HÄUFIG BEANTWORTETE FRAGEN

Frequently Answered Questions (FAQ) Oder: Häufig begegneten Vorurteilen

Antworten auch im Interview mit J. Edel und im Interview mit Lehrerseminar und im Interview mit ef-Magazin

Wie sieht es mit der "Sozialisation" bei Hausschülern aus?
Sind denn die schulischen Leistungen auch entsprechend?
Was sind denn die Vorteile von Homeschooling?
Wo bleibt die Chancengleichheit?
Ist Homeschooling in Deutschland denn nicht illegal?
Hat Homeschooling internationale Akzeptanz?
Wird Homeschooling nicht von religiösen Extremisten schamlos ausgenutzt?
Erziehen Wohlhabende ihre Kinder in einer Familienschule nicht elitär und ohne Kontakt zu der übrigen Gesellschaft?
Warum gibt es nur in Deutschland noch keine gesetzlichen Regelungen für Homeschooling?
Haben die Kinder dann keinen Abschluss?
Steht Homeschooling nicht der Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund entgegen?
Sind Kinder ohne Schule nicht einsam?
Werden Eltern mit Homeschooling nicht überfordert?
Wie kann Gewalt und Mißbrauch in Hausschulfamilien verhindert werden?
Werden Hausschulkinder nicht "überbehütet" und verzärtelt?
Wo kämen wir hin, wenn das alle machen würden?
Wo bleibt die Erziehung gegen Nationalsozialismus, die der Schule nach
dem Krieg anvertraut wurde?

Welche Qualifikation haben die dort Unterrichtenden?

Sozialisation

Wie sieht es mit der "Sozialisation" bei Hauslernern aus?Antwort:

Gegenfrage: Welche Sozialisation wollen wir?
SozialisationSchulhofsozialisation? Cliquen-Sozialisation unter ausschließlich Gleichaltrigen?
Eltern wollen, dass ihre Kinder starke und mutige Persönlichkeiten werden, die als Einzelne auch gegen eine Gruppe ihr Gewissen und ihre Ansicht nicht verleugnen und dafür eintreten.
Antwort von J.M. Smith, HSLDA (übersetzt)
Antwort 1: Der Mythos des "Problems" Sozialisation
Antwort 2 oder hier Studienergebnisse nachlesen
Antwort 3: Studienergebnis Petrie, 2000
Antwort 4 von Dipl. Päd. OStR R.Pousset
Antwort 5: Übersetzung zu den Studienergebnissen über
heute erwachsener Hausschüler.
Ein Schulklasse von 30 Gleichaltigen ist eine Art geschlossene
Gesellschaft. Homeschooling ist nicht nur jahrgangsübergreifend,
sondern sogar generationsübergreifend.
Sind denn die schulischen Leistungen auch entsprechend?Antwort:
Auch bei dieser Frage verläßt man sich besser auf Erfahrungen
und wissenschaftliche Studien statt auf Vorurteile.
Antwort des Heimschulwerks Philadelphia
Studienergebnis Liverpool, 2000 (dt.) oder
siehe Studienergebnisse von Rudner, USA (engl.)
Was sind denn die Vorteile von Homeschooling?Antwort:
  • Lernen aus eigenem Antrieb. Einer Studie von 2005 zufolge vergeht Kindern spätestens nach der 2. Klasse in Regelschulen das intrinsisch motivierte Lernen.
  • Möglichkeit des Eingehens auf individuelle Lernvoraussetzungen
  • Ideale Lernatmosphäre durch Kleinstgruppen und vertraute Umgebungen
  • Lebensnähe und Praxisbezug
  • Erschließung der Lebenswirklichkeit
  • Erlernen des sozialen Umgangs, ausgehend vom kleinsten Kreis
  • Gewaltfreie Bildung (ohne Mobbing und "Klassenkeile") 

Homeschooling kommt aus der Praxis, nicht aus der Planwirtschaft

Werden Kinder, die zu Hause lernen dürfen, nicht bevorteilt? Antwort:Wo bleibt die Chancengleichheit? Das ist doch ungerecht, oder?
Wir haben mittlerweile genug Schulen. Die meisten Eltern scheinen sich damit auch zufrieden zu geben. Homeschooling hat nichts mit Einkommen der Eltern zu tun, sondern mit dem Engagement der Kinder und der Anleitenden in einem stabilen Zuhause. That's it! Homeschooling steht jedem frei, in anderen Ländern sogar rund um die Uhr, also auch am Schwerpunkt des Vormittags. Warum will man dies deutschen Familien, die das wirklich auf sich nehmen, verbieten? 1919 wurde der Schulbesuch zum Zwecke der Vermischung der Gesellschaftsschichten als Pflicht eingeführt. Unsere heutige mobile und multimediale Gesellschaft hat wesentlich mehr Erfolg bei dieser Aufgabe und den Schulbesuch auch in dieser Hinsicht längst überflüssig gemacht.
Das Aufkommen von Homeschooling ist ursprünglich aus einer Notsituation in Punkto Erziehung und Bildung heraus entstanden. Diese Bildungsform stellte und stellt die einzige Möglichkeit dar, überhaupt gegen negative Einflüsse von Mitschülern und Gruppenzwang zu erziehen. Ein Nebenprodukt ist die effektivere Bildung.
Die einzige Ungerechtigkeit ist, dass nur in Deutschland Homeschooling unter keinen Umständen zur Erfüllung der Schulpflicht reichen soll.
Ist Homeschooling in Deutschland denn nicht illegal?Antwort:
Homeschooling ist weltweit erlaubt. Allerdings wird nur in Deutschland Homeschooling generell noch nicht zur Erfüllung der hier praktizierten Schulpflicht akzeptiert. Die seit 60 Jahren "einheitliche Rechtsprechnung" in Deutschland wurde bisher nicht angepaßt.
Erst 1938 mit dem Reichsschulgesetz und für die DDR ab 1946 mit dem "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule" wurde der Schulzwang eingeführt, dem alle Schulgesetze der Bundesländer folgen. Die Schulgesetze heute steigern diesen Maßstab noch und dienen zur Bürokratisierung der deutschen Schule. Dabei ist eigentlich jedem klar, dass auch unser Grundgesetz und unsere Verfassungen freie Privatschulen im Sinne von Eltern und Familien zuließe.
Antwort oder Studie über Hausunterricht in Europa aus 2000
Hat Homeschooling internationale Akzeptanz?Antwort:
Die OECD befürwortet Hausunterrichtskonzepte. Es gibt Hunderte von Organisationen und Firmen,
die sich mit Homeschooling beschäftigen. In den USA werden Hausschüler von Eliteuniversitäten gerne angenommen und selbst der Präsident lobt Hausschuleltern für ihr hohes Engagement und ihren Beitrag für die Gesellschaft (ca. 4 % aller Schüler lernen dort ohne Schulinstitutionen).
Wird Homeschooling nicht von religiösen Extremisten schamlos ausgenutzt?
Kapitel "Religiöse Sekten", Petrie Studie, 2000
Natürlich gibt es immer und überall schwarze Schafe. Aber kann und darf sich die deutsche Gesellschaft deshalb noch länger erlauben, das Erziehungs- und Bildungspotential von Homeschooling zu ignorieren?
Extremistische, religiöse Gruppen halten sich nicht mit häuslicher Familienschule auf, um ihre Ideologien zu verbreiten und sind eher bestrebt, eigene Institutionen für Indoktrination zu betreiben (Es gibt keine Taliban, die Homeschooling instrumentalisieren).
Es gäbe außerdem, wie teils im Ausland bereits eingerichtet, wirksame Mittel der Aufsicht, um schwarze Schafe zu verhindern.

Erziehen Wohlhabende ihre Kinder in einer Familienschule nicht elitär und ohne Kontakt zu der übrigen Gesellschaft?
Im Grunde wäre es begrüßenswert, wenn sogar Lehrer (z.B. arbeitslos gewordene) für den Hausunterricht in einer oder für mehrere Familien eingestellt werden könnten. Allerdings schicken die wirklich wohlhabenden und meist der eigenen Karriere verpflichteten Eltern ihre Kinder in unserer Zeit eher auf die berühmten Internatsschulen oder Landerziehungsheime, statt die Erziehung und Bildung zur Chefsache zu machen. Die Erfahrungen etwa in Italien, Dänemark oder England zeigen auch, dass elitäre oder isolierende Motive kaum eine Rolle spielen oder, falls doch vorhanden, sich nicht wirklich auswirken.
 
Warum gibt es nur in Deutschland noch keine gesetzlichen Regelungen für Homeschooling?
Unklar! Es gibt keinen pädagogischen Grund! Geschichtliche Hintergründe?
 Haben die Kinder dann keinen Abschluss?

Sie haben! Es gibt in jedem deutschen Bundesland sogenannte Externenprüfungen, auch Nichtschülerprüfungen genannt, die als vollkommen gleichwertig anerkannt werden. Außerdem gibt es oft die Möglichkeit des Quereinstiegs in das Schulsystem der Oberstufe oder die Möglichkeit des Fernlernens zum Abitur (z.B. mit ILS). Auch internationale Schulen in Deutschland bieten sich für Abschlussprüfungen an.

Auch an Abendgymnasien oder Berufskollegs kann die allgemeine und überall anerkannte Hochschulreife (AHR) abgenommen werden. Hochrangige US-Universitäten akzeptieren Hausschulabsolventen auf der Basis von Portfolien (Aufstellungen von Leistungen und Erfahrungen). Der Schulabschluss spielt keine Rolle mehr. Die Aufnahmeprüfung genügt. 1999 durften sich prozentual doppelt so viele der Hausschulbewerber an der Universität Stanford einschreiben als andere.
Harvard, Yale und Stanford gelten als die Home-School-freundlichsten Universitäten der USA. Aussage von Harvard: Zeugnisse sind „nicht mehr relevant, weil ein Zeugnis nur ein Vergleich mit anderen Schülern ist.“ Studenten, die zu Hause unterrichtet wurden, sind „sehr erfolgreich. Sie sind sehr motiviert.“ Europäische Universitäten folgen nach, zum Beispiel die Universität Oxford in England.
Steht Homeschooling nicht der Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund entgegen?
Vieles kann auf einfache Weise geregelt werden, ohne gleich generell Homeschooling verbieten zu wollen. Z.B. können bei Sprachschwierigkeiten Kurse für ganze Familien angeboten werden und eine Selbstverpflichtung dazu sollte kein Problem darstellen. Man sollte jedenfalls nicht unsere Bildungseinrichtungen mißbrauchen, um damit die Verwurzelung bzw. Immigration hart zu erzwingen. Schulen dienen in erster Linie der Bildung und keinesfalls als ideologisches Instrument. Stattdessen ist Verständnis, Dialog, Austausch und Entgegenkommen notwendig. Man sollte auch Kontaktfreudigkeit und Offenheit, z.B. durch Gastfreundschaft fördern und dabei als Vorbild vorangehen.
In der Praxis des Homeschooling gehört der Besuch von ausländischen Eltern zum Programm: Sie erzählen von ihrer Heimat und wie es ihnen in Deutschland geht. Hier trägt Homeschooling selbst zu besserer Integration neuer Mitbürger bei, wie uns die Ausländerfreundlichkeit der Homeschooler im Ausland oft zeigt.
Die Bildung von Parallelgesellschaften ist ein von Homeschooling völlig unabhängiges Phänomen, wenn es dieses überhaupt gibt und nicht nur aus Ängsten besteht. Homeschooling ist eine ganz private. persönliche Sache, bei der man wegen ihrer Singularität nicht von Parallelgesellschaft sprechen kann. Mit den Erfahrungen im Ausland ist ein Zusammenhang ebenfalls auszuschließen. (siehe auch Artikel hier)
Sind Kinder ohne Schule nicht einsam?Antwort:

Hausschüler haben wesentlich mehr Kontakte zu Kindern anderen Alters und zu erwachsenen Vorbildern als jedes Regelschulkind. Meist kommt zu den engagierten Eltern noch eine überschaubare Anzahl Geschwister, Freunde und Helfer hinzu, um die bei Kindern beliebte Lernatmosphäre zu Haus oder unterwegs zu bereichern.
Die ersten Familien in einem Land, die mit dem Lernen ohne Schule beginnen, haben sich ihre Entscheidung reiflich überlegt. Sie sind erfahrungsgemäß sehr engagiert und aktiv um das Wohl ihrer Kinder bedacht und sorgen als Pioniere einer Sache, von der sie fest überzeugt sind, für entsprechende Außenkontakte und Begegnungen mit ihren Mitmenschen.
Anfängliche Diskriminierung spornt zu intensivem Austausch und gemeinsamen Aktivitäten an.
Später, bei entsprechender Akzeptanz in der Gesellschaft, kommen Familien hinzu, die eine gewisse Organisation von kleinen Lerngruppen und gemeinsamen Erkundungen zulassen.
Nebenbei bemerkt: Schule war und ist in erster Linie gedacht zur Unterweisung und Lehre gedacht. Für Freundschaften haben Nichtschüler sogar mehr Zeit und nicht nur den Nachmittag nach den Hausaufgaben.

Werden Eltern mit Homeschooling nicht überfordert?Antwort:
Hier können wir nur von den Erfahrungen anderer Länder lernen und sollten nicht Vorurteilen folgen.
Hausschulkinder, die das Grundschulalter verlassen haben, lernen mit Freude und weitgehend autodidaktisch, meist durch die Fähigkeit, gut lesen zu können. Für die unteren Jahrgangsstufen ermöglichen die natürliche Neugier, die durch keine Institution zum Stillstand kommt, die Intensität und die Lernatmosphäre des Nests und der Familie selbst wenig vorgebildeten Eltern überdurchschnittliche Lernleistungen und Entwicklungsfortschritte. Gerade mitlernende, angestrengte Eltern begünstigen den Lerneifer des Kindes.
Speziell entwickeltes Fernschul- oder Homeschool-Material reduziert die Mitwirkung der Eltern auf ein Maß, das mit dem bei Regelbeschulung vergleichbar ist.
Im übrigen liegt Homeschooling zwar in der Verantwortung der Eltern, kann aber genauso gut von Freunden, Verwandten, älteren Geschwistern oder Fachkräften angeleitet werden.
Wie kann Gewalt und Mißbrauch in Hausschulfamilien verhindert werden?Antwort:
Gerade Gewaltprävention ist oft ein Grund zur Entscheidung für Homeschooling. Schulkinder erfahren unter gleichaltrigen mehr seelische und körperliche Gewalt als in einem durchschnittlichen Elternhaus.
Kindesmißbrauch ist furchtbar und kommt bekanntermaßen am häufigsten innerhalb der Verwandschaft vor. Aber wie kann man nur auf die Idee kommen, das dies etwas mit Homeschooling zur Schulzeit zu tun haben könnte?
Schulärztliche Untersuchungen und schulpsychologische Gespräche auch mit zu Hause lernenden Kindern erfüllen die Aufsichtspflicht des Staates in dieser Hinsicht wie bei Regelschulkindern vollkommen. In engagierten und aktiven Familien, zu denen auch Hausschulfamilien gehören, gilt Gewalt noch am ehesten als Unmöglichkeit.
Werden Hausschulkinder nicht "überbehütet" und verzärtelt?Antwort:
Was hat Homeschooling mit Ehrgeiz oder anderen Charaktereigenschaften und Neigungen der Eltern zu tun? Für Kinder negative Eigenschaften der Eltern werden bei Fremderziehung in Schulen manchmal sogar noch eher zum Problem, weil eine größere Distanz zum Kinde herrscht und z.B. Misserfolge des Kindes nicht verstanden werden.
Hausschulfamilien machen Homeschooling, um ihren Kindern eine bessere Bildung zu verschaffen. Da bleibt in der Regel für Verweichlichung kein Raum.
Wo kämen wir hin, wenn das alle machen würden?Antwort:
Meinen Sie wirklich, dass es zum Schaden für die Gesellschaft führt, wenn unter 12 Millionen Schülern und ca. 500000 notorischen Schulschwänzern (nach Bertelsmann) in Deutschland tausend Kinder ohne Schule zu Hause lernen? Im Gegenteil! Das Bildungsbewußtsein steigt, der Bildungsmarkt bricht auf und es erwachsen 1000 Bürger mehr, die unter anderem Verantwortung, Mut und Selbstständigkeit gelernt haben.
Es darf auch nicht vergessen werden, dass Hausschulfamilien in Deutschland (neben den Buß- und Zwangsgeldern) oft hohe persönliche Opfer (Karriere, Zeit, Geld, Zuwendung) für ihre gelebte Überzeugung erbringen. Dazu ist nicht jeder bereit.
Wo bleibt die Erziehung gegen Nationalsozialismus?Antwort:
Wir brauchen Kinder, die stark genug sind, schlechtem Gruppendruck zu widerstehen. ("Alle sind doch für den Führer!") Wir brauchen Kinder mit einem festen Wertesystem, die wissen, was gut und böse ist, und sich nicht nur von persönlicher Betroffenheit leiten lassen. Die Propaganda des Dritten Reiches manipulierte mit Gefühlen. Wir brauchen Kinder, die bereit sind, um des Guten willen auch Unbequemlichkeiten, Benachteiligungen, Lasten und Leiden zu ertragen. Wir brauchen Kinder die sich geliebt wissen und ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt haben, damit sie nicht einem Rattenfänger auf den Leim gehen, der die Löcher ihrer Seele benutzt, um sie zu verführen. Insbesondere brauchen wir Kinder, die es nicht nötig haben, für ihre innere Heimatlosigkeit und das Gefühl der eigenen Schwäche einen Ersatz in einer braunen Kameradschaft zu finden.Nur wer sich selbst lieben kann, kann andere lieben. Wir brauchen Kinder, die selbständig denken können, die verantwortlich sind und in der Lage sind, begründete Entscheidungen selbst zu treffen. Wir brauchen Kinder, die eine sachliche Auseinandersetzung führen können und in der Lage sind, bei Konflikten Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten praktikabel und annehmbar sind und damit ein gutes Zusammenleben in Zukunft zu ermöglichen. Wir brauchen dazu auch Kinder, die fähig sind sich in andere einzufühlen und zu verstehen, was die Bedürfnisse der anderen sind.
Durch Homeschooling wird erreicht, daß aus Kindern Menschen werden, die mit Initiative, Verstand, Kreativität und Entschlossenheit die Probleme angehen, die in den nächsten Jahren unausweichlich auf uns zukommen werden, und mit langem Atem und großer Geduld die dazu nötigen Durststrecken durchzustehen.
Welche Qualifikation haben die dort Unterrichtenden?Antwort:
Eigentlich ist die Frage falsch gestellt. "Können Kinder ohne Lehrer lernen?" wäre entscheidend.
Jeder Mensch lernt in erster Linie durch die Anforderungen des Lebens und der Umgebung. Das gilt lebenslang und eigentlich auch im Schulalter.
Es geht auch nicht darum, besonders qualifizierte Eltern zu sein. Erstens lernen Kinder quasi nur informell, durch "begreifen" und "erfassen" und zweites spielt die Lehrkraft (ob Mutter oder Lehrer) in ihrer akademischen Kompetenz fast keine Rolle und ist manchmal sogar hinderlich. Für Klassen von 30 gleichaltrigen Kindern - das stimmt allerdings - muss man in heutiger Zeit pädagogisch einiges drauf haben. In Großbritannien müssen Eltern nur "reasonable" sein, um "home education" zu genießen. In den USA oder Kanada reicht zum Beweis maximal eine anständige Anmeldung des eigenen Bildungsweges bei den Behörden.
Eltern, die ihren Kindern außerschulisches Lernen ermöglichen, sind in erster Linie Partner, zu denen die für das Lernen notwendige emotionale Bindungen hergestellt werden können.
Wir brauchen Qualität, Erfahrungen und innige Begleitung und nicht einfach nur mehr Masse durch mehr Unterricht und Lehrer.
Laut einer forsa-Umfrage vom Februar 2006 unter Lehrern meinen nur 53% der Befragten, dass der Lehrer ein "notwendiger Aspekt für den Lernerfolg eines Schülers ist". Dabei muss man auch noch berücksichtigen, welches Chaos wohl ohne Lehrer bzw. Moderatoren in Riesenklassen von 20 - 30 Gleichaltigen ausbrechen würde.

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