Europaeisches Kolloquium in Reims, 22. - 23.04.2006
Colloque international sur l'instruction à domicile à Reims
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Europäisches Kolloquium zur Home Education (Hausunterricht/Bildung zu Hause, instruction en famille), Inhalt der Veranstaltung vom 22./23.April 2006 war es die Erkenntnisse und die Erfahrungen informellen Lernens sowie freiheitliche, nichtschulische Bildungsalternativen zu thematisieren. Von besonderem Interesse für die deutschsprachigen Delegationen war die Frage des allgemeinen Anspruchs „Bildung zu Hause“ innerhalb des europäischen Rechtsraums praktizieren zu können. Am vergangenen Wochenende trafen sich im internationalen Begegnungszentrum in Reims F, erstmalig Eltern, Jugendliche, Kinder und Experten, die sich für freiheitliche, nicht-schulische Bildungsalternativen entschieden haben oder sich dafür interessieren. Ziel des Veranstalters „Les Enfants d’abord“ (LED’A) war es, staatliche und überstaatliche Organisationen sowie interessierte Kreise und Personen zu einen und so den internationalen Austausch zum Thema freiheitlicher Bildung zu intensivieren. Zu dieser zweisprachigen Konferenz waren Familien und Einzelpersonen, Vertreter von Interessensgemeinschaften und Organisationen aus sieben europäischen Ländern angereist. Gesetzliche und behördliche Behinderungen freiheitlicher Bildungsalternativen, bis hin zu deren Verbot, waren das dominante Thema, welches in Referaten, Werkstätten und in den Gesprächen zwischendurch die Tagung prägten. In Deutschland und in einigen Kantonen der Schweiz wird freiheitliche Bildung nicht gewährt und unterdrückt. Selbst in Frankreich, wo es Eltern nie bestritten worden ist, ihre eigenen Kinder freiheitlich zu bilden, sieht sich beispielsweise die Mutter eines siebenjährigen Kindes von einer gerichtlich verhängten Gefängnisstrafe bedroht. Sie soll gezwungen werden, ihr Kind, das informell zu Hause lernt, nach den starren Kriterien und mit den rigiden Methoden französischer Staatsschulbürokratie überprüfen zu lassen. In Deutschland werden ungezählte Familien, die ihre Kinder im Sinne freiheitlicher Bildung aufwachsen lassen wollen, mittels abschreckender Bußgelder von bis zu 2300 Euro, mit Gefängnisstrafen, mit polizeilichen Zwangszuführungen der Kinder zur Schule und mit Sorgerechtsenzug für ihre Eigeninitiative bestraft. Dabei berücksichtigen die Behörden in keiner Weise die besonderen Qualitäten einer Bildung im natürlichen Umfeld familiärer Gemeinschaft, die ein ausserordentlich hohes Elternengagement einschliesst. Im Widerspruch dazu sehen sich die deutschen Schulbehörden gleichzeitig zehntausenden von jugendlichen, verwahrlosenden Schulverweigerern und Schulschwänzern gegenüber, ohne irgendwelche greifenden Maßnahmen dagegen anzuwenden. Mancherorts werden auch unflätige Kinder behördlich von den Schulen weg gewiesen, also am Schulbesuch verhindert. Aus weiteren Ländern liegen Berichte vor, dass im demokratischen Europa die bis heute an den meisten Orten gesetzlich gewährte Bildungsfreiheit tendenziell zu staatlichem Schulzwang uminterpretiert wird, während die Zahl der für Eltern, Lehrer und Behörden unkontrollier- und untolerierbar gewordener Schulsituationen rasant zunimmt. Die mündlich und schriftlich vorliegenden Berichte und Forschungsarbeiten über Jugendliche, die ohne Schule aufgewachsen sind, bilden unwiderlegbare Beweise dafür, dass die Resultate von privater, eigenständiger Bildungs- und Lernarbeit sich neben den von beschulten Kindern erzielten Leistungen nicht nur sehen lassen können, sondern dass sie vielmehr beachtenswert gut sind. Für diese Arbeit sollen Eltern/Familien bestraft werden? Dr. Alan Thomas, ehemals Lehrer, dann Lehrer-Ausbilder, heute Pädagogik – Experte und Dozent an der Universität London, zeigte in einem engagierten und fundierten Referat über informelles Lernen auf, weshalb Bildung zu Hause in der Regel sehr viel effizienter und kindgerechter ist, als die Zwangsbeschulung im Klassenverband Gleichaltriger. Gemeinsam mit den Vertretern des „European Forum for Freedom in Education (effe)“, des englischen Verbandes “Learning Unlimited“ und mit weiteren europäischen Länderorganisationen fordern Teilnehmer und Veranstalter, die Gesetzgeber und die Behörden auf, jene gesetzlichen und verwaltungsinternen Barrikaden zur Verhinderung freiheitlichen Lernens, die jeder demokratischen Staatsordnung spotten, endlich zu beseitigen. Die Regierungen sollen sich verpflichten und darauf hin arbeiten, dass die traditionellerweise freiheitlichen Bildungsrechte Europas gesichert bleiben, und wo sie heute fehlen, zu gewähren sind.
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Quelle: http://arsacapuces.free.fr/leda/communiquereims.html

