Kurzinfo: Schulfreie Bildung | |
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Ausgabe: #21 Liebe Leser, hoch verehrte Eltern und Interessierte, hier sind wieder Berichte, Infos und Links der letzen Woche, diesmal im
Zeichen der Problematik qualitativer Veränderung im deutschen
Bildungswesen. Mir scheint das Bildungswesen im Schulwesen und in
ideologisch geprägten Debatten über die beste pauschale Struktur gefangen.
Eine Schulstruktur für alle kann nicht für jeden individuelle Bildung
bieten. |
18.04.2008 |
Zwingt Kinder nicht für gute Bildung in schlechte Schulen! |
| Jan Edel zu seinem Engagement für
Homeschooling-Modelle
Herr Edel, Sie haben viele Jahre Erfahrungen mit
Homeschooling und anderen Naja, die Tatsache, dass die meisten Familien mit dem Schulsystem offensichtlich zurecht kommen oder Alternativen nicht zugelassen werden, sollte nicht heißen, dass dieses System das einzig wahre Bildungsmodell ist. Schulen werden, besonders gründlich in Deutschland, staatlich reguliert und eigentlich politisch beherrscht. Eine Schule mit speziellen, für den einen passenden Konzepten ist für die meisten anderen Schüler am Ort vielleicht eine Katastrophe. Und ganz grundsätzliche Konzepte, die eine individuelle Betrachtung der Schüler im Grunde verhindern, gelten leider für jede Schule. Ich nenne nur Stundenplan, Frontalunterricht, Aufrufen, Zeitliche Festlegungen, Praxisferne, Kategorisierung durch Noten, Gleichheitsdruck usf. Mit Schule verbinden sich also immer organisatorische Konzepte, die sich fast immer als Nachteile herausstellen müssen. Es wäre doch beruhigend zu wissen, dass uns Eltern für unsere Kinder alle Türen offen stünden, unter Umständen auch die Ausgänge und die Zugänge zu Alternativen. Warum engagieren Sie sich nicht innerhalb des öffentlichen Systems?
Dann wäre wesentlich mehr Menschen geholfen. Ist ein variantes Bildungssystem nicht immer ungerechter als
ein homogenes Schulsystem? Wird Bildung durch private Möglichkeiten wie Homeschooling nicht
der demokratischen Gestaltung entzogen? Warum außerschulische Bildung? Es gibt doch auch Privatschulen.
Gibt es nicht eine vielfältige Schulversorgung? Wenn der Staat nicht Hoheit über die Bildung haben soll, warum
sollten die Eltern sie haben? Warum können denn Ihrer Meinung nach nicht z.B. kleine
Gemeinschaftsschulen die Lösung sein? Was stört Sie am guten deutschen Schulwesen? Wie könnte eine Lösung für die Klientel aussehen, die Sie
vertreten? Die Befürworter von Bildungsfreiheit werden zwar etwas zahlreicher.
Sie scheinen aber noch weniger Erfolg zu haben als Privatschulgründer. Was
soll also Ihre Arbeit? |
Interessante Links |
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Buchbesprechung: Der talentierte Schüler und seine
Feinde Eltern proben den Aufstand: Demonstratino für "Schule mit Zukunft" ... Initiative will sich mit möglichst vielen Elterngruppen vernetzen. Bislang stehe sie mit Eltern aus mehr als 60 Städten im Südwesten in Kontakt. "Eltern haben Macht, wir müssen sie nur zusammenbringen." Die Krankenschwester freut sich auch über das Interesse von Eltern aus anderen Bundesländern. Anfragen habe es bereits aus Hessen, Bayern und Hamburg gegeben. Quelle: SZON am 18.04.2008 Mutti macht’s besser Weil es im Londoner Stadtteil Lambeth zu wenig Schulen gab, gründeten Eltern ihre eigene. Sie wählen das Personal aus und treffen alle wichtigen Entscheidungen. Der Staat zahlt. Quelle: Financial Times Deutschland am 14.04.2008 Hetzjagd auf die Marktwirtschaft Schulbücher quellen über von marktfeindlichen Irrlehren und antikapitalistischer Rhetorik. Der 1989 überwunden geglaubte Sozialismus feiert in deutschen Lehrmitteln fröhliche Urständ. Stellen Sie sich ein Deutschland vor, in dem es nur eine Zeitung gibt. Diese wird vom Staat, der den Zeitungsmarkt zwangsmonopolisiert hat, herausgegeben. Es werden dafür zahlreiche Gründe angeführt: Der „Jugendschutz“, „soziale Ungerechtigkeit“ (Reiche könnten sich teuren Qualitätsjournalismus leisten, während Arme auf die billigen Trash-Zeitungen zurückgreifen müssten) und die Gefahr der Verbreitung von Fehlinformationen. Alle vier Jahre gäbe es dann Zeitungswahlen. Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland wären aufgerufen, den Chefredakteur für die nächsten vier Jahre zu wählen, der wiederum die Inhalte der Zeitung bestimmt. Schauen Sie sich nun das real existierende Deutschland an: Es ist ein Land, in dem der Staat tatsächlich fast das komplette Bildungswesen übernommen hat. Er entscheidet einseitig über Struktur, Inhalte und Preis des staatlichen Bildungsangebots (das man aufgrund von Schulpflicht und Zwangsfinanzierung nicht ablehnen kann, weswegen man hier wohl kaum von einem wirklichen „Angebot“ sprechen kann). Alle fünf Jahre wird in den Bundesländern darüber abgestimmt, wie die zukünftige kollektive Schulpolitik auszusehen hat. Auch hier gibt es eine große gesellschaftliche Debatte darüber, wie, wie lange und vor allem was „unsere Kinder“ lernen sollen. Skurrilerweise scheint sich das Wahlvolk nur bei der Forderung nach immer höheren Ausgaben, also einem höheren Preis für Bildung, einig zu sein anstatt nach besserer und kostengünstigerer Bildung. Doch hier soll es weder um Finanzierungsfragen gehen noch um die Schulstruktur. ... Quelle und mehr: Die Welt, Debatte am 16.4.2008 Primärquelle ist ein Positionspapier der Friedrich-Naumann-Stiftung Grundschulkonzept nach 4 Jahren gerichtlicher Auseinandersetzung endlich freigegeben Die Leichtigkeit, eine Privatschule zu gründen Der HVD-Nürnberg hat sich gegen den Freistaat Bayern durchgesetzt – Bayerischer Verwaltungsgerichtshof gab heute grünes Licht für die reformpädagogische Humanistische Grundschule in Fürth. Die zuständige Regierung von Mittelfranken hat den Antrag von 2004 mit der Begründung abgelehnt, an einer solchen Schule bestünde kein besonderes pädagogisches Interesse. Gegen diesen Bescheid erhob der HVD-Nürnberg Klage vor dem Ansbacher Verwaltungsgericht – und wurde abgewiesen. Am 1. April fand die Berufungsverhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München statt. Am 16.4.2008 wurde der Tenor des Urteils bekannt: Der VGH hebt dieses Urteil und den Ablehnungsbescheid der Regierung auf und fordert von der Regierung eine Neuentscheidung, die das besondere pädagogische Interesse des eingereichten Konzepts anerkennt. ... Nun werde mit Hochdruck an den weiteren Genehmigungsvoraussetzungen gearbeitet. Auch organisatorische Maßnahmen könnten nun folgen: Räume müssten gefunden, Lehrer angeworben, Kinder und Eltern begeistert werden. Der HVD-Nürnberg ist bereits Träger von mehren Kindertagesstätten in der Region. Quelle: hpd am 15.04.2008 |
Literatur / Termine |
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"Neue Medien: Lernformen der Zukunft" Ungerechtigkeit im Schulsystem Die Friedrich-Ebert-Stiftung leistet in einem neuen Band, was die Sozialdemokraten seit Pisa vergessen haben: die Chancenungleichheit im Bildungssystem zu brandmarken. ... Am wichtigsten ist wahrscheinlich Heike Solgas Abriss über die institutionellen Ursachen von Bildungsungleichheit. Solgas Text sollte Pflichtlektüre für die Kultusminister werden. ... Zweitens berichtet Solga auch, dass selbst die Lehrpläne bereits eine Benachteiligung enthalten. In den Hauptschulen lernen 58 Prozent der Insassen nur zwei Stunden Naturwissenschaften pro Woche - an Gymnasien sind es 17 Prozent. Drittens ist es der Staat selbst, der die Karrierepfade von Haupt- und Oberschülern auseinandertreibt: aktiv - und durch Unterlassen. In Schweden, England und den Niederlanden besuchen 80 Prozent der Grundschüler eine Schule, in der es Co-Teaching für Leseprobleme gibt. Eine solche zweite Person für Stütz- und Förderunterricht bieten die deutschen Bundesländer nur in 42 Prozent der Primarstufen an. ... Quelle: taz am 15.04.2008 Demokratie und Selbstbestimmung Wie wir Bürger unser Gemeinwesen in Zukunft gestalten Bürgerkonferenz am 26. April 2008 von 9.00 bis 18.00 Uhr in Klein Jasedow Diese Tagung soll dazu beitragen, Lösungsansätze zu finden, wie ein Mehr an Demokratie, Selbstbestimmung und Bürgerbeteiligung an der Gestaltung unserer Zukunft verwirklicht werden kann. Dabei soll herausgefunden werden, wie bürgerschaftliches Engagement den Sprung in die tatsächliche politische Wirklichkeit schaffen kann, und wie konkrete Schritte in diese Richtung aussehen können. Unterstützend sind als Experten eingeladen: E.O. Müller, Bundesvorstandsmitglied Mehr Demokratie e.V. und Chefredakteur der Zeitschrift „Zukünfte“, Horst Stowasser, Gründer des „Werks Selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen (WESPE), Dr. Rasmus Tenbergen, Geschäftsführer des Institute for Leadership Development und Gerrit Wustmann, Journalist und ständiger Mitarbeiter der Kampagne für eine Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen Moderation: Johannes Heimrath Anmeldung: Nadine Knapp, 038374-75214 Weitere Informationen auf der Internetseite der EAHA: www.eaha.org Frau Monika Bormann, Landtagsabgeordnete der CDU, bittet bis 21. April unter schule(@)monika-bormann.de unter dem Motto „Macht Schule fit fürs Leben?“ Eltern, Lehrer und Kinder sich zu diesem Thema zu äußern. Bis 21. April soll über Erfahrungen aus dem Schulalltag berichtet sowie Ideen und Vorschläge eingebracht werden. Berichten Sie ihr Ihre Erfahrungen und nicht zuletzt auch die betroffenen Kinder selbst, die jeden Tag in die Schule gehen. |
Familien und Kinder |
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Der Große Bruder wird legal Stellungnahme des Deutschen Familienverbandes (DFV) zum Referatsentwurfes eines Gesetzes zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege (Kinderförderungsgesetz) Herr Stresing, Geschäftsführer des DFV hat sich hier wirklich mutig und engagiert geäußert. Sicherlich hat der Präsident des DFV, Dr. Nees, hier tatkräftig mitgearbeitet. Seine Anmahnungen und Kritik sowie Forderung nach echter Wahlfreiheit bzw. Gleichstellung der häuslichen Betreuung (700 € mindestens pro Monat an alle Eltern), sowie Subjektförderung durch betreuungsUNabhändige Förderung junger Familien ist fast schon einzigartig auf Ebene von Verbänden. Zusätzlich prangert der DFV die von der Bundesregierung eingeschlagene Kehrtwende in der Familienpolitik an. Wörtlich: "Insgesamt sieht der Deutsche Familienverband im vorliegenden Entwurf wesentliche verfassungsrechtliche, familienpolitische und ordnungspolitische Mängel, die einer sehr grundsätzlichen Kritik bedürften." Momentan scheint der DFV mit dieser Stellungnahme der einzige Verband zu sein, der sich so kritisch gegenüber der Bundespolitik äußert. Quelle: Deutscher Familienverband Weitreichende gesetzliche Änderungen im Bereich des §1666 BGB, die tief in das Leben von Familien eingreifen und gravierende Folgen haben können. Hier der geplanten Gesetzentwurf im Wortlaut zum Herunterladen: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/068/1606815.pdf |
Schul(system)versagen |
| Schulstress: Immer mehr Kinder brauchen
psychologische Hilfe 273 088 Kinder leben in Hamburg. Um sie geht es in der großen Serie „Wir Kinder in Hamburg“ – über die inzwischen die ganze Stadt spricht. Thema heute: Schule! Stress oder Spaß? Fakt ist: Durch das auf 12 Jahre verkürzte „Turbo-Abitur“ ist die Lernbelastung für Hamburgs Schüler so hoch wie nie. Was vorher in 9 Jahren gelernt wurde, wird jetzt in 8 gepresst. Die Hamburger Elternkammer warnt: „Der Druck kann psychosomatische Störungen verursachen“, sagt Vorsitzender Hans-Peter Vogeler. Die Folge: Immer mehr Kinder brauchen therapeutische Hilfe, können dem Leistungsdruck nicht standhalten! Kinderpsychiater Prof. Michael Schulte-Markwort (51): „Wir fordern von unseren Kindern immer mehr immer früher. Der Bedarf an Kinderpsychiatern ist so hoch wie nie.“ Auch die von BILD und der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebene Studie des Instituts Infratest dimap macht die Unzufriedenheit über unser Schulsystem deutlich. 68 Prozent aller Befragten fordern eine bessere Anpassung der Lehrpläne. Alarmierende 79 Prozent bemängeln zu hohen Unterrichtsausfall. Und 70 Prozent halten kleinere Klassen für sehr wichtig. Quelle: Bild am 16.04.2008 (mit Film) Pisa lässt grüßen: Kritik am deutschen Schulsystem Spätestens seit Pisa steht das deutsche Schulsystem immer mal wieder in der Kritik und wird als wenig effektiv oder sozial ungerecht bezeichnet. Der kürzlich erschienene Wirtschaftsbericht für Deutschland der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) macht da keine Ausnahme und liefert entsprechende Verbesserungsvorschläge. ... Quelle: Gesichterparty am 15.04.2008 mit Forum Blackbox Schule Warum schneiden deutsche Grundschüler international besser ab als Oberschüler? Die Bildungspolitik bleibt eine Antwort schuldig Zu den auffälligsten Ergebnissen der vielen internationalen Schuluntersuchungen der letzten Jahre gehört der Befund: „Die im internationalen Vergleich gute Position der deutschen Grundschulen“ geht auf den weiterführenden Schulen in der Sekundarstufe I verloren und „Problemlagen, die bereits in der Grundschule erkennbar sind, verschärfen sich“. ... Quelle: Tagesspiegel am 11.04.2008 Mit Handfesseln zur Schule Warmsen - Mit Gewalt musste die Polizei im Kreis Nienburg einen Grundschüler aus Handfesseln befreien. Der aus Warmsen stammende Siebenjährige habe sich die Metallfesseln selbst angelegt, während ihn seine Mutter mit dem Auto zur Schule fuhr, teilte eine Polizeisprecherin am Freitag mit. Dabei brach der Schlüssel ab. Da alle Befreiungsversuche der Mutter und anderer Helfer vergeblich waren und das Kind bereits in Tränen ausgebrochen war, wurde die Polizei zu Hilfe gerufen. Einem Beamten gelang es schließlich, die bereits stark verbogenen Handschellen mit einer Zange zu knacken und das Kind so zu befreien. Vielleicht wollte der Schüler gar nicht zum Unterricht. Quelle: Die Welt online am 12.04.2008 Gastkommentar: Deutschlands Schüler sind ahnungslos und stolz darauf Deutsche Schüler lernen kaum etwas über Marktwirtschaft, Wachstum und Verteilung. Das bereitet politischen Scharlatanen den Boden - und besiegelt Europas Niederlage im globalen Wettbewerb. Quelle: Financial Times Deutschland am 15.04.2008 |
Leserechos |
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Aus dem Plädoyer eines OWIG-Bußgeldverfahrens,
das dann glücklicherweise eingestellt wurde: Zur Situation von Homeschooling-Familien, die bei Behörden bekannt sind: Einige Verfahren um schulfreie Bildung wurden eingestellt oder ausgesetzt. Manche Familien werden schlicht in Ruhe gelassen. Wenige Familien dürfen Homeschooling offiziell praktizieren und in zwei mir bekannten Fällen gibt es die schulministerielle Genehmigung, ohne dass die üblichen Schulausnahmetatbestände (wie Transportunfähigkeit) vorliegen. Aktuelle Medienbeiträge in Vorbereitung: Presse- und Radiorecherchen um Homeschooling laufen zur Zeit beim BBC London, BBC Radio4 (Learning Curve), Financial Times London und München, Bild London, MDR Berlin, Bayrischer Rundfunk (Bayern2 Radio), BBC Berlin und Arte London. |
Hinweis zu diesen Kurzinformationen |
| Alle diese Rundmails sind im Internet verfügbar und
können somit jederzeit nachgelesen werden: http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news20.htm (letzte Ausgabe) http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news21.htm (diese Ausgabe) http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news22.htm (nächste Ausgabe) und so weiter. Die Nummer im Link ist die jeweilige Ausgabe dieser Informationen. |
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