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Arbeitsunterlagen präsentiert am 3 July 2000, Konferenz "Bildung in Sozialdemokratien", Institut für Bildung, London, UK Dies sind Auszüge eines Dokumentes, welches einem internationalen Journal zur Veröffentlichung überreicht wurde. AMANDA J. PETRIE, PhD 1. Einführung Abstrakt Seitdem zwischen 1993 und 1995 Untersuchungen von Hausunterricht in Europa betrachtet wurde, haben einige Länder neue Gesetze eingeführt, welche prinzipiell das Schuleschwänzen betrafen, aber mithin auch den Hausunterricht regelten. Unglücklicherweise fand bei der Schaffung dieser Gesetze eine Unterscheidung wenig Beachtung: Übliche Schulschwänzern und hausschulenden Eltern, die bewußt sicherstellen, dass ihre Kinder gut gefördert werden. Diese Verwechselung in den Köpfen der Gesetzgeber und Bildungsministerien haben mehr eine Konfliktsituation zwischen Elternschaft und Staat hervorgerufen als eine Vermittlung zum Wohle des Kindes, die eine ausreichende Bildungsversorgung sicherstellt. Diese Unterlagen liefern ein Resümee der letzten Änderungen in Frankreich, Irland und Deutschland und erörtern die sehr unterschiedlichen Belange ausgedrückt von denen, die Bildung mit Schule gleichsetzen und den zu Hause Unterrichtenden selbst. Grundlegend für diese Debatte um die Schulbildung sind die relativen
Verantwortlichkeiten des Staates und der Elternschaft. Ungeachtet möglicher
Kontrollmotive der Regierung, läßt die vorgenommene Gesetzgebung
im Bereich Kinder doch das Vertrauen der Regierenden in die Fähigkeiten
der Eltern(-schaft) durchblicken. Die zwei Hauptgebiete Gesundheit und
Erziehung zeigen diesbezüglich sehr verschiedene Haltungen: Der Staat
scheint sich weit mehr in die Sache der Erziehung und Schulbildung einzumischen
als er es bei medizinischen Belangen tut. Wenn ein Kind krank ist, ist es Aufgabe der Eltern zu entscheiden, den Verlauf zu beobachten oder sofort zu handeln, ob Medizin zu besorgen ist, den Apotheker um Rat zu fragen, alternative Medizin zu verwenden oder den Arzt aufzusuchen, einzuschätzen, wie dringend der Termin beim Arzt ist oder ob Eile geboten ist, zur Ambulanz ins Krankenhaus zu fahren. Die Eltern können private oder gesetzliche Krankenkassen wählen oder können sich gegen formal zugewiesene Versorgung entscheiden. Der Staat glaubt, dass Eltern, obwohl normalerweise medizinisch nicht ausgebildet, das richtige tun werden, selbst wenn es um Leben und Tod des Kindes gehen könnte. Bei der Erziehung und Bildung, die nicht eine Sache von Leben und Tod ist, legt die staatliche Gesetzgebung nicht den gleichen Maßstab des Vertrauens in Eltern an, insbesondere, wenn Eltern die volle Verantwortung für die Erziehung und Bildung des Kindes zu übernehmen wünschen. In manchen Ländern ist Homeschooling laut Gesetzestext nicht einmal erlaubt, obwohl es gelegentlich geduldet wird. In diesen Ländern wird lediglich erlaubt, zwischen staatlichen und staatlich anerkannten privaten Schulen zu wählen. In einigen anderen Ländern wird Hausunterricht zwar widerwillig erlaubt, jedoch strenger staatlicher Kontrolle unterzogen. Höchstes Vertrauen wird Eltern in Ländern gegeben, in denen die Gesetzgebung die Bildungsversorgung nicht nur zu Hause erlaubt, sondern den Eltern auch die Form des Lernens völlig frei stellt. Implizit respektiert und vertraut solche Gesetzgebung der elterlichen Vorbildung, welche sie in früheren Jahren zu Hause, in der Schule und als Erwachsene erworben haben. Das Forschungsergebnis erörtert die Definitionen von Homeschooling, welche ihrerseits Anlaß zu Mißverständnissen geben. Zusätzlich deckt es die kürzlichen Gesetzesänderungen bezüglich Hausunterricht in einigen europäischen Ländern ab. In den vergangenen fünf Jahren wurden sowohl in Frankreich als auch in Irland neue Gesetze eingeführt, die hauptsächlich Schulschwänzer betreffen, aber auch Hausschüler. Die Veränderungen basieren auf einer falsch verstandenen Natur des Unterrichts zu Hause; es wurde dem Unterschied zwischen Kindern, die in öffentliche Schulen gehen sollen, aber dem Unterricht fernbleiben und Kindern, deren Eltern bewußt eine gute Erziehung und Bildung zu Hause sicherstellen, zu wenig Beachtung beigemessen. Demgegenüber gibt es in vielen Bundesländern Deutschlands eine gewisse positive Haltungsänderung gegenüber Homeschooling. Es werden auch die Belange von Lehrern und Hauslehrern beleuchtet, welche in der oft schwierigen Situation auftauchen, die erst die staatliche Gesetzgebung schafft. 2. Was ist 'home education' (wörtl. Erziehung/Bildung zu Hause)? Der oft benutzte Ausdruck 'home education', wie oben definiert, ist nicht klar in sich selbst, weil diese Form der Bildung nicht immer zu Hause stattfindet. Trotzdem ist das Wort zuhause in dem Kontext brauchbar, weil es das Elternhaus als zentralen Ort der Bildung beschreibt im Gegensatz zum Schulort. Neben Büchern, Fernsehen, Radio und Internet benutzen Hausschuleltern viele andere Hilfmittel, die einer breiteren Gemeinschaft generell zur Verfügung stehen: Büchereien, Museen, Sportplätze, Gallerien, Ausstellungen und das Wissen und die Möglichkeiten bei Freunden, Nachbarn und Verwandten. Das deutsche Wort 'Ausbildung' hat noch die ursprüngliche Bedeutung des englischen Wortes 'education', welches Entwicklung und Kultivierung impliziert (genauso wie Drill und Appell). Hausunterricht ist sicher keine "Vier-Wände Bildung" und ist weder auf Drill noch auf Appell angewiesen. Auch der amerikanische Ausdruck "Homeschooling" hat das pädagogische Konzept beeinträchtigt, das Eltern leisten können; es impliziert, dass zu Hause "Schule" stattfindet. In der Praxis spiegelt der Unterricht zu Hause nicht notwendigerweise den Unterricht an Staatschulen wieder (Thomas 1998). Bei der hausschulenden Bevölkerung gibt es eine breite Palette an Unterrichtsmöglichkeiten, angefangen bei der formalen Art mit Direktunterricht und Stundenplänen bis hin zu den informellen Arten, die primär durch Erfahrungen, Lesen und Konversation stattfinden. Die Effektivität des Homeschooling scheint dabei weniger von der eingesetzten Methode der Eltern abzuhängen, als mehr von dem Grad der Verpflichtung der Eltern an dem Bildungsbedarf ihrer Kinder. Über die ganze dokumentierte Geschichte hinweg haben in allen Ländern Eltern oder Vormunde, unabhängig von Status und Einkommen, ihre eigenen Kinder gelehrt. Manchmal wurde diese Form der Bildung bis ins Teenageralter fortgeführt, vielleicht nicht über die Eltern sondern mit der Hilfe anderer Erwachsene. In anderen Fällen haben die Kinder die Schule besucht, nachdem sie eine gewisse Zeit zu Hause unterrichtet wurden (Goertzel 1965, McCurdy 1960, Petrie, Windrass und Thomas 1999). Die Gründe für Eltern, die Homeschooling als funktionierende Option in Erwägung ziehen, sind verschieden. In einigen Fällen halten Eltern Homeschooling für das betreffende Kind für passender als die vorhandene Schule. In anderen Fällen sehen sich Eltern in ihrer eigenen Erfahrung bestätigt und sehen Bildung in einem breiteren Kontext als die allgemeine Schule; sie wollen selbst für die Bildung ihrer Kinder sorgen. Kinder werden auch wegen einer Reihe von anderen Gründen von der Schule genommen, um zu Hause unterrichtet zu werden, obwohl der meistgenannte Grund die Drangsalierung (bullying) entweder in der Schule oder auf dem Schulweg ist. In all diesen Fällen haben pflichtbewußte Eltern, einige widerwillig, erlebt, dass sie für die Bildung und/oder das Wohlbefinden ihres Kindes in "besserer" Weise sorgen können als die verfügbaren Schulen. Über die letzten 30 Jahre in den USA und Großbritannien und
die letzten 5 Jahre auf dem europäischen Kontinent gab es bei Eltern
eine steigende Anerkennung von Hausschule, prinzipiell nachdem Hausschulvereine
gegründet wurden. Diese Gruppen verbreiten Informationen an interessierte
Eltern und in den Medien. ... 3. Das Recht des Kindes auf eine individuelle Bildung Internationale Gesetze haben das Recht des Kindes auf Bildung anerkannt und sie haben richtigerweise nicht die Form dieser Bildung festgelegt. Sie haben das Konzept der Hausschule bestimmt nicht ausgeschlossen. Die Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen (UN) erkennt das Recht der Kinder auf Bildung an: Jeder hat das Recht auf Bildung. ... Elementare Bildung soll Pflicht
sein. ... Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen,
die ihren Kindern gegeben werden soll. ... Es scheint, dass sich auch das Konzept der Schule in Zukunft ändert. Eine kürzliche Untersuchung der Schulen der Zukunft von Seltzer und Bentley, zwei im Team "Demos" - ein Denkfabrik der UK-Regierung - stellte fest: Schulen und Universitäten werden weiter darauf ausgerichtet sein,
was die Schüler wissen und werden das Wissen prüfen ohne sicherzustellen,
dass dieses Wissen angewandt werden kann, wenn die Schüler die Schule
verlassen. Wir müssen erkennen, dass einen in der modenen Wirtschaft
gerade zurücksetzt, wie man sein Wissen und seine Fähigkeiten
über den gesamten Bereich der Umstände anwendet. ... All das
bedeutet, dass wir einen sehr verschiedenartigen Lehrplan brauchen, einen,
der nicht inhaltlich dominiert wird auf Kosten von Anwendungsbreite und
Tiefe des Verständnisses. Stattdessen müßte sich Lernen
um Projekte drehen; ausgedehnte Aktivitäten, die ungleiche Resourcen,
Menschen und Wissensarten kombinieren, um spezifische Ergebnisse zu erzielen.
Der Lehrplan würde Schüler fordern, die Probleme selbstständig
zu identifizieren und zu lösen statt zu diktieren, welche Probleme
zu lösen sind und wie der korrekte Lösungsweg sein sollte. Sie
würden ebenso gefordert, Probleme über verschiedene Kontextgrenzen
hinaus zu lösen und bedienten sich dabei einer Reihe von Lernmethoden
und Strategien, die wissenschaftlich oder mehr experimentell basiert sind.
Mit anderen Worten, sie würden mehr mit der Praxis als mit bloßem
Denken und Wissen beschäftigt sein. ... 4. Kürzliche Gesetzesänderungen, die Bildung zu Hause innnerhalb Europas betreffen Viel des Gesetzestexts, der Homeschooling in Europa betrifft, bleibt wie in einem früheren Papier (Petrie 1995) zitiert. Dennoch kann es nun statt in vier in drei Teile aufgeteilt werden, weil nun vereinzelt Hausunterricht in Deutschland toleriert wird. Es gibt Länder, die:
Seit 1995 sind in Frankreich neue Gesetze bezüglich Hausschule eingesetzt worden und werden zur Zeit in der Republik Irland diskutiert, um im Jahre 2000 verabschiedet zu werden. In Deutschland gibt es heute ein paar dokumentierte Hausschulfälle. ... 4.1 Frankreich ... 4.2 Republik Irland Bis zum Inkrafttreten der neuen Bildungsverordnung (Welfare) haben Eltern in Irland Unterricht für ihre Kinder sichzustellen. Die Form und der Ort des Unterrichts wird nicht angegeben. Die wesentlichen legalen Fälle bisher betrachteten die Definition der Erziehung und Bildung, besonders wenn die Bildungsversorgung weniger formelle Lernmethoden und ärmere Familien mit geringerem Lebensstandard einschloß. Die Verfassung ist unmißverständlich: Der Staat hat keine gesetzgebende Rolle, wenn eine Elternschaft ihr Kind
außerhalb des öffentlichen Schulsystems zu unterrichten wünscht,
außer um eine minimale Bildung sicherzustellen. Eltern sind die primären Erzieher und Lehrer (educators) und dieser
Änderungsvorschlag vermittelt selbst mit den Verbesserungen den Eindruck,
dass Unterricht zu Hause etwas von anomalem Verhalten habe, das vorsichtig
untersucht werden müsse, bevor es akzeptiert wird.
... 4.3 Deutschland Es gab immer ein Mißverständnis unter Pädagogen, dass
in Deutschland die Schule seit dem frühen 19. Jahrhundert Pflicht
war (z.B. Green, 1990). In der Petrie-Studie 1995 wurde festgestellt,
dass bis zur Einführung der Weimarer Verfassung 1920 die Fälle
des Hausunterrichts erlaubt waren und mit Berthold Otto's Veröffentlichung
Der Hauslehrer wird fest angenommen, dass Hausunterricht bis zu
seinem Tod 1933 auch nach 1920 erlaubt gewesen sein könnte. Es schiene
nun, dass, vielleicht mit Ausnahme der Kriegsjahre, Hausschule irgendwie
immer schon erlaubt wurde. In einer anderen Studie war ich Leuten auf
der Spur, die zwischen 1900 und 1960 im Vereinigten Königreich (UK)
zu Hause unterrichtet wurden. Auf meine Anfragen meldeten sich dabei zwei
von ihnen bereit und wollten für die Forschung bei deutschen Hausschülern
in dieser Zeitspanne zur Verfügung stehen. Der eine Fall war eine
Familie, die in den frühen 30-er Jahren Hausschule hatte und bei
der zweiten Familie wurde nach dem Krieg zu Hause geschult. ... (Rechenschaft der zwei Hausschulfamilien) ... (Rechenschaft der Familie Becker) Es ist notwendig zu fragen, warum das Schulpflichtgesetz in Deutschland
(oder in jedem anderen Land) uneffektiv zu sein scheint. Wenn Eltern nicht
mehr das Gefühl haben, dass die örtlich vorhandenen Schulen
passend für das betreffende Kind sind, aus was für Gründen
auch immer, werden sie tiefe Zweifel haben, das Kind jeden Morgen zur
Schule zu schicken. Gelegentlich können diese Zweifel bei Eltern,
die sich um das soziale, emotionale und geistige Wohlergehen eines Kindes
verpflichtet fühlen, derart überwältigend sein, dass sie
sich entschließen, das Kind selbstorganisiert zu unterrichten und
nicht mehr in die Schule zu schicken. Solche Eltern sind offenbar bereit
zum Wohl des Kindes das Schulgesetz zu brechen. Die Schulbehörden
können dann die Eltern vor Gericht zwingen und diese können
dann ein Bußgeld oder eine Gefängnisstrafe verhängen.
Wenn ein Bußgeld verhängt wird, können die Eltern es bezahlen
und das Kind weiter zu Hause unterrichten. Die einzige Abschreckung, die
den Behörden bleibt, ist die Gefängnisnahme der Elternschaft,
eine Situation, die sich selbst schlägt, da das Kind dabei potentiell
schädigt. In letzter Konsequenz würden einige Anwälte und
Richter solche Schritte verzeihen. Bei demFall der Familie Becker verstand
die Gesellschaft gut, warum die Kinder nicht in der Schule sind; die Eltern
sind respektierte Persönlichkeiten in der Gesellschaft und so würde
es für die Behörden schwer zu begründen, den Schulbesuch
der Kinder durchzusetzen. Aus meiner Erfahrung erkennen gewöhnlich die, die extensiv mit Hausschulfamilien
arbeiten, an, was diese pflichtbewußten Eltern erreichen. Trotzdem,
aber nur vereinzelt, haben sie genuine Bedenken, wenn spezielle Eltern
nicht das nötige Pflichtbewußtsein für die Bildung ihrer
Kinder zu haben scheinen. Ich, die ich viele Hausschulfamilien kennengelernt
habe und auch Leute, die regelmäßig Hausschule beaufsichtigen,
teilen diese Bedenken der Öffentlichkeit und anderer, die mit der
Durchführung von Schule zu tun haben, nicht. Einige dieser Bedenken
werden weiter unten diskutiert. 5.1 Verwechslung von Schulschwänzern mit Hausschülern ... Ungeachtet des Faktors Reichtum bei den Forschungsergebnissen ist mangelnde Sozialisation zu Hause der allermeistens angegebene Grund, um Hausunterricht nicht zuzulassen. Wie schon zuvor festgestellt, ist Bildung zu Hause keine Vier-Wände-Bildung. Die Hausschulforschung zeigt, dass Eltern darauf bedacht sind, das Kind nicht zu Hause zu isolieren und das Kind begeisternd nutzen lassen, was die Gesellschaft anbietet, eingeschlossen Vereine, Aktionen und andere Gelegenheiten, bei denen sich die Möglichkeit des altersübergreifenden Erfahrungsaustausches ergeben und nicht nur Gruppen gleichaltriger. (Bliss 1989, Petrie 1992, Rothermel 1999, Shyers 1992, Smedley 1992, Thomas 1998, Taylor 1986). In einer schweizer Studie zwischen 1987 und 1988 bei Sozialarbeitern für Auszubildende stellte einer der Forscher fest: Après enquête, l'enseignement à domicile m'apparaît
comme une solution présentait bien des avantages et des inconvénients
minimes, notamment celui de l'isolement: on peut reconnaître qu'un
enfant se sentir seul au milieu d'une classe remplie d'autres enfants
et en contre partie la plupart de ceux que nous avons rencontrés
... ont montré qu'ils parlaient facilement à l'isolement
par la multitude d'activités qi'ils practiquent Das Fazit der Hausschulforschung bezüglich Sozialisation ist überwältigend:
5.3 Religiöse Sekten In den vereinigten Staaten machen viele Eltern aus religiösen Gründen Homeschooling. Für das vereinigte Königreich wird angenommen, dass der Anteil solcher Familien bei 40% liegen dürfte (Petrie 1992, Petrie, Windrass und Thomas 1999). Schulbehörden, die den Bildungsstand solcher Kinder beaufsichtigen, empfinden gewöhnlich keine Benachteiligung bei den betroffenen Kindern und registrieren oft eine warme, offene Großzügigkeit, die solche Famililien der breiteren Gesellschaft und ihrer Glaubensgemeinde entgegenbringen. In Spanien (1975) und in Frankreich 1998 war das populistische Argument der Politiker und der folgenden Gesetzesänderungen, die die Freiheit der Eltern zu Hause zu schulen einschränkte, leichtfertig. In beiden Fällen wurde es durch extrem religiöse Sekten bestätigt, die kleine Schulen gegründet haben, die offensichtlich nichts mit Hausschulen zu tun hatten. Wenn man zu Hause schulende Eltern interviewt wird klar, dass Hausschule als eine funktionierende Option gesehen wird, aber dass beide Formen sich schwerlich ausschließen. Einige Kinder werden für einige Zeit aus der Schule genommen und sind später wieder dabei. Andere zu Hause geschulte Kinder, die nie eine Grundschule besucht haben, entschließen sich nachfolgend, eine öffentliche Schule zu besuchen (Petrie, Windrass und Thomas 1999). Obwohl bislang keine wissenschaftliche Forschung darüber unternommen wurde und es nur anekdotenhafte Belege gibt, kann man sagen, dass Kinder selten Probleme erleben, wenn sie wieder zur öffentlichen Schule gehen oder studieren wollen, um Qualifikationen zu erwerben. Die Möglichkeiten für Qualifikationen hängen von den Bildungsvorschriften
in jedem Land ab. Soweit von zu Hause schulenden Eltern herausgefunden
gibt es in jedem Land eine Möglichkeit, die gewünschte Qualifikation zu
erreichen. 6. Belange der Hausschulfamilien 6.1 Behörden sollten Hausschule nicht für Schule zu Hause halten. ... 6.2 Regierungsvertreter, die für Hauschule verantwortlich sind, sollten eine angemessene Ausbildung bekommen oder direkt Hausschulerfahrungen mitbringen ... 6.3 Hausbesuche nur auf Verlangen Viele Leute reden von Hausschule, aber wenige verstehen, was es mit sich bringt. Seit Jahrhunderten ist Hausschule ein breites Feld für Bildung gewesen und moderne Regierungen sollten sich um gut begründete, objektive Forschungsergebnisse bemühen, wenn sie erwägen, diese Form der Bildung irgendwie einzuschränken. Es gibt ein weiteren Bedarf für mehr Forschung quer in Europa. Wenn geforscht wird, werden hier voll funktionierende Familien mit Eltern und Kindern in gegenseitigem Respekt, sozial angepasste Kinder mit aufgeschlossenen Gemütern, die die volle Verantwortung für den weiten Gebrauch des heute in Europa verfügbaren Bildungsangebots übernehmen. Es ist möglich mehr über Hausschule herauszufinden. In den meisten Ländern existieren Hausschulvereine, die hart daran arbeiten, Hausschulen zu unterstützen und die versuchen, Kontakte zu Bildungseinrichtungen herzustellen, um Dinge zu diskutieren, die ihre Mitglieder betreffen. Die meisten dieser Organisationen haben eine Internet-Präsenz. (Viele werden unter www.worldzone.net/lifestyles/homeducation aufgelistet.) Gesetze, die auf Schulanwesenheitspflicht und Anmeldepflicht bestehen, können nicht erzwungen werden, solange es keine zufriedenstellenden Zwangsmaßnahmen gibt, die das Kind nicht schädigen. Solange Eltern das Wohlergehen des Kindes anstreben, ist es nicht gut für die Kinder, sich als Objekt von Bürokratie und Streitangelegenheiten zu fühlen. Für Regierungen ist es nötig, sich darauf zu konzentrieren, das Recht der Kinder auf Bildung nicht zu kompromittieren, ob es öffentliche, private oder familiäre Schulung zu Hause ist. Im Falle Hausschule sollten sie deshalb:
Eine institutionalisierte Beaufsichtigung sollte von Leuten unternommen werden, die sich mit der Vielfalt im Bereich der Möglichkeiten von Hausschule auskennen und Beurteilungen sollten den Fokus mehr auf den Fortschritt des Kindes richten als auf Unterrichtsinhalte und -materialien. Solche Beaufsichtigung sollte an zwischen Familie und Schulämtern gegenseitig vereinbarten Orten stattfinden. Unglücklicherweise haben Entscheidungsträger selten eine Vielfalt
von Hausschulfamilien kennengelernt, nicht so die Abgeordneten Bruton
and Higgins in Irland. Die Neulinge gegenüber Hausschulen sind oft
überrascht und unterstützen nachfolgend das Hausschulprinzip.
Ein Beispiel ist das von Corbat, ein Student der Sozialarbeit in Genf.
L'enseignement à domicile m'apparaît était une voie
de formation bien séduisante et je dirai même confortable
pour l''enfant ... l'enfant à domicile ne peut convenir à
toutes les familles car il est bien, ... une entreprise familiale ....
Je tire mon chapeau à ceux que nous avons rencontrés au
travers de cette recherche Sie sagte auch, dass sie begrüße, den individualisierten Ansatz zu Hause zu unterrichten. Wenn ihr Kind in der Schule glücklich wäre, sei es dort ein marginal besserer sozialer Aspekt. Aber wenn ihr Kind nicht glücklich in der Schule wäre, würde sie ihr Kind zu Hause lehren. Bibliographie Adcock J (1994) In place of schools. London: New Education Press. Arthur (1991) Mon ecole buissoniere. Paris: France Loisirs. Baker J (1985) Insoumission a l'ecole obligatoire. Paris: Barrault. Bendell J (1998) School's out. Bath: Ashgrove Press Ltd. Bentley T (1998) Learning beyond the classroom: education for a changing world. London: Routledge. Bliss B A (1989) Home education: a look at current practices. Michigan State University, College of Education, research project report. Corbat Y, Froidevaux M, Perret a & Rampin M (1987) Dis Papa, dis Maman, Pourquoi t'es mon Prof? Ou l'enseignement à domicile. Geneva, Switzerland : Intertec 84 Deakin M (1973) The children on the hill. Tunbridge Wells: Abacus. Fortune-Wood, J (2000) Doing it their way: home-based education and autonomous learning. Nottingham: Educational Heretics Press. Goertzel V, Goertzel M G (1965) Cradles of eminence. London: Constable and Company (also: Boston,MA:Little Brown & Co). Knowles J G (1988) Parents' rationales and teaching methods for home schooling: the role of biography. Education and Urban Society, 21(1), pp64-84. McCurdy H G (1960) The childhood patterns of genius. Horizon, May,pp32-41 Petrie (1992) Home education and the local authority: from conflict to cooperation. PhD thesis, University of Liverpool, UK. Petrie A J (1995)Home education and the law within Europe. International Review of Education, Vol41, Nos3-4, pp285-296. Petrie A J, Windrass G and Thomas A (1999) The prevalence of home eduation in England: a feasibility study. Report for the Department for Education and Employment, England, UK. Rothermel P (1999) Home education: a critical evaluation. Unpublished university of Durham conference paper presented at the British Psychological Society Conference, Belfast. Available from the School of Education, University of Durham. Seltzer K & Bentley T (1999) The creative age: knowledge and skills for the new economy. London: Demos. Shyers L E (1992) A comparison of social adjustment between home and traditionally schooled students. Home School Researcher, Vol8(3),pp1-8. Smedley T C (1992) Socialization of home schooled children. Home School Researcher, Vol8(3),pp9-16. Taylor J W (1986) Self concept in home schooling children. PhD thesis, Andrews University, USA. Thomas, A J (1998) Educating children at home. London: Cassell. Tomasevski, K (1999) Economic, social and cultural rights: Report on the right to education: mission to the United Kingdom of Great Britiain and Northern Ireland (England) 18-22 October. United Nations Report: E/CN.4/2000/6/Add.2: 09 Dec.1999. Webb J (1990) Children learning at home. London: Falmer. Contact details: |
Quelle übersetzt von Jan Edel