele Grüße |
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Alle diese Rundmails sind im Internet verfügbar und können somit jederzeit nachgelesen werden: http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news2.htm
Die Nummer im Link ist die jeweilige Ausgabe dieser Informationen. |
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