Kurzinfo: Schulfreie Bildung

Ausgabe: #20

Liebe Leser, hoch verehrte Eltern und Interessierte,

hier sind wieder Berichte, Infos und Links der letzen Woche.
Wieder einmal stehen die politischen Vorgänge in Punkto "Kindeswohl in staatlicher Bestimmung" im Vordergrund. Ich habe den Eindruck, dass wenn jetzt nicht deutlich mehr Menschen dagegen aufstehen, Eltern zum Wohle ihrer Kinder sehr bald nichts mehr selber zu verantworten haben. Statt mit dem Rückbau des Schulzwangs wird dieser von regierungsseiten immer weiter und in alle Richtungen ausgedehnt.

Trotz aller Alarmsignale einen schönen Gruß,
Jan Edel

11.04.2008

 
 

Dem Staat auf die Finger (sc)hauen, Teil II

Dein Kind ist nicht Staatseigentum
Von Thomas A. Bowden (engl. Original)
Erschüttert durch einen Sturm der Kritik durch die ganze Nation hat das Gericht in Los Angeles, das Homeschooling in Kalifornien für illegal erklärte, einer Revision im Juni zugestimmt. ...
Kalifornische Gesetzgeber wären aber berechtigt, dieses richterliche Verbot zu verordnen, weil sie ein vermeintlich soziales Ungleichgewicht befürchteten, wenn man "jeder Person erlaubt, seine eigenen Standards der Menschenführung zu machen, bei der die Gesellschaft als Ganzes ein wesentliches Interesse" habe.
"Erlauben"? Mit welchem Recht vermutet die Regierung dir zu "erlauben" (oder in diesem Falle zu verbieten), deine eigenen Standards bezüglich deines Kindes Erziehung und Bildung (engl. education) zu machen.
Die Regierung hat kein solches Recht. Weder der Staat noch "die Gesellschaft als Ganzes" hat irgendwelche eigenständigen Rechte an deines Kindes Bildung. Eine Gesellschaft ist bloß eine Gruppe von Einzelnen und die einzig legitime Funktion der Regierung ist, die individuellen Rechte seiner Bürger inklusive deiner und deiner Kinder gegen Gewalt und Betrug zu schützen. Der Staat ist dein Agent und nicht eine separate Personeninstanz mit Anrechten, die deine Rechte überstimmen können. ...
Eltern sind souveräne Wesen, deren Recht zu Leben, Freiheit und Streben nach Glück auch das Recht beinhaltet, ihre Kinder groß zu ziehen. Andere Bürger, auch wenn sie zahlenmäßig oder politisch mächtig sind, haben moralisch kein Recht, ihre Ansichten zu Kindeswohl und Förderung über die des Vaters und der Mutter zu stellen, die das betreffende Kind hervorgebracht haben (engl.: who created that child).
Stattdessen schützt und erkennt ein korrektes Rechtssystem das moralische Recht der Eltern an, den persönlichen Grundwerten und der Freude beim Kinder-Großziehen nach zu gehen. Für jeden Entwicklungsstand hast Du ein Recht, deine eigenen Standards zu setzen und nach diesen ohne die Erlaubnis der Regierung zu handeln. Dieses elterliche Recht zur Regelung aller Angelegenheiten des Kindes beinhaltet das Recht seine Bildung zu managen, also eine passende Schule zu wählen oder persönlich zu Hause dafür zu sorgen.
Natürlich gibt es auch bestimmte Situationen, in denen die Regierung zum Schutz der Rechte des Kindes eintreten muss wie in Fällen von Missbrauch oder körperlicher Vernachlässigung. Aber nichts davon kann für individuelle Rechte den arroganten Anspruch Kaliforniens stützen, in seinen Landesgrenzen die Kontrolle über die Gehirne aller Kinder im Schulalter kontrollieren zu wollen.

Bildung, gleichwie Ernährung, sollte als die exklusive Domaine der Eltern für ihre Kinder verstanden werden, innerhalb solcher gesetzlicher Grenzen, die Tatbestände des Kindsmissbrauchs und der Vernachlässigung objektiv definieren. Eltern, die ihre Kinder hungern lassen, dürfen unmissverständlich aufgefordert werden, ihre elterlichen Pflichten zu erfüllen, auch bei Strafe und Einschränkung des Sorgerechts. Aber die Tatsache, dass einige Eltern bessere Ernährung leisten können als andere, berechtigt eine Regierung nicht, Ernährungsvorgaben zu machen, hausgemachte Mahlzeiten zu beurteilen und einen Bericht über die tägliche Zwangsernährung in staatlich anerkannten Cafeterias zu fordern.

Die Schockwellen Croskey's Richterspruchs werden wahrscheinlich nicht nur Homeschoolers berühren, sondern auch die Apologeten staatlicher Bildung - Lehrergewerkschaften, Bildungsbürokraten und Politiker. Ihr politisches und finanzielles Überleben hängt von Regelsystemen ab, die Kinder im Endeffekt als Staatseigentum betrachten - selten aber wird der unverwässerte Kollektivismus dieser Politik so öffentlich ausposaunt.
        
Was wäre, wenn das harsche Blendlicht des Falles "Rachel L." Eltern grundsätzlich zu Fragen anregt, ob der Staat überhaupt ein Recht hat, Schulen zu betreiben und Bildungsstandards für Kinder zu diktieren, um gesellschaftliche "Interessen" zu fördern? Dies würde die moralische Grundlage öffentlicher Bildung als solche in Frage stellen. In diesem Licht bleibt es spannend, ob die Entscheidung einer Revision des Richterspruchs überhaupt ein erster Schritt sein konnte, die Kontroverse wieder verstummen oder veröden zu lassen.

Die Verteidiger der öffentlichen Bildung jedenfalls werden beschäftigt damit bleiben, die Berichte über das Versagen ihres eigenen Systems zu stapeln - das Versagen, das die Homeschooling-Bewegung überhaupt erst zu befeuern half, indem es verzweifelte Eltern dazu trieb, zu Hause Schutz vor Irrationalität, Gewalt und Mittelmäßigkeit zu suchen, die charakteristisch für staatlich organisierte Bildung geworden sind, in Kalifornien und sonstwo.

Für den Moment sind die Schlachtlinien klar gezogen worden. Sind Eltern bloße Arbeitstiere, deren soziale Pflicht es ist, ihren Nachwuchs zwischen den an staatlich genehmigten Anstalten geforderten Beschulungseinheiten (engl. indoctrination sessions) zu füttern und unterzubringen? Oder sind sie souveräne Individuen, deren Recht, die Entwicklung ihrer Kinder zu leiten, der Staat nicht brechen darf.
...
       
Thomas A. Bowden ist Analyst am Ayn Rand Institute, spezialisiert in Rechtsfragen. Mr. Bowden war früher zwanzig Jahre lang Rechtsanwalt und Schulrat in Baltimore, Maryland.

Übersetzung (c)  J. Edel, Quelle: Opening of The Ayn Rand Institute 

Zum Wortlaut eines BBC-Interviews mit Dagmar Neubronner:
Geradezu wunderbar bringt der Sprecher der Bremer Bildungsbehörde das Dilemma des Schulzwangs auf den Punkt, wenn er sagt:
"For this reason we thinking that compulsory school attendance should be a basic right for all children." ("Daher denken wir, dass die Pflicht zum Schulbesuch ein Grundrecht für alle Kinder sein sollte.")
Eine Pflicht, die ein Recht sein soll, und ein Recht, das aber Pflicht ist - Schulpflicht sollte die Pflicht des Staates sein, wie du ja auch schreibst, kostenlose Bildung für alle zur Verfügung zu stellen. Und jedes Kind sollte das Recht haben, dieses Angebot zu nutzen. Das ist die einzig logische Verteilung ovn Rechten und Pflichten in diesem Zusammenhang. User Staat hingegen nimmt sich das Recht heraus, alle Kinder zu bilden, und die Kinder haben die Pflicht, sich den staatlichen Methoden zu fügen - verkehrte Welt!
Transkription des gesamten Interviews unter:
http://educatinggermany.7doves.com/2008/04/03/neubronner-23

Jedem das Seine
Plädoyer für eine ideologiefreie Schule
Der 1989 geborene Kasseler Oberschüler Anton Löhmer, der in diesem Jahr sein Abitur macht, hat die Bildungshoheit und das Monopol des Staates unter die Lupe genommen.
Beispielzitat: "Trotz Schulpflicht bleibt wegen des elterlichen Erziehungsrechts das staatliche Schulwesen lediglich ein Angebot, den Bildungsauftrag zu deegieren. Es muss also für Eltern auch die Möglichkeit geben, auf andere Weise der Bildungspflicht gegenüber ihren Kindern nachzukommen."
Bildtext: "In den Vereinigten Staaten werden an die zwei Millionen Kinder und Jugendliche daheim unterrichtet. In der Regel sind es überdurchschnittlich begabte Kinder aus bildungsnahem Milieu. Der Hausunterricht unterliegt oft staatlichen Bildungskontrollen. In den gemeinsamen Abschlussprüfungen erzielen die entsprechenden Schüler meist bessere Ergebnisse als die Absolventen der staatlichen Schulen. Die Eltern von (registrierten) Hausschülern in Kanada erhalten eine staatliche Förderung von 1.000 Dollar".
Ein wunderbarer, 4-seitiger Aufsatz in Komma, Das Magazin für christliche Kultur, MM-Verlag Nr. 47/2008 
Weitere Antworten zu "BGH bestätigt Sorgerechtsentzug" unter:
http://anwaltsblog.wordpress.com/2007/11/17/bgh-bestatigt-sorgerechtsentzug/ unten
 
 

Interessante Links

Abitur ganz ohne Lehrer
"Unser eigenes Ding"
Zehn SchülerInnen träumten nicht nur von einer freieren Form des Lernens: Sie verließen die Schule, um sich in Eigenregie aufs Abi vorzubereiten. Nun stehen die Prüfungen an.
Quelle: taz vom 04.04.2008


Die Illusion der Gleichheit
Das staatliche Schulsystem in Deutschland befindet sich im rapiden Verfall

Zu den Mißlichkeiten der Gegenwart gehört das Fehlen von Diskussion. Gemeint sind Diskussionen, die den Namen verdienen, gemeint ist nicht das mediale Grundrauschen, sondern die Auseinandersetzung zwischen hinreichend klaren Alternativen, geführt mit der gebotenen Kompetenz, aber auch mit der gebotenen Schärfe. Talkshows im Fernsehen kann man nicht als Ersatz betrachten, so wenig wie die öffentlichen Podien, bei denen schon die Entscheidung über die Teilnehmer eine Entscheidung über den Ausgang der Debatte bedeutet: Wer eingeladen wird, vertritt sicher keine Position, die dem breiten Konsens gefährlich werden kann. ...
Quelle und ganzer Artikel: Junge Freiheit vom 1.4. 2008
 
Der Große Bruder wird legal
Marxismus pur: Kindeswohl und Elternrecht sollen entkoppelt werden – Wie der Staat sich zum ersten Erzieher aufschwingt
...
Ein neues Menschenbild ohne Liebe und ohne Bindung
Die Sozialisierung des Kindeswohls und die Herabstufung der Eltern zu gesellschaftlichen Funktionsträgern ist nicht neu. Man kennt das schon aus dem Zweiten Familienbericht. Allerdings war es bisher den Ideologen im Familienministerium noch nicht gelungen, diese an utopische Romane wie „schöne neue Welt“ von Aldous Huxley oder „1984“ von George Orwell erinnernden Absichten in Gesetzestexte zu gießen. Davor stehen wir nun. Mit der Option zur totalen Vergesellschaftung und Instrumentalisierung des Menschen entsteht unter dem kalten Auge des Großen Bruders Staat ein neues Menschenbild ohne Liebe und ohne Bindung. Der große Bruder wird legale Wirklichkeit. Und die CDU kann sagen: Wir haben mitgemacht.
Quelle: Die Tagespost vom 5.4.2008 
 
 

Literatur / Termine

Andreas Salcher: Der talentierte Schüler und seine Feinde.

Wenige Kinder werden als Genies geboren - aber alle Kinder haben eine Vielzahl von Talenten. Warum werden diese Lebenschancen in unseren Schulen systematisch vernichtet

Sind es die Eltern, die zu überfordert und zu bequem sind, um die Verantwortung für das einzigartige Talent ihres Kindes zu übernehmen? Oder die Lehrer, die die Kinder zu wenig lieben und die die Begeisterung für die Sache verloren haben oder gar nie hatten? Ist es das System Schule insgesamt, das Freude und Leistung verhindert und sich völlig von unserer Gesellschaft abgeschottet hat? Das Abschieben der Verantwortung für die Entdeckung und die Förderung der Talente auf den jeweils anderen ist das Krebsgeschwür, das viele junge Menschen langsam auffrisst. Wie viele falsche Weichenstellungen hält ein Kind aus? Wie viele Feinde sind notwendig, um einem begabten Kind das Leben völlig zu verpfuschen Andreas Salcher beleuchtet die aktuelle Schuldiskussion aus der völlig verdrängten Perspektive des talentierten Kindes. Er zeigt auf, dass es darum geht, Verantwortung für das Talent seines Kindes zu übernehmen - ohne Wenn und Aber. Eine kompakte Darstellung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beweist eindrucksvoll, dass die Entdeckung der Begabungen eines Kindes schon lange keine Geheimwissenschaft mehr ist. Es bedarf aber Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit, um diese auch zu nutzen. Konkrete Beispiele aus Österreich und Deutschland zeigen anschaulich Orte, wo Kinder schon heute mit Freude lernen, die Welt zu verstehen und ihre individuellen Talente entdeckt werden. Die besten Schulen der Welt kosten nicht mehr als die schlechtesten. Daher haben alle Kinder ein Lebensrecht auf die Entwicklung ihrer Talente.
Rezension bei Amazon 


Jesper Juul: Die kompetente Familie.
Die wichtigste Frage für jede Familie lautet: Wie verwandeln wir liebevolle Gefühle in liebevolles Verhalten? Denn die Tatsache, dass wir einander lieben, bedeutet nicht automatisch, dass wir auch gut miteinander auskommen. Jesper Juul, einer der bedeutendsten Familientherapeuten unserer Zeit, will Sie dabei unterstützen, auf diese Frage Ihre ganz eigene Antwort zu finden. Dieses Buch bietet Orientierung und konkrete Hilfestellung. Jesper Juuls größtes Anliegen ist es, Eltern zu helfen, ihre Entscheidungskompetenz zu erweitern, um auch in schwierigen Situationen gute Entscheidungen zu treffen. Das klappt dann am besten, wenn es Eltern gelingt, ihre ganz persönlichen Werte und Ziele im Zusammenleben in der Familie umzusetzen. Das Buch vermittelt daher die Quintessenz seines Erziehungsansatzes und seiner langjährigen Erfahrung damit, was Eltern und Kinder brauchen, damit es ihnen zusammen gut geht. – »Kinder die angeblich ihre Grenzen 'austesten', suchen nach der wahren Persönlichkeit ihrer Eltern. Sie wollen wissen, wer ihre Eltern eigentlich sind und wofür sie stehen.«
Quelle: http://shop.famlab.de/Die_kompetente_Familie 
Schirrmacher, Frank (2006): Minimum. Von Werden und Neuentstehung unserer Gemeinschaft.

Einer der Herausgeber der FAZ beschreibt den besorgniserregenden Gesellschaftswandel, wenn die Familie zerfällt und wir schon aus demographischen Gründen keine nächsten Verwandten haben und zu einer Gesellschaft von Einzelgängern werden. Er hängt seine Diskussion exemplarisch an zwei zwei historischen Beispielen auf: ein Treck nach Westen in den USA des 19. Jhdts, der in den Rockies über Monate eingeschneit wurde, und eine Brandkatastrophe in den 1970gern. Bei der Katastrophe am Donner-Pass hing das Überleben im Wesentlichen davon ab, wie groß die Familie war, in der man reiste; und bei dem Großbrand in einer Hotelanlage zeigte sich, dass Freundesgruppen zerfielen und jeder für sich einen Ausgang suchte; Familien dagegen organisieren sich zuerst und rennen gegebenenfalls noch ins brennende Gebäude, um Angehörige drin zu holen. Das ist einfach genetisch in uns drin, dass wir Hormone haben, die uns gegenüber nahen Angehörigen altruistisch handeln lassen, selbst wenn es das eigene Leben gefährdet (deswegen kriegt man im Allgemeinen keine Lebensrettungs-Tapferkeits-Medaille, wenn man sein eigenes Kind rettet). Mit nahen Angehörigen empfindet man kein Mitleid, wenn es ihnen was Schlimmes passiert, sondern Entsetzen. Fazit: Mit dem Zerfall der Familien stirbt der biologisch gesteuerte Altruismus in unserer Gesellschaft. Wohin soll das führen?

Kommentar: Wie wir aus Tierversuchen wissen, hängt das Verhalten natürlich nicht bloß von der genetischen Ausstattung ab . schließlich gibt es auch bei Tieren gestörte Viecher, insbesondere Störungen der frühen Sozialisation bewirken, dass die adulten später selber Probleme bei der Aufzucht der Kinder kriegen. Vielleicht sind wir auch deswegen noch altruistisch gegenüber unseren nahen Angehörigen, weil wir in der Kindheit erleben durften, bei Eltern aufzuwachsen, bei denen wir spürten, dass wir ihnen wichtiger waren als ihr eigenes Leben; und bei Geschwistern erfahren, dass man sich streiten und vielleicht auch prügeln kann, OHNE einander ernsthaft zu verletzen, denn WIRKLICH dem anderen schaden hätte man natürlich nie wollen. So viel ich weiß, hat es nie Bestätigungen gegeben, dass Krippen gut sind, dagegen viele Beispiele langandauernder sozialer und psychischer Störungen wegen Hospitalismus. Komisch, dass man selbst in den Kibbuzim wieder zur Familienstruktur zurückgekehrt ist.

"Wenn du einen Jungen erziehst, erziehst du eine Person, wenn du ein Mädchen erziehst, erziehst du eine Familie und eine ganze Gemeinschaft - ja, eine Nation."
(JAMES D. WOLFENSOHN, EHEMALIGER WELTBANKPRÄSIDENT)
Quelle: Karl Blessing Verlag 


PISA, Schule und Schulpolitik - Erfahrungen eines Insiders
Auf allen möglichen Ebenen finden Untersuchungen über unser Schulsystem und dessen Leistungsfähigkeit statt. Schüler werden befragt, Eltern werden befragt - und Lehrer müssen die Rolle der Buhmänner spielen. Doch kaum jemand in der Öffentlichkeit weiß, dass auch Lehrer, denen die Bildung und damit auch die Zukunft unserer Kinder am Herzen liegen, Repressalien von vielen Seiten der Obrigkeit ausgesetzt sind. Denn in unserem Schulsystem wurde ein Qualitätsdenken zunehmend von einem Konkurrenz- und damit einhergehend auch von einem Quantitätsdenken verdrängt. Dies scheint in besonderem Maße auf die weiterführenden Schulen wie Realschulen und Gymnasien zuzutreffen.
Ein Lehrer hat es gewagt, der Allgemeinheit einen Einblick in diese Welt der Schule zu gewähren. In seinem Buch "Mit dem System zum Terror der Macht - Die phantastischen Abenteuer eines Ritters der traurigen Gestalt, der auszog, um Bildung zu lehren" (erschienen bei BOD) schildert der Gymnasiallehrer in Romanform exemplarisch die seltsamen Erfahrungen mit Schülern, Vorgesetzten und Kultusministerium. Was sich hier offenbart, zeigt die ganze Heuchelei, mit der gerade die übergeordneten Institutionen ihre Bildungspolitik verkaufen wollen.
Quelle: http://www.dailynet.de/BildungTraining/15294.php
Deutschland, deine Schulschwänzer
Ein Film von Birgit Mittwoch und Anja Riediger
Am Dienstag, den 08.04. um 20:45 Uhr für 29:30 min im MDR Fernsehen
Laut OECD rutscht Deutschland im Bildungswesen weiter ab, denn ein wachsendes Problem ist die zunehmende Zahl der Schulschwänzer bzw. Schulverweigerer. Der deutsche Lehrerverband schätzt, dass täglich 100.000 Schüler den Unterricht schwänzen. Eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung kommt auf rund 500.000 Schüler, die regelmäßig dem Unterricht fernbleiben. Wie Sebastian M. aus Greußen in Thüringen - ein hoffnungsloser Fall für seine Lehrer in der Berufsschule. Den Unterricht des sogenannten Berufsvorbereitenden Jahres hat er nur zwei Wochen besucht und dann nie wieder. "Da rum sitzen? Da bleibe ich lieber zu Hause", erzählt der 16-Jährige ohne Schuldbewusstsein.
Quelle: http://www.mdr.de/tv/programm/prog_detail+43207000246639.html
 
 

Familien und Kinder

Fremdbetreuung
Kinder wollen keine Krippen
Landauf, landab werden Loblieder auf Kinderkrippen gesungen. Zu Recht? Psychiater melden Zweifel an der Fremdbetreuung an. In den ersten drei Lebensjahren seien Kleinkinder unbedingt auf ihre Mütter angewiesen.
Eine der häufigsten Fragen, die eine werdende Mutter zu hören bekommt, lautet: «Hast du schon einen Krippenplatz?» Früher mochte man eine Schwangere gefragt haben, ob sie sich aufs Baby freue, die Kleidchen schon parat habe. Heute sind sich alle einig, dass das Neugeborene nicht nur einen Stubenwagen und Strampler braucht, sondern auch die Anmeldung für die Krippe. Mit «Ungeborene in der Warteschlaufe» überschrieb der Tages-Anzeiger in anklagendem Ton einen Artikel, in dem es um die vielen Babys ging, die vergeblich auf einen Betreuungsplatz warteten.
In der Schweiz herrscht seit den neunziger Jahren eine wahre Krippen-Euphorie. Jede Gemeinderätin und jeder Firmenchef fordert mehr Krippenplätze, das gilt als «familien- und frauenfreundlich». Die Kinder ein paar Tage die Woche weggeben stellt mittlerweile schon fast den Normalfall dar. Eine Frage liest man so gut wie nie: Ist es gut, wenn Babys und kleine Kinder fremdbetreut werden? Oder schadet es? Finden Kinder die Krippe toll? ....
Quelle: Weltwoche Ausgabe 40/07 | Magazin 
Familienpolitik
Mythos Kinderkrippe
Ein grösseres Betreuungsangebot erhöht weder die Erwerbsquote der Frauen, noch führt es zu mehr Nachwuchs.
Quelle: Weltwoche Ausgabe 46/06 | Magazin
Ein unbedingt lesenswertes Interview mit Kerstin Götze, vierfache Mutter
«Nein, das Kind ertrag ich nicht»
Kerstin Götze, vierfache Mutter, besuchte eine Krippe in der DDR. Eine traumatische Erfahrung. Heute bestünden sogar Arbeitslose darauf, ihre Kinder in der «Einrichtung» abzugeben. Sie fragt sich: Lieben Eltern ihre Kinder nicht mehr?
Quelle: Weltwoche Ausgabe 50/07 Das Gespräch 
 

Schul(system)versagen

Psychologie
Mobbing und Stress machen immer mehr Schüler krank
Gezielte Schikane und Leistungsdruck sind fester Bestandteil des schulischen
Alltags: Immer mehr deutsche Schüler leiden massiv darunter – mit fatalen
Folgen.
Quelle: Die Welt vom 26.03.2008 


Die Hartz IV-Schule
"An der Fröbelschule in Wattenscheid lernen die Kinder, mit Hartz IV zu leben." Nur zwei Schüler aus dem Abschlussjahrgang haben 2006 eine Lehrstelle bekommen.
Quelle: reticon.de om 6.4.2008
"Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik geht Jungs gewaltig auf die Nerven" 
Hinter den Mädchen bleiben Jungen schulisch deutlich zurück. Sind sie Bildungsversager mit Gewaltneigung? In Kindergärten wie Schulen dominiere ein verhuscht-weibliches Klima, sagt Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann im Interview
Quelle: Spiegel vom 5.4.2007 
 

Leserechos

1. Hallo, wir sind eine Familie mit 3 Kindern (7, 8 und 10 Jahre) und werden nach fünf Jahren USA Aufenthalt im Sommer nach Bayern/Regensburg zurück kehren.
Unsere Kinder wurden, was hier absolut unangefochten und weit in alle möglichen ideologischen Richtungen ausgerichtet und auch unterstützt ist, glücklich und erfolgreich homegeschult.
Nun habe ich als Mutter/Lehrerin meiner Kinder gewaltige Aversionen meine Kinder in Deutschland einzuschulen. ... Schön, dass es diese Initiative gibt!!! Vielen Dank


2. Hallo Herr Edel, das Treffen mit dem Rektor hatte sich auf Freitag verschoben. Als wir dann vor dem Schulgebäude standen, war es mir doch etwas mulmig zu Mute. Da ich dem Rektor schon im Voraus berichtete, dass S. bei der Clonlara angemeldet ist, konnte er sich die Seite schon mal ansehen. Ich war sehr überrascht von seiner Reaktion. "Es gibt Kinder die scheinbar wirklich nicht für die normale Schule geeignet sind. Dafür wäre die Clonlara Schule eine gute Alternative." ...
Mir fiel ein rissen Stein vom Herzen. Soll jetzt wirklich der Spuk ein Ende haben? Wir werden sehen. Aber eines ist mir völlig klar. Ohne Ihre Hilfe hätten wir es nicht geschafft. Viele Grüße
3. Sehr geehrte Frau Edel, vor kurzem hat mir eine Bekannte einen Zeitungsartikel aus der „Welt“ zukommen lassen, in der u.A. auch Sie zitiert sind.
Darum wende ich mich mit einer Bitte an Sie. Zuvor aber doch eine kurze Erklärung:
Mein Mann und ich sind davon überzeugt, dass Kinder am besten zuhause lernen. Dass das in Deutschland nahezu unmöglich ist, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Wir wohnen auch noch im Saarland, wo es praktisch keine Chance gibt.
Darum haben wir uns dazu entschlossen auszuwandern. ...
Unser Ziel ist es, dass unser ältester Sohn auf keinen Fall eine weiterführende Schule besuchen muss, denn was dort so alles abläuft, ist kaum zu glauben. So wurden z.B. Anfang dieses Jahres Sicherheitsleute an saarländischen Gymnasien postiert. Das gibt einem schon zu denken. ...
Auf jeden Fall weiß ich aus vielen Gesprächen, dass viel mehr Eltern mit dem Schulsystem im Speziellen und auch im Allgemeinen nicht einverstanden sind. Lange kann es also so nicht weitergehen. Herzliche Grüße und nochmals vielen Dank für Ihr Engagement
 

Hinweis zu diesen Kurzinformationen

Alle diese Rundmails sind im Internet verfügbar und können somit jederzeit nachgelesen werden:
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news19.htm 
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news20.htm (diese Ausgabe)
http://www.homeschooling.de/index.htm?news/news21.htm (nächste Ausgabe)
und so weiter. Die Nummer im Link ist die jeweilige Ausgabe dieser Informationen.
 
 
Impressum

Verantwortlich für den Informationsbrief ist: Schulbildung in Familieninitiative e.V. 
Dipl.-Ing. Jan Edel (Vorstand)
Horringhausen 23
58513 Lüdenscheid

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